in ihrer zärte

bc0f4e70-efa6-49c6-ac0e-dd9d91c6756d„damit in jedem nächsten augenblink neues angebot an formen und gestalten gebildet werden kann. (…) bilder in verschiedensten farben auf die weite umgebung mit der notwendigkeit zu erzählen. “ v.

ich bin die taucherin. mich nur mitnehmen lassen. In alle facetten hinein. ins weiche. weite. ins begrenzte. ins ewige. in die geschichten. es ist alles da. und alles zugleich. es ist kein widerspruch unter ihnen. kein trost notwendig. die einzelnen bilder, jedes für sich so einladend. ein kleines verweilen. ein weiterspulen. ein treibenlassen. in einer langsamen schau. einer ansicht. ich erkenne etwas wieder in den bildern. sie sind mir alle auf eine art vertraut. jede figur ist mir bekannt. auch wenn sie abstoßend zu sein scheinen und sehr verzweifelt oder in ihrer zärte. sie sind wunderschön! in mir. sie exakt anzuschauen, erfasst sie so, dass es sie in eine allgemeine würde erhebt. jede besonderheit unnötig macht. in diesem liebevollen blick auf sie, gibt es keine abschreckung. kein angewiedertsein eines teils. keine kleinheit oder kleinlichkeit in ihnen. das ist sanft in diesem ewigen wasser. umspült und weich in der form. in der ursuppe aller teilchen, aller formen, sagst du. ist ein unermüdliches verwandeln. ein werden. ein rollenspielen, das durchgespielt wird. bis zu einem bitteren ende oder endlos abgespult? es ist ein freiwilliges spiel geworden. des spielens willen zu spielen. das ist unglaublich friedlich. in einem langen weg, sagst du, die gedankenschar / die vielheit. durch alles durchzugehen. durch des unglaubliche getöse. dass sich ganz still anfühlt und ruhig. wie kann das gehen? es kann dir nichts anhaben.

weil dieser text der sichere ort ist

wie das feinschleifen eines gröberen steins. die widerholte bewegung auf selber stelle. es wird feiner. behutsamer. sanfter. im grunde ist der grad unbewertet. es gibt kein maß. keine unterscheidung. gerade das wird glätter. in ein wohlgefallen der dinge. der hautoberflächen. wahrnehmung kann neutral sein. sie trägt nichts mit sich, wenn wir ihr nichts beigeben. erfahrung weglassen. vergangenheiten. und was steht da im raum, wenn es bloß ein betrachten ist. also, was wird gesagt? was findet statt. ich meine, wir bewegen uns in dieser zähen masse. verfehlen uns irgendwie. aus einer leichtigkeit heraus, die noch in schwere verpackt ist, weichen wir einander aus. all die statements & beschreibungen usw., die paratstehen, sind nicht mehr gültig. sind längst vergangen und gehen kaum über die lippen. in einem weggehen. in einem hinkommen. ich meine, wir stehen fast mit leeren händen da. am grat entlang immernoch. eine neue sicht, die schon längst da ist. sich platziert. und mein raum, der sich entleert. ich schaue zu. ein wenig die hand vorm gesicht in latenter nervösität. etwas geschieht. und ich stehe recht verloren herum, wenn es so leer wird. bin ein blinder passagier. ich stehe da drin, im geschehen. und tue mir schwer mit der ansicht. und damit, tatenlos zu bleiben. in der verschwommenheit einfach stehen zu bleiben. nicht zu fragen, was kommt. während der ganze tand zu allen seiten ausläuft. das ist zäh und unangenehm. und die zeit geht langsamer, weil all das so genau von statten geht. während die kleinsten geräusche hörbar werden. die kleinsten gesten sichtbar. ich kann sie kaum benennen, geschweige denn, ihnen eine bedeutung geben. die genau hinsehende sprache spricht unglaublich langsam, wenn sie nichts abspult. und trägt den drang in sich, ganz zu versiegen. was in der lautstärke nicht wahrnehmbar war, wird jetzt wahrnehmbarer. das ist noch so fein. und jedes zu starke wort könnte diesen raum aus glas brechen. eines, das zu gewiss ist. das über die unsicherheit drüberbügelt. denn in dieser unsicherheit ist das türchen. der kleine eingang in ein reich. hierhin kann ich nichts mitnehmen. keine gewissheiten. hier bin ich so still. und wie geht sagen, wenn ich so still bin. wenn das einzige sagbare ist: alles geschieht. alles ist da. wenn alles artikulieren es weder genauer noch anschaulicher macht. im gegenteil. damit gehe ich immer wieder weg davon. und wenn ich es merke, wieder hin. dies ist der zwischenraum. in dem das sagen und das nichtsagen nebeneinander stehen. bis hierhin ist alles sagen gewaltätig gewesen und war ein verfehlen. und hier wird das sagen nichtssagend. es wird fast schweigend. und es verschweigt nichts mehr. lässt nichts mehr aus. ich meine, ich sähe etwas. und etwas geschieht. ich habe tomaten gesäht und jetzt sind so viele bucheckern da. das ist so reich, was da ist. wissen wir ja. das sagt man so. das ergebnis ist schon da. mit dem sähen. ich meine, ich will mich wiederspiegeln in allem! in endloser spiegelung. und dieser text scheint eine gegossene form zu sein. er ist das, was alt ist. was übrig bleibt, was immer noch da steht, während ich weitergehe. wenn ich leerer weitergehe, weil dieser text der sichere ort ist, der aufbewahrung von irrtümern. er gibt eine störung wieder. ist zeugnis eines herumstocherns und herumstierens. eines immer neuen verfehlens. und vielleicht verfehlen wollend. das ist okay. der text ist vergangen und spricht zugleich aus einer zukunft, die ich nicht kenne. er geht seinen eigenen weg. in seinem eigenen wissen. er gestaltet sich unter meiner freigewordenen hand. er ist eine nachformung. steht schon längst irgendwo. in noch klarerer form und einschließlicher. als urtext. als der eine text. und ich meine, dieser ganze text geht von einem ursprung aus. er umspielt einen ursprung. und ich finde an jeder stelle bruchstückchen desselben sagens. widersprüchlichkeiten, welche sich zu eindeutigkeit wandeln. und ich frage dich, was fangen wir damit an? was machen wir jetzt damit?, und schneide dir das wort ab. garnichts, sagst du. und immer noch weniger als das. ich meine, das tropfen von den blättern der bäume ist noch zu hören, während die sonne schon begonnen hat, das wegzubrezeln. es ist so alt. es ist so neu. ich kann das nicht fassen. und die stille ist nicht still.

und ich liebe stattdessen in den bildern herum.

ich bin blind für die dinge. kann sie nicht sehen, wie sie sind. wie sind sie? im schwanken halbwegs geborgen. auch zurechtgebogen. sowieso ist mir das halbe lieb. ich ziehe es oft vor. in seiner harmlosigkeit. in der vermeintlichen sicherheit des stuhles. du sagst: der stuhl ist nicht sicherer als alles. du bleibst bedroht. deine gedanken sind bedrohlich genug. so nett gemeint sie auch klingen mögen. am rand des schwarzen loches kraxeln wir entlang. werfen hier und da ein paar alte bilder hinein. lassen die akten sanft vernichten. diese bilder, die wir entbehren können. es ist ein leichtes. und das was ich so ganz fest an mich gedrückt halte, das zehnmal verschlossene. das artefakt von tod und verderben und feindschaft. ihr beweis und schlüssel. den verwahre ich noch. so zäh und widerspenstig ist mein griff, und wird kaum lockerer. während ich mich mit einem pseudo guten zustand abspeise. alle segel sind gesetzt… die reise ins loch ist bereit und ich lenke den kahn im kreis herum. immer im kreis. in einem vermeiden. ich behaupte, dem rand näher kommen zu wollen, aber eigentlich tue ich nichts anderes, als der totalen anziehung der auflösung, entgegenzuhalten. und das geht gut… meine entscheidung in dieser sache wird berücksichtigt. ob ich darüberhinausgehen will oder weiterhin in den tod schauen, die unsicherheit, mir die vergangenheit vor augen halte. oder eben wähle, das geschehen zulassen, was mir unbekannt ist. was über mein verstehen hinausgeht. so lange ich das im griff haben will, hab ich es im griff. und es ist absolut okay. das ist nicht der punkt. aber diese zähigkeit ist kaum auszuhalten. das ankämpfen und aufrechterhalten von ururalten bildern, für die ich mich immer wieder neu entscheide… die ich hochhalte. mit denen ich meine abwehr bestreite gegen die liebe. und ich liebe stattdessen diese bilder. mit der gewaltigen liebe, die ich bin. liebe ich in bildern herum. schaue ich in bilder. stiere in diese begrenztheit. ich meine, das hält alles bereit. ich bestimme allen wert. ich stimme dem zu oder stimme der auflösung zu. gebe mich der entropie hin. immer gegenwärtig ist diese klammer verfügbar. also das verpassen der gelegenheit ist kein tatsächliches verpassen. die tür ist immer offen. immer bereit. immer sanft fragend.

