deine neutralität

an dich, zuschauer, konsument, konzeptualisierer! urteilender! wo bist du wirklich? wo tauchst du auf? an welcher stelle erkennst du dich wieder? merkst du, dass immer du selbst auf der bühne stehst. dass du dich drehst um dich selbst. dass ich ein teil von dir bin. wie du mich anfixierst, und dich siehst. wie du dich verurteilst, indem du mich verurteilst. wie du dich bewunderst, wo du mich bewunderst. du denkst, du kannst hier herkommen, um neutral zu sein. aber du bist nie neutral. du bist immer mittendrin. du hast immer teil. bist integriert. es geht immer nur um dich. du bist anwesend! und solange du dich wehrst, solange du hin und herklickst. solange du ausweichst. weichst du nicht vor mir aus. solange ich mich nicht ganz zeige. was ist es noch, das ich zurückhalte? wo ich scheinbar so offen bin. was verstecke ich noch vor dir? für was haben wir hier unterschrieben. welche verträge laufen hier? auf was haben wir uns eingelassen? kommen wir wieder raus aus der nummer … aus diesem bild … aus dieser kränkung? wir stehen mitten in dieser szene und wähnen uns einigermaßen sicher. doch nicht ganz sicher genug, um entspannt zu sein. wenn ich dir sage, dass die angst so groß ist. die angst vor was? fragst du. vor was schreckst du zurück?, du stiller mitleser. du kommentator. du mitspieler. wir spielen immernoch verstecken. wir zeigen uns ein stück. wir lesen uns ein stück. wir weichen zurück. haben neue ideen. neue varianten. wir sitzen an einem tisch. und der eine sagt: wir brauchen nichts füreinander zu tun. wir sind schon. und so kann das stehen bleiben. was ist es, was wir fürchten? was hält uns da in der schwebe? bevor wir das ganz hören können. bevor wir das ganz wollen, das eintauchen. was gewinnen wir, wenn wir uns verlieren. und was verlieren wir hier? haben wir etwas zu verlieren? löst sich das auf das bild? es kommt mir vor, als würde das weicher werden grade.

ich mache mich exemplarisch

dies ist der tanz, der schon vorbei ist. wir graben noch löcher. wir verbarrikadieren noch geheimnisse unterhalb. wir schaufeln noch wie die blöden, um das tageslicht zu sehen. es zu halten. aufzustehen am morgen. mit der ungelösten gewalt noch klebend. eine ungeträumte, die durchaus präsent ist. die immernoch unterscheidet zwischen mir und dir. die immernoch zählt und aufrechnet. und sich herausstanzt. ich mache mich exemplarisch. und selbst wenn wir hier sagen — „das kennen wir schon und wollen wir nicht. hinfort! es werde licht!“ — im exorzieren / wäre es am trügerischsten, unseren status zu leugnen, in welchem das alles zugleich wirklich ist. der mechanismus der selbstzerstörung mit dem licht, das von allen seiten heranschleicht wie eine gewandte katze. die jede ritze nutzt. jedes freiwerdene löchlein. jede stelle im stoff, dessen muster sich abrollt. um hindurchzubrechen. und wir ziehen fleißig am faden. zucken mit unseren heissgewordenen händen zurück, wenn das zu groß ist. wenn die angst zu groß ist. weil wir hier zu lieben immernoch mit schmerz gleichsetzen. und hier ist feuerfeste kleidung eine unbrauchbare strategie. oder gewöhnung. denn versicherung und kontrolle binden uns an die angst. sie sind die verbindliche zusicherung. und ich packe das aus und es fliegt ein schwarm schwarzer vogeltiere heraus und du sagst: dies sind deine schuldmythen. und sie fliegen von dannen / sinnbildich. ich meine, die bilder können weggelegt werden oder hinzugefügt. das ist ein trostpflaster. was es für wunden verdeckt? ich will dich zerfressen. dir zuhören bis zum letzten übrigen satz. dich mit haut und haar verschlingen / dich sehrwohl vernichten. was ist das für ein verdrehtes bild. ein schatten-szenario. ein lippenloser libellenflug. ich kann nicht umhin, dich zu zementieren. und ich kann mich nur täuschen. mit flügeln von dannen. auf den bergdolden. dem chicoree-flügelschlag. ich bin übermannt. rechts aussen und instabil. eigentlich geistig und ganz dafür. wo willst du hin? das sanft brechend. das versprechend. ich kann dich nicht hören im auftrumpfen. bewache deinen wachschlaf. wo willst du hin, wenn du gehst? welchen fallen weichen wir aus? welche muster balancieren wir entlang? gehen wir beide entgegengesetzt. rücken an rücken, den abstand vergrößernd. und die sprache fliegt hinter uns her in ihrer bitte. ich meine, wir fliegen davon. wo wir uns vertecken um gefunden zu werden. sie kann nicht versiegen, die lieblichkeit von sonnentropfen. von weihwasser. ich bin diese wiese, auf der du wandelst im alltäglichen grab. sei liebkost. sei befürwortet. ich wach über dich. bin wach von dir. bin bewandert und vervollkommnet. bin der abfallende tropfen deine schmelzzunge. deines lippenlieds. du heiliger. du holdiger weizen. wenn du gehst, nimm mich mit ins feld. trage mich hinein in die lippen. wo ich wanke und zusammensacke und es mich überrankt. wenn die weitschweifigen lichter folgen. wenn die gräber ausgehen. wenn die alten sagen stimmen. wenn das ein ende hat. das versiegende sagen. das trotten. bin ich wahr wie du.

während das meer auf uns zuströmt

und wenn ich da so aussen stehe. so drum herum gehe. von oben drauf schaue. was sehe ich da? hinter aller spezifik im wollen. da sehe ich ein gemeinsames wollen. ein wohlgefallen an dir und mir. an deiner und meiner art. ich sage: es bist du, der da geht und den blick zu boden. zwischen den haarstränen durchblickt. es bin ich, welche diesen blick aufspürt. unter tränen. während das meer auf uns zuströmt. alles herkommt und wir es herkommen lassen. und es unterspült unsere füße. das aufschlagen der welle. in der ich geborgen bin oder ausgeliefert. je nachdem. der ich vertrauen mag. keines meiner oder deiner probleme ist privat. ich bin, wo ich auch bin / in welcher umgebung / mittendrin in diesem vorgang. halte ihn und halte ihn aus. und unterdessen verschiebt sich das. in einem transzendieren. du sagst: mitten im schmerz der trennung sind wir längst frei. in dem moment, wo du dich ergibst. wo dein kampf endet. wo die angst und der widerstand gegen dich selbst offenbar wird. deine trauer über die abwesenheit von liebe. und durch dieses eingeständnis, indem du dich ergibst, ist die liebe unmittelbar vorhanden im schmerz. der schmerz empfängt sie. ich meine, du bist die liebe selbst. ihr königliches gewand. und du hast angst. zeig dich du fiebernder! stille dich an deinem saft.

du bist auf sendung!

alles die gleiche ewige story. auch die backstories. ein kontinuum, sich im kreis drehender sichtweisen von amnesie. und ihre situationen — das immerselbe zeug in variation. in abweichungen, die keine sind. verdreht und verlassen. beschwipst. und wenn wir das also nochmal umdrehen, einmal um sich selbst, soll heissen: wenn wir selbst uns drehen da drin, uns rausschrauben aus der identifikation. ist da vielleicht seekrankheit weil dieser boden unter unseren füßen weich wird. und ein schrecken: wer ist es, der da raustritt? wer weiß was? zum glück keine beweispflicht für erfahrung! denn wer ist es, der da überprüft und kontrolliert und all das unausgegorene zusammenhält in seinem körbchen der habseligkeiten? seiner bedingungen und vergewisserungen. du sagst: natürlich, du. ich meine: ist das wertvoll oder kann das endlich weg? bitte B ankreuzen. wozu brauchen wir immernoch diese depperte kalkulation? die zahlendreher, mit denen wir uns einlullen und zudecken. und beweinen die toten. schreiben nachrufe. gut, dass wir hier genug angepasst sind und uns benehmen können. als team auftreten und am gleichen strang ziehen. aber uns meinungen vorbehalten. immer in bereitschaft gegeneinander auszusagen. die listen sind schon parat. ach, alles die selbe öde story. von bewaffnung und verpanzerung. falschaussagen einer ängstlichen zeugenschaft. und insgeheimer feindschaft. ich meine, wir haben uns da völlig verstrickt, sind absolut befangen, wenn es um unseren tod geht oder darum den tod als wahrscheinlichkeit aushalten zu können. aber das ist all inclusive. was rede ich da … ich meine, solange wir hier als entitäten stehen. uns gegenüber. und ebenbürtigkeit nur öffentlich anstreben, sind wir viel zu sehr auf der hut, da ausgetrickst zu werden. unser stil soll wenn dann der größere sein. wenn die berechnung aufgeht. ich meine, wir sind ganz schön mächtig und fragmentieren diese macht permanent. — und was fangen wir damit jetzt an. wir fragen uns z.b., was wir eigentlich wollen. wollen wir das noch? uns profilieren? gut dastehen? uns bewegen inmitten der angst, selbst unterzugehen. überall genau hinzuschauen und fehler zu suchen und von uns selbst weg. es ist nicht die story, die falsch läuft. und wenn wir da jetzt mal genau hinschauen. dahin, was wir denken. ist dieses denken wirklich hilfreich oder gewollt? ich meine, wir werden damit jedenfalls immer einzelner. und für uns allein immer besonderer. was ich sagen will, ist, du bist kein opfer dieser story. du machst sie! du bist schon da, am ort, wo du wählen kannst. was wählst du? für was entscheidest du dich? für welche welt? für welches universum? du bist schon da in der verbindung. im verbindlichen. du kennst das schon. hör auf dir weiter wehzutun. dein stoff ist aus seidenpapier. vollkommen stabil und anschmiegsam. du bist auf sendung!

wenn der nebel sich lichtet zwischendrin, ist die aussicht gut

in den serpentinenschritten. lang der kurven, der geraden, der keimfreien barrieren. in milimeterarbeit um den orbit und du sagst: wann? wann kommen wir an? obwohl du von uhrzeiten und zeitangaben nichts verstehst. du weißt nicht, was eine stunde ist oder ein leben. oder vielleicht weißt du das sogar besser als ich. sage ich, die zum beispiel so geduldig ist und so ungeduldig zuweilen. manchmal ist zeit nicht aufwendig und dann kracht alles in eine kurze spanne. und du rufst und ich rufe: zuviel! und dann ist auch das in der sprache einer abwehr. eines lediertseins. fischerei. die panne, die alles anhält. die ruft: erstmal stop! wolang gehts? in einem rumoren der tontöpfe. ich meine, du sagst es gebe keinen wandel. überhaupt keinen. das heißt, wir sind wie wir waren. das kann sogar gut sein. eine ausstattung. ich sage: nur an mich will ich mich heute erinnern! nur an dich! über lochpisten von abwesenheit / und dann packt das zu und überwischt das verwischte mit einem einzigen handgriff. da steht alles auf und ist bereit, die verabredung wahrzunehmen. den stimmen zuzuhören. den insekten zu vertrauen. sich aufzurichten. und in der empore der passende gesang. ich meine, heute komme ich zu dir, mein kleiner flaschengeist. und spiele diesen falter, der keine ahnung hat, wie das geht. der jedenfalls fürs erste fertig ist mit dem kriechen. seinen zerdrückten morgenmantel gerade wieder angelegt hat. er passt noch. will er immernoch was darstellen damit? so ein bisschen anti sein und stets provokativ und um die ecken davon. schnell im vorbeigehen. im weggleiten. hinter dir. vor dir. ohne dich. das ist eine sprache, die alles kann. akrobatisches verdrehen. nichtssagend und alles sagend. je nachdem, wie du sie willst. sie ist dein. nimm dieses kippeln als geschenk. es ist auch beruhigend. geradezu einschläfernd. wie du tanzt und ausweichst. die sepentinen hoch. oder geht es schon runter? wenn der nebel sich lichtet zwischendrin, ist die aussicht gut. auf gipfeln neben noch höheren gipfeln. der himmel: schon fertig und bleibt. die fusschritte sind einzeln und doch folgen sie einander. und die wegweiser stehen wirr und zeigen in alle richtung. das fühlt sich dann doch nach ausgesetzt an. nach verhext. aber die panik des schwindels ist längst umgeschlagen in entdeckung. in immerhin angemessenen stiefeln den parkour nehmend. für den moment schaut es also gut aus. und das andere du sagt: die erde wird gerade mal wiedergeboren in einer neuen perspektive.

ihrem gescheiten monalisalächeln

und immer wieder verrät mir zum beispiel der sound sich im wind drehender birkenblätter das meiste, wenn ich schwanke in einer erinnerungslosigkeit / der boden sich wellt und blasen wirft. und mein sanftmütiger fuß darauf kaum auftritt. so wenig belastbar, der boden. ich meine, das schlittern in der relativität der zahlen / der erklärungen. und in mitten der krux dieses turbans, des schraubstocks, bewegen wir uns um uns selbst / gleich der wohlgeformten erde. der idee ihrer gleichmäßigkeit / von zentrifugen. ihrem gescheiten monalisalächeln vielleicht. und doch dämmert es. blitzt es grell durch die regengüsse / und die ganzen wiesen im blitzgewand. du sagst, beide fenster leuchten dermaßen. und fragst: kommen blitze nur in der dunkelheit der nacht? und du vermisst die grelle, wenn sie nicht da sind. einschlagen und sich verwerfen. ich meine, im blitzauge. im blinzeln des einen antlitz’, seh ich dich. und obwohl du blass bist, bist du. angeleuchtet. und ausgeschnitten aus dieser umgebung. bist du ohne sie. ist sie ohne dich nicht. nur in meiner träumerei. und die monalisa, sie scheint genauso aufgebracht.

wir haben uns geschichten erzählt

und da ist immer die hand. eine entschlossenheit, die durchwinkt. es ist, als wäre die zierde dieser kette aus einem nadelöhr am andern. im geleit. und die eingangsfrage ist jeweils identisch. hier herrscht blindheit und taubheit. das ist fast routine. schwindelbefall und taumeln in der identifikation. die ortung ist noch nicht gleich safe. und dann mit bloßem auge in einen schrecken, welcher nun nicht mehr schrecken kann. denn je enger, je ehrlicher, je weniger schonung: die augen gewöhnen sich an den anblick der dunkelheit. und an ihre unwirksamkeit. und finden sogar gefallen. suchen fallen, in die sie nicht mehr fallen. das ist ein entern. und kaum etwas ist noch bedrohlich. ein ereignis an ein ereignis. einander gleichend. mit selbem zeigen. verweist in die eine mögliche richtung und richtbarkeit. und birgt schon die hand, welche das verdrehte entwürdigt und entmachtet. indem sie es zu staub zerlumpt. einen irrtum nach dem anderen. zu staub. nichts ist da, das tatsächlich wirksam wäre. keine geltenden einwände. und alles kann gleichermaßen hinweg zu allen seiten, ins abschüssige. denn dies ist eine balancierstrecke, ohne die möglichkeit zu fallen. das genug feine geröll. egal aus welcher form und idee, es verpufft ins nichts, welches es immer war. und jede neue idee und deutung kann sogleich hinterher. und was bleibt ist das einzige, was jemals geschah: die geborene macht. wir haben uns verbissen in den bitteren apfel. mit der falschen zungenstelle geschmeckt. und wo das enden wird, fragst du. genau hier und genau jetzt. in der süße. im verwinkelten baum, der einst so simpel dreinsah. in dieser fülle des festmals der granatäpfel, als eine wespenplage, welche nicht aufsieht. genau hier und jetzt, wo wir uns begegnen und erleuchten. unter den baumgästen. wo adam ein mittagschläfchen hält. wir haben uns geschichten erzählt. haben das probiert. und wir wissen jetzt, wie der granatapfel schmeckt.

