hier ist die welt

„bis beim hundertsten (selbst)porträt rembrandts sein name so abgenutzt ist, dass er den menschen überhaupt nicht mehr verbirgt. und dieser mensch ist, wie er ist.“
hélène cixous

du sagst, der mensch in seiner nothingness. nur ein wunder entfernt, sagst du. die weltenschmerzen. die erinnerung an schmerzen. schmerzhafte kleidung, sagst du. wo die welt an den rand gedacht ist. ich meine, es ist ein katzensprung in der ansicht. in der absicht. vom verlorenen stern am nachthimmel hin / ihn zu kennen in seinem unantastbaren licht. hier ist die welt für deine schöpfung, du geborener gott. deine geborenen gedanken, dein geborenes wort, deine geborene bewegung. in vollkommenem schwung & geschmeidigkeit, deine göttliche potenz. hierhin zurück, wo du schon einmal gewesen bist mit einem anderen urteil. hier, nimm diese weiße weste. du bist alles, was es gibt.

der wunsch des ypsilon

das ist die wahl. so kommt dein ruf als echo zurück – je nach beanspruchung der weite. und wenn ich sage, du seist konkav und ich konvex oder andersrum beschließe ich das spiel der dualität, den immerwährenden abstand. but: es gibt da keine fixierung. in keiner sache. ok ok, alles kann also alles sein wieder, bis ich gleich wieder von neuem rumdenke und rumnage. in diesem einsetzenden mechanismus des umherhoppelns. einmal den käfig ablaufen, aha. worauf der käfig als idee wieder wackelig wird = unwirklich. oder die darstellung deiner deutung, jene tarotkarte, welche du hochhälst und prophezeist! irgendwie so. ich meine, diese sonne, welche tag für tag über dem hügel auftaucht. immer die alte. die neue sonne. friedlich wie eine kuh da im licht zu stehen, sagst du. unvoreingenommen. und doch ist auch der wunsch des ypsilon / offenen armes. in anbetung aller weltenschönheit. und zugleich die verunsicherung und variabilität von welt. ich kann sie nicht denken. ich kann den käfig nicht denken. oder den rauhreif in den büschen. ihre ideen, sie sind undenkbar. was ich vermag: sie schlichtweg anzuhimmeln / mit meinem himmel. auf gefrorenem gras, gefrorenem matsch rennend / vom mondlicht erschimmert.

that’s it!

glitter / den ganzen weg lang. ich meine, die waagschale, welche der weg ist. in diesem verpulvern & besamen, dem sogenannten werden. glaubst du das? dass noch viel zu tun ist? vielleicht aber ist es ganz simpel – bloß ein fingerschnippen. schnipp. und alles ist da! und ganz! und vollkommen! kannst du deine zunge rollen? schau mal, dieser esel hat an den ohren weiß gelocktes fell. es sieht ein wenig beschmutzt aus und es ist vollkommen weich. THAT’S IT! das reicht völlig aus gerade, dass du deine hand hineingibst. ins warme fell greifst. in die wärme des tiers. das ist schon alles. du bist schon da. und jetzt nochmal in diesem sinne. wieder und wieder. jetzt und jetzt und jetzt wieder. schau! da tropft es vom dach. einen tropfen nach dem anderen tropfen. da ist alles drin. das ist die ganze idee. mehr brauchst du nicht zu wissen. kannst du schon darüber lächeln? oder ist dir noch bang? schau mal dem tier ins auge. in sein aufrichtiges auge. schau den baum da. oder den. oder den heruntergekommensten busch. oder egal was. du bist niemals wo anders als hier an deinem angestammten platz.

wo du jetzt rumstehst und wegguckst

die batterien, die ozeane. in a bullet proof vest / through a teleskope lense. nachwievor das hin und her gewendete blatt. aus dem inneren blutrauschen. go out and play / im requiem agnus dei. ich meine, dein lampenfieber ist ein unterstreichen aller schönheit. deine glühenden wangen. die gebärden. die weissagungen. und ich höre dich singen. das heilige zittern in deiner stimme. ich meine, alle sehnsucht ist diese eine sehnsucht. verstehst du? in diesem bild, hast du dir alles selbst einmal entzogen und jetzt sagst du dir, dass alles schon immer ganz ist! jetzt, da ein spreissel gezogen ist, stehst du da in äußerster dämmerung und gleichzeitigkeit. weder licht noch schatten sind eindeutig. keine konturen gelten. du stehst da, im anbeginn aller gezeiten, aller sturmböen, aller schmerzwehen und aller vervollkommnung. und es ist nur diese eine kleine bereitwilligkeit, genau jetzt. du bist schon längst frei, schon längst geliebt, schon längst gemeint. wo du jetzt rumstehst und wegguckst. in all deiner pracht, du schmuck der welt! und du sagst und ich sage: und auch dich will ich sehen als meinesgeistes, wo dir so bang ist, übersehen zu werden – und noch banger, dass ich dich sehen könnte. mit dem einen halbgeöffneten auge.

dein name

die zersprungenen bilder. sei eines geistes, sagst du. ich erinnere mich, ich habe soviel vergessen. das ist kein neues bild, das sich ergibt. im zusammensuchen der kleidung, der gesichter, aller teile. es genügt ein satz: ich bin es schon. so ganz. ich brauche den ort nicht zu kennen. brauche sie nicht in den händen. am leibe. im gesicht sehen. meine arme, meine adern, mein geist, mein mich bewegen. es muss nicht an seinem platz sein. in irgendeiner ordnung. sie sind schon immer als das eine, das einzige. sind nie ein anderes gewesen oder verschieden voneinander. und im grunde haben wir nichts wirklich vergessen. alle weisheit ist jetzt verfügbar, so wie sie immer war. wie das auge der hallogenlampe. unsere gewalt. geh in die breite, sag ich zum kopfklumpen. master of schwerkraft. selbst er, dieser klumpen mag die tore öffnen. den luftzug. alles ist ausgestattet, alles ist satt von von stößen, satt von den enden. wer bist du? frage ich ihn. dein name, sagt er. der alien in den strassen. vom eichberg aus in den tramperschuhen mit dem matsch an den füßen klebend. ich meine, das beziehen ist das mögliche hier, sagst du. die einmalige chance und so. im experiment der sich erfahrenden körper. immer mehr das, sagst du. und mal so mal so. und mein verballern.

a rose

rose.jpgich meine, das gras beißt, die kuh wächst. und wie wir mit der sprache das gebiet schon verlassen. indem wir gehorchen. wir erfinden das erfundene. holen immerwieder dasselbe hervor aus der hosentasche. als das von allen seiten betrachtete universal-knäuel. alles kann sich auf alles beziehen / sich im kreis drehen mit der sprache. hiermit übergebe ich die sprache an ihr eigenes mundwerk. das gibt es nicht, wo ein wort aufhört und ein nächstes beginnt. wo es ein passendes wort gibt. die sprache, sie ist das kurze mundauf und mundzu. und dazwischen ein laut. und wir sind genau da, wo der laut klingt, wir sind im laut, am laut dran und der laut ist durch uns. in einer zeugenschaft. und der frieden als grund allen bildes.

ist die sprache in ihnen allen genug

ich meine, die abwesenheit von namen ist die aufhebung der krümmung. und was geschieht jetzt mit dem text? mit dem textmachen? der klappernden mühle. während das herz voran pocht. der bach rauscht. der wind kommt und geht. ist die sprache in ihnen allen genug. und das zepter der sprache ist es, das die dinge findet überhaupt. und wenn sie jetzt oft so still ist und selbst lauscht, nur ist in einem kleinen ton oder hauch, hat sie es übergeben, das zepter / und sich so völlig der melodie überlassen, ohne es. sei es das brummen des kühlschranks. die lieder geschehen. die bäche. der wind. und die flamme. es gibt über einen baum kaum mehr zu sagen und zu wissen, als dass er trägt. dass er immer ein baum ist. oder die kuh, die gerade geneigt ist im fressen. mehr muss sie nicht sagen über sich. sie ist. und das ist beruhigend. die bilder / die bögen, sie springen die ideen. und ein wenig wehmut ist darin, diese heimat der sprache, des zündens und sprühens, zu verwandeln in eine abwesenheit von idee und vorhaben. und was wird sie dann, so weich und gefügig. so frei. sie ist wohl sie selbst. und mal dient sie dem gebrauch. mal malt sie. und mal macht sie eine klammer auf für ein räuspern, ein seufzen, ein luftholen, das geschieht. und zugleich ist es sie, die wir niemals verlassen, die uns nie verlässt. die nicht das wort ist. ein anklang. eine empfindung vielleicht. wie sie fliegt so freigelassen. wie ich alles schneide, was ich mit ihr will.