krönchen

PastedGraphic-1„deinen hals wie den hals der violine in der handschale zu wiegen > melodisch. / ich will die fühlweite, deine, meine, erkunden, die brandung des empfindens, sagst du. / es ist das geruchkörnchen mit seinem kleinen weltkreis von luft, der uns so unwiderstehlich umkreist.“ thom.

es ist deine sachte hand. die vorschlägt. gib ihr alles. gib in sie alles. und sie wiegt luft. leichter als leicht. die umwölkung eines grauens ist abermals gewichen, in ihrem schutze. in ihrer sprache gesprochen. alle die trägen glieder wachzureiben. zu balsamieren. alle die pausierten stellen. anzustechen. und anzustecken. reich die hinreichende hand. am feingliedrigen arm. feingesponnen. feingemalt. allzudicke mauern durchdringt sie. wie butter, sagst du. weicht sie alles auf, was hart ist. und es zerfließt vor ihr. zu kleinen wegspringenden kügelchen. krönchen. es ist niemals eine wand gewesen zwischen uns. wir haben sie bloß übersehen. über sie hinweg gesehen. in einer umständlichkeit sie umgangen. da ist keiner, der dich übersieht. der maß nimmt. der dich verdirbt. unsere einbildungen. vom tödlichen geschütz / von einer schwerwiegenden rüstung, in der wir ganz unbeweglich sind. unsere überzeugten bilder, die wir erwarten. die wir ersuchen. wie weit balancieren wir noch entlang und wägen ab. zögern. solange es gefällt. ich bin dessen so müde. bin sicher, wenn eine stille stimme spricht. wie still und friedlich sie einspricht. mitten in das nichts hinein. ich habe dem nichts wirklichkeit verliehen. habe das glorifiziert. gesehen, was ich sehen wollte. und das beizubehalten, im kreis herum, ist dermaßen naheliegend. warum? weil der schmerz ein wahrscheinlicher grund und boden ist. wand und boden, an die wir angeschlagen sind. ein raster, das wir abgesteckt haben. aus erfahrung. ich akzeptierte unsichtbare begrenzungen. ist dir das zu abstrakt? kannst du sehen, dass du deine eigenen schritte schwermachst. dass du ihnen blei beigibst? dass du sie in den morastiges boden noch tiefer einsteckst. du willst, dass sie schwer sind. weil das dich beweist. doch deine hingehaltene hand ist es, die ich greife. der ich traue, dass sie mir zeigt, wo nichts ist. nichts gewesen.

ein auge in eine welt eines kreises, ein wachen

wer bist du, dass du mich kennst. dass du mich benennst. wer bin ich, dass ich dir einen namen gebe. dass ich zu dir spreche. mit meinen worten. dass ich dich darin halte. dass ich mich darin aufhalte. ich komme nicht näher heran mit den worten. nicht näher heran zu dir. nicht näher zu mir. wo bin ich jetzt. keinen schritt weiter. kein wort näher. ich pirsche mich heran, doch bleibe in deinem umkreis. ich umzingle dich weiter damit. aber das ist nur mein begreifen. das nicht mitkommt. dass abstand proklamiert. ich bin schon ganz bei dir. in dir. ohne ein wort mitzunehmen. es ist erloschen. ungültig. unnütz.

von vorne

wir sind wege gegangen. wir haben brücken gebaut und begingen brücken. manche brücken verfielen. wir verrohten. türen sind zugefallen, schritte hallen noch wieder. kurven sind noch biegsam. und wir stürzen immernoch. im schutze dieses baumes, der seinen raum für dich aufhält. der dich wohl aushält. du bist zumutbar. es ist willkommen, dein gesicht, deine berührbarkeit. ich erfasse dich. auch wenn du denkst, es sei dein vertun. dein mühseliges. dein schleppen. wie du dir gipfel erarbeitest. wie die gipfel dich tunken. dein katapultieren. wie du unterwasser treibst. wie du schwer bist und wie leicht. das ist eine waage, die nicht misst. es ist kein maß, für das, was du bist. alles bist du. es ist diese blüte, die dich unentwegt anschaut. die für dich auf ist. dich ganz schauen will. und jedes blinzeln löscht ein bild. es ist licht da, das im dunkel gesehen wird. dunkel, worauf das licht zeichnet. das schweigen ist so groß. so alt. und der klang, die farbe unserer stimmen darauf. aber das sind nur bilder, die weggehen. von wo? und wie weit entfernt können wir stehen bleiben. so dass ich dein flüstern noch hören kann. dein leisestes murmeln. wie nah können wir herkommen. unter einem überzug aus seide. verschwistert. weichen wir uns auf. und erfassen etwas. sprechen etwas aus. noch nicht genug geirrt. noch nicht genug erzählt. noch nicht genug bewahrheitet. ich will nochmal. ich will noch mehr.

deine neutralität

an dich, zuschauer, konsument, konzeptualisierer! urteilender! wo bist du wirklich? wo tauchst du auf? an welcher stelle erkennst du dich wieder? merkst du, dass immer du selbst auf der bühne stehst. dass du dich drehst um dich selbst. dass ich ein teil von dir bin. wie du mich anfixierst, und dich siehst. wie du dich verurteilst, indem du mich verurteilst. wie du dich bewunderst, wo du mich bewunderst. du denkst, du kannst hier herkommen, um neutral zu sein. aber du bist nie neutral. du bist immer mittendrin. du hast immer teil. bist integriert. es geht immer nur um dich. du bist anwesend! und solange du dich wehrst, solange du hin und herklickst. solange du ausweichst. weichst du nicht vor mir aus. solange ich mich nicht ganz zeige. was ist es noch, das ich zurückhalte? wo ich scheinbar so offen bin. was verstecke ich noch vor dir? für was haben wir hier unterschrieben. welche verträge laufen hier? auf was haben wir uns eingelassen? kommen wir wieder raus aus der nummer … aus diesem bild … aus dieser kränkung? wir stehen mitten in dieser szene und wähnen uns einigermaßen sicher. doch nicht ganz sicher genug, um entspannt zu sein. wenn ich dir sage, dass die angst so groß ist. die angst vor was? fragst du. vor was schreckst du zurück?, du stiller mitleser. du kommentator. du mitspieler. wir spielen immernoch verstecken. wir zeigen uns ein stück. wir lesen uns ein stück. wir weichen zurück. haben neue ideen. neue varianten. wir sitzen an einem tisch. und der eine sagt: wir brauchen nichts füreinander zu tun. wir sind schon. und so kann das stehen bleiben. was ist es, was wir fürchten? was hält uns da in der schwebe? bevor wir das ganz hören können. bevor wir das ganz wollen, das eintauchen. was gewinnen wir, wenn wir uns verlieren. und was verlieren wir hier? haben wir etwas zu verlieren? löst sich das auf das bild? es kommt mir vor, als würde das weicher werden grade.

ich mache mich exemplarisch

dies ist der tanz, der schon vorbei ist. wir graben noch löcher. wir verbarrikadieren noch geheimnisse unterhalb. wir schaufeln noch wie die blöden, um das tageslicht zu sehen. es zu halten. aufzustehen am morgen. mit der ungelösten gewalt noch klebend. eine ungeträumte, die durchaus präsent ist. die immernoch unterscheidet zwischen mir und dir. die immernoch zählt und aufrechnet. und sich herausstanzt. ich mache mich exemplarisch. und selbst wenn wir hier sagen — „das kennen wir schon und wollen wir nicht. hinfort! es werde licht!“ — im exorzieren / wäre es am trügerischsten, unseren status zu leugnen, in welchem das alles zugleich wirklich ist. der mechanismus der selbstzerstörung mit dem licht, das von allen seiten heranschleicht wie eine gewandte katze. die jede ritze nutzt. jedes freiwerdene löchlein. jede stelle im stoff, dessen muster sich abrollt. um hindurchzubrechen. und wir ziehen fleißig am faden. zucken mit unseren heissgewordenen händen zurück, wenn das zu groß ist. wenn die angst zu groß ist. weil wir hier zu lieben immernoch mit schmerz gleichsetzen. und hier ist feuerfeste kleidung eine unbrauchbare strategie. oder gewöhnung. denn versicherung und kontrolle binden uns an die angst. sie sind die verbindliche zusicherung. und ich packe das aus und es fliegt ein schwarm schwarzer vogeltiere heraus und du sagst: dies sind deine schuldmythen. und sie fliegen von dannen / sinnbildich. ich meine, die bilder können weggelegt werden oder hinzugefügt. das ist ein trostpflaster. was es für wunden verdeckt? ich will dich zerfressen. dir zuhören bis zum letzten übrigen satz. dich mit haut und haar verschlingen / dich sehrwohl vernichten. was ist das für ein verdrehtes bild. ein schatten-szenario. ein lippenloser libellenflug. ich kann nicht umhin, dich zu zementieren. und ich kann mich nur täuschen. mit flügeln von dannen. auf den bergdolden. dem chicoree-flügelschlag. ich bin übermannt. rechts aussen und instabil. eigentlich geistig und ganz dafür. wo willst du hin? das sanft brechend. das versprechend. ich kann dich nicht hören im auftrumpfen. bewache deinen wachschlaf. wo willst du hin, wenn du gehst? welchen fallen weichen wir aus? welche muster balancieren wir entlang? gehen wir beide entgegengesetzt. rücken an rücken, den abstand vergrößernd. und die sprache fliegt hinter uns her in ihrer bitte. ich meine, wir fliegen davon. wo wir uns vertecken um gefunden zu werden. sie kann nicht versiegen, die lieblichkeit von sonnentropfen. von weihwasser. ich bin diese wiese, auf der du wandelst im alltäglichen grab. sei liebkost. sei befürwortet. ich wach über dich. bin wach von dir. bin bewandert und vervollkommnet. bin der abfallende tropfen deine schmelzzunge. deines lippenlieds. du heiliger. du holdiger weizen. wenn du gehst, nimm mich mit ins feld. trage mich hinein in die lippen. wo ich wanke und zusammensacke und es mich überrankt. wenn die weitschweifigen lichter folgen. wenn die gräber ausgehen. wenn die alten sagen stimmen. wenn das ein ende hat. das versiegende sagen. das trotten. bin ich wahr wie du.

während das meer auf uns zuströmt

und wenn ich da so aussen stehe. so drum herum gehe. von oben drauf schaue. was sehe ich da? hinter aller spezifik im wollen. da sehe ich ein gemeinsames wollen. ein wohlgefallen an dir und mir. an deiner und meiner art. ich sage: es bist du, der da geht und den blick zu boden. zwischen den haarstränen durchblickt. es bin ich, welche diesen blick aufspürt. unter tränen. während das meer auf uns zuströmt. alles herkommt und wir es herkommen lassen. und es unterspült unsere füße. das aufschlagen der welle. in der ich geborgen bin oder ausgeliefert. je nachdem. der ich vertrauen mag. keines meiner oder deiner probleme ist privat. ich bin, wo ich auch bin / in welcher umgebung / mittendrin in diesem vorgang. halte ihn und halte ihn aus. und unterdessen verschiebt sich das. in einem transzendieren. du sagst: mitten im schmerz der trennung sind wir längst frei. in dem moment, wo du dich ergibst. wo dein kampf endet. wo die angst und der widerstand gegen dich selbst offenbar wird. deine trauer über die abwesenheit von liebe. und durch dieses eingeständnis, indem du dich ergibst, ist die liebe unmittelbar vorhanden im schmerz. der schmerz empfängt sie. ich meine, du bist die liebe selbst. ihr königliches gewand. und du hast angst. zeig dich du fiebernder! stille dich an deinem saft.

du bist auf sendung!

alles die gleiche ewige story. auch die backstories. ein kontinuum, sich im kreis drehender sichtweisen von amnesie. und ihre situationen — das immerselbe zeug in variation. in abweichungen, die keine sind. verdreht und verlassen. beschwipst. und wenn wir das also nochmal umdrehen, einmal um sich selbst, soll heissen: wenn wir selbst uns drehen da drin, uns rausschrauben aus der identifikation. ist da vielleicht seekrankheit weil dieser boden unter unseren füßen weich wird. und ein schrecken: wer ist es, der da raustritt? wer weiß was? zum glück keine beweispflicht für erfahrung! denn wer ist es, der da überprüft und kontrolliert und all das unausgegorene zusammenhält in seinem körbchen der habseligkeiten? seiner bedingungen und vergewisserungen. du sagst: natürlich, du. ich meine: ist das wertvoll oder kann das endlich weg? bitte B ankreuzen. wozu brauchen wir immernoch diese depperte kalkulation? die zahlendreher, mit denen wir uns einlullen und zudecken. und beweinen die toten. schreiben nachrufe. gut, dass wir hier genug angepasst sind und uns benehmen können. als team auftreten und am gleichen strang ziehen. aber uns meinungen vorbehalten. immer in bereitschaft gegeneinander auszusagen. die listen sind schon parat. ach, alles die selbe öde story. von bewaffnung und verpanzerung. falschaussagen einer ängstlichen zeugenschaft. und insgeheimer feindschaft. ich meine, wir haben uns da völlig verstrickt, sind absolut befangen, wenn es um unseren tod geht oder darum den tod als wahrscheinlichkeit aushalten zu können. aber das ist all inclusive. was rede ich da … ich meine, solange wir hier als entitäten stehen. uns gegenüber. und ebenbürtigkeit nur öffentlich anstreben, sind wir viel zu sehr auf der hut, da ausgetrickst zu werden. unser stil soll wenn dann der größere sein. wenn die berechnung aufgeht. ich meine, wir sind ganz schön mächtig und fragmentieren diese macht permanent. — und was fangen wir damit jetzt an. wir fragen uns z.b., was wir eigentlich wollen. wollen wir das noch? uns profilieren? gut dastehen? uns bewegen inmitten der angst, selbst unterzugehen. überall genau hinzuschauen und fehler zu suchen und von uns selbst weg. es ist nicht die story, die falsch läuft. und wenn wir da jetzt mal genau hinschauen. dahin, was wir denken. ist dieses denken wirklich hilfreich oder gewollt? ich meine, wir werden damit jedenfalls immer einzelner. und für uns allein immer besonderer. was ich sagen will, ist, du bist kein opfer dieser story. du machst sie! du bist schon da, am ort, wo du wählen kannst. was wählst du? für was entscheidest du dich? für welche welt? für welches universum? du bist schon da in der verbindung. im verbindlichen. du kennst das schon. hör auf dir weiter wehzutun. dein stoff ist aus seidenpapier. vollkommen stabil und anschmiegsam. du bist auf sendung!