random

das ist die verfeinerung. oder die verallgemeinerung. und was sage ich damit aus? wenn nichts mehr gilt. wenn wut nicht gilt. verzweiflung nicht gilt. wenn das alles ein- und dieselbe handhabe ist von irrglaube. dass das geht überhaupt. dass ich wütend sein kann. dass ich die wut will und dass sie was erfüllt. ausser die rechtfertigung von hass. der immer selbsthass ist. das ist kein verpönen der wut. bloß, wohin mit dem atem? in diesem gutdünken. die vorfreude ist verlockend. die erwartungshaltung. die feindschaft ebenso. und das enthalten allemal. ich blas das raus ins all. das nichtkapieren. das glaubenwollen. dass ich mich selbst ertappe. das ist eine kreisbewegung. zuversicht kommt auch vor. und gelassenheit. zwischen den extremen. und wollust. und die geilheit, irgendwas zu wissen. das alles sind repräsentanten. was repräsentieren sie abgesehen von scheinbarer willkür im auswahlverfahren der einstellungen. wer will wohin? immer mehr das freigeben von tatsachen. ob fakt oder fake. oder faksimile. das leugnen löst sich in nichts auf. alle sortierungen speisen sich hier aus dem pool der angst. aus dem leugnen. aus dem beweisen. aus dem hinstellen. sich eine sichere position zu verschaffen. es ist ein unterkommen darin. was wollen wir letzendlich? was ist freiheit oder unversehrtheit oder sicherheit? wenn nicht ein vollkommenheitsgedanke. und gelegentlich die ganz einfache frage, wie wir da hingelangen, in diese erkenntnis. in ihr durchdringen. von ihr durchtränkt zu werden. ganz sicher nicht auf dem weg des krampfes. sondern, wenn sich dieser krampf entspannt. der krampf des denkens von feindschaft. von intrige. von leiden und tod. wir spinnen das immer weiter. in einem völlig verselbständigten denken. und darin folgen all seine ideen dem gleichen random-prinzip des selbsterhalts dieses denkens.

in diesen vexieren

1991„wahrnehmungen werden auf der basis von erfahrungen aufgebaut, und erfahrung führt zu überzeugungen. erst wenn die überzeugungen gefestigt sind, stabilisieren sich die wahrnehmungen.“ kurs

die beweise und gegenbeweise. die gefechte sind am laufen. auf ein und derselben ebene von wirkung. immernoch ein schießen und zurückschiessen. verwundete und versehrte. durch den schmutz gezogene. es gibt feinde. polarisierte. immernoch das gegenteil von liebe. immernoch keine begegnung, die statt findet. jenseits der gruppierung, meine ich. pro und contra werden immer hinfälliger. jede einnehmbare position kann nur schrägschiessen. danebengehen und tut dennoch weh. und zwar allen. immerwieder der versuch, liebenswürdig zu sein. hilfreich. aber stattdessen formiert sich der gegenbeweis. das ist fehlerhaft programmiert. ausserhalb der gruppe, wohlgemerkt. jener gruppe, die sich selbst schützt. sich abgrenzt und bewahrheitet. sich stärkt. wen ersuchen wir zu treffen, wenn nicht uns selbst? wessen hass drücken wir aus und gegen wen? wessen kopf schlagen wir gegen die wand? und es geht nicht darum, sich rauszuhalten. gleichgültig zu sein. positionslos im sinne von totgestellt. vielmehr meint das: anzuhalten da drin — einzuhalten. mitten im getümmel. mitten in der diskussion. im diskuswurf. in der reaktion. ich sage dir: solange ich nur einen ausschließe und ihn für den bösewicht halte. solange geht das gegen mich. solange meine ich mich. und beschließe den meinigen ausschluss. ich meine damit auf allen seiten des kampfes. in allen perspektiven. des kämpfens überhaupt. und auch wenn es ein kampf für die liebe ist, bleibt es doch ein kampf. und will was beweisen. wenn es ein widerstand ist. oder eine angst vor ungehorsam. beides besteht auf hass und feindschaft und machtlosigkeit. aber unsere macht liegt woanders. nicht im wiegen und vorrechnen. darin halten wir uns stattdessen auf. egal ob pro und contra. dass wir an pro und contra festhalten. dass ich daran festhalte, indem ich das verurteile. und wegretuschieren will. macht das immerwieder das gleiche wahr. in einer fragmentierten liebesfähigkeit mit welcher wir schöpfung betreiben: ein verteiltes unsortiertes spiegelglas aus liebenwollen. was für wahrheiten könnten darin gefunden werden, wenn nicht gebrochene ideen? die mögen schön sein und eine anziehung haben. solange wir da was verfolgen können. solange es einen anlass gibt, mitzumachen. solange ich meinen schmerz da reingeben kann. ihn zusammenführe. und ihn so sicher verwahre. ohne meinen schmerz keine gruppe. keinen feind. keinen ausschluss. und immer wieder zieht es mich da rein. in die irre. also nirgendwohin. lieber feind. wer bist du da, in der macht meines sagens? meines konterns, meines absprechens? in meiner verzerrten wahrnehmung von mir und dir. in diesen vexieren. und mein schmerz ist, dass ich dich anders sehen möchte. und nicht weiß, wie! bitte transzendiere die vexiere!

immer nur einen taschenspielertrick weiter

ich bin ein funke. bin ein wort, das nicht aufhört. das nicht aussetzt. sich fortschreibt. im selben atem. bloß ein laut. eine stimme. vielleicht eine melodie. in einer widerholung. einer varietät. in der weisheit des empfängers. ich schreibe mir. spreche mir zu. in einem ausrufen. einem kontinuum. das wort fällt und fällt und fällt und kommt niemals auf. kommt niemals an. es trifft oder trifft zu. in diesen einen krater, wo es hingehört. es vermag. ist blöße. und immer unschuldig. egal, wie es daherkommt. ahnend, aber nichtsahnend. suchend. aufbrausend. belanglos. immer nur einen schritt. immer nur einen taschenspielertrick weiter. die nächste biegung entfernt. bist du. der bis an den rand fasst. und heranrückt. denn ich erreichte noch nie die bäume. die bäume, die für sich sind. unbekannt. sehrwohl bekannt. ohne einen namen auch. ohne ein gesicht. mit einer aufmachung aber. und ich merke, wie ich ihn mit dir erreiche. wie ich unter jeden stein gelange. und mehr und mehr verschwimmt das kaleidsokop. ist kein unterschied. ist kein gegenteil von dir möglich. kein gegenteil von baum. von mir. der ecke, um die ich schaue. die leinwand verschwimmt vor mir zu einem einigen. niemand nickt oder schüttelt sich. ich meine, dieses gefäß des körpers ist nur eine idee, die ich von mir habe. und diese idee ist tückisch. weil sie der linse ausweicht. wie der baum undeutlich zu werden sucht. ich meine, die brombeerhecken sind verschworen, das heisst ungelöst. ein symbol für distanz. für differenzierung. die höhle eines löwen. in seiner verzottelten löwenmähne. und unterdessen ist alles ist an seinem platz. an seinem sehnsuchtsort. bloß es lässt sich nicht verorten. das wäre ein trugschluss. die habgier von kontrolle beiseite. von krampf. und wie weiter? niemals gegen dich. in diesem feudalen krieg. dem krieg der könige. der fratzen. in einer verzerrung der trauer. und das hat immer weniger bedeutung. und, dass du mir gegen die schulter boxt, heisst nur, dass ich in dieser idee anzutreffen bin. dass wir uns in dieser idee von körper zu begegnen meinen. gläubige sind, was das anbetrifft. überzeugte. dass wir beweise erschaffen. und jetzt stell das ab. stellen wir das ab. die frequenz. wir lassen das lenkrad los dieses überdimensionalen schlachtrosses, das schon immer ausser kontrolle war. und es schwenkt umso mehr hin und her. verliert seinen bisherigen kurs, seine markierung. und es ist vollkommen unwichtig, dass wir uns hier zunächst um kreis drehen. hier wird das schiff vertrauenswürdig. hier wird vertrauen möglich, hier besänftigt sich das.