dunst

eines jeden morgens blankopage. wie der nebel sich auflegt / und so leichtes regnen streicht die luft glatt. tropft ins ohr. nuschelt. nella nebbia. herabgesunkener himmel. zwischen diesem und des wassers haut. wo dunst und dunst sich treffen. von unten nach oben. von oben nach unten. wasser und wasser. ich bin ein aussenstehender. ein ewiger bewunderer. dann falle ich hinein. falle und falle in die unendlichkeit des suds. treibe auf dieser fläche. in einer sänfte. ein treibholz. den witterungen preisgegeben. dem ewigen.

intention

und es war das schon jeher das eine heilige. ein aufknacken, welches einem in allen dingen und geschehnissen entgegenbrach. vor dem leibhaftigem auge / zärtlichen anschauens und lüftens. in dem ausharren, welches selbst schweigsam wurde und sich leerte, offenbarte es sich. im zaghaften nähern und angeflüstert sein, mich an sich bannend. jeher in der gleichen intention. das erkennen des ungehörigen, welches ein wiedererkennen ist. und es zu mir nehmend, als das meinige. als das mich betreffende. in diesem aufspüren meiner teile. mich in allem wiederfindend. und mich vereinnahmen lassend. mich ganz zu verausgaben und verschleißen. so lautet es in mir. laut den ursprünglichen vereinbarungen. keine rätsel und keine geheimnisse sind es hingegen, die sich finden. sehr nahgebliebene und vertraute teile. und so finde ich mich unter einem vielleicht unscheinbaren stein. sehe mich in einer wiederaufkeimenden glut. in einem stück papier, das verweht. in dem unruhigen klopfen eines beins. nichts, in dem ich nicht auf mich treffe. und so grüße ich es förmlich, das geformte. das umwobene. mit einem mich erfreuen / mich glücken. du sagst, die stürme sie quellen über die gipfel. sie stimmen sich ein. stimmen mich ein. die schauer / sie erschauern mich. in der gleichen intention von heiligkeit. von bestehen und dauern. temporale.

zunderschwämme

du sagst, das lieben und das verklimmen und das schweigen seien eines. die einstigen feuerstellen beleben sich wieder oder werden begrast. das feuer ist überall feuer. so liebt die liebe überall. bedingungslos bedeutet, dass die liebe sich selbst ist / dass sie sich erkennt. ob sie in form ist oder nicht. ob sie schweigt oder verklimmt. sie ist. und inmerhin beißt sich das ungefähre selbst nicht in den schwanz. äpfel und birnen, sie gleichen einander. und zunderschwämme entflammen leicht. das feuer von gestern setzt sich im morgigen fort. ohne, dass es unterbrochen wäre. derweil kocht der mokka auf dem herd. die sonne verprasst sich. und die liebe ist in ihrem element. ist sie ja immer, sagst du. hm hm. auch unerkannt. unter der schwelle. zuhause.

blur

du sagst, anheimelnd im ungefähren. in diesem blur. einer romantik, in welcher nichts mit nichts zusammen passt. ein irrlicht, verdurstend, sagst du. salz leckend aus dem toten meer. ja natürlich!, rufst du: gott selbst irrt / auf der suche / nach der flucht vor sich selbst. in der weite der transzendenz / versus everyting else. das schürfen. das einfärben des kobaltglases. der nordwind bläst. und das bild / es kippt in eine noch größere flucht. selbst das schweigen lügt. ein verdursten, weil das wasser unerkannt ist. unidentifiziert. es ist, wie äpfel mit birnen zu vergleichen, sagst du. aber, unterdessen: die tür steht auf / sperrangelweit. danke, dass du den schleier lüftest. die partikel fliegen durch die luft. die blüten. aber ich bleibe noch ein bisschen. vertrete mir die füße. lasse noch ein paar wolken heraufziehen. noch ein paar winde durch mich durch reichen. schüre. schüre es. und schone es. in diesem griff haben. ich meine, b e d i n g u n g s l o s bedeutet universal. bedeutet ein zerschmelzen alles expliziten. das wunder! das ist integration. in diesem blur. oder der tränenspiegel vor meinem inneren auge. ein rest an wischwasser oder weihwasser. leicht salzig. und die schwäne / sie halten mit ihrem gewicht gegen die böe. an diesem schmelztiegel entlang / wo die gegenkräfte in einer schwebe stehen. sind es gegner oder mitspieler? und letztendlich: ein obsiegen. ach, die extreme. die intensitäten. b e d i n g u n g s l o s bedeutet eins zu sein. bedeutet alles zu sein. immer schon. nicht im schlamm nach perlen zu suchen. hm hm, summst du. wissend. die schwäne sind schon auf und davon / der wind bleibt mit dem rätsel der aufstehenden blütenkelche / die stundenblumen führen ihre zeit vor. was schüre ich noch? was halte ich noch dagegen? gegen alles. oder für alles. es ist sich gleich. in diesem wuchtigen wind, welcher wurzeln ausreißt und empor hebt. in diesem nachrauchen der feuerstellen. steht es. inmitten. der atem der welt, der mein eigener atem ist. immer in der schwebe. gleiches mit gleichem, welches sich auslotet. welches sich ins gesicht schaut. auge in auge. sich in die hand spuckt.

eine erkenntnis im wahnsinn ist immernoch wahnsinn

und in diesem sinne. verkürzend. ist nur ein einziger gültiger satz wirklich: gott ist in mir lebendig. und alle sprache ist ein herreden / ist die suche nach seiner / des satzes / gewissheit. aber in meiner besessenheit von sprache, stehe ich immer auf meinem stand von wahnsinn. meines irrigen denkens… immer kurz vor dem kapieren. aber immernoch nicht kapierend. während sich dir das hirn rauskatapultiert … wer auch immer wahnsinniger ist von uns beiden. näher am rand — zu was eigentlich? eine erkenntnis im wahnsinn ist immernoch wahnsinn. immernoch innerhalb des rahmens. der denkbarkeit. der aussage. es endet, wo erfahrung anfängt. wo das schwappen der polarisierung stoppt. abrupt. ich meine, alles löst sich im nächsten auf. und, wenn überhaupt, ist das der eigentliche konflikt. das als eine schwelle zu denken. doch diese grenze kann nicht den verlust des wahnsinns erfordern. gott muss auch in meinem wahnsinn lebendig sein.

jeder makel und seine verschönerung

die melodien gehen hin und her, die dörfer untereinander / von rand zu rand. bis der wind allen sound übernimmt. bis dieser rasende wind tobt. und alles in sich schluckt und in sich trägt. in jede offene masche deiner kleidung geht. deine haut berührt. und da / liegt dein leberfleck. deine bescheidenheit vielleicht. dein heimlicher größenwahn. jeder makel und seine verschönerung. die beschämung. und genau da / an dieser stelle / ist gott / bereit. nicht, weil dein makel in irgendeiner weise für dich bedeutsam ist. oder für ihn. nicht, weil er irgendetwas über dich sagt. in wahrheit nicht, nein! doch gott ist da / an dieser stelle / wo dein urteil über dich selbst ansetzt. — nein, es ist noch viel einfacher. kein merkmal ist ein merkmal / nichts steht irgendetwas entgegen. selbst der unfrieden kann immer nur frieden sein. und der wind. der wind ist in allem. in allem ist der wind. a rose is a rose is a rose. es ist egal. es zeichnet sich alles, von einer einzigen quelle aus. in einem scheinbar perfekten bild einer vielfalt. und all seine vermeintlichen unterschiede und besonderheiten / mögen geschätzt sein / oder ungeschätzt. wie der wert auch ausfällt. das einzige merkmal des stifts ist, dass er liebt. und er malt eine illusion der unmöglichkeit. unterdessen ist seine natur in alles eingewebt. und ersichtlich.

grazie

rascolta / das liegt ausgebreitet da vor dir. ich bin eine insel. von ufer zu ufer sich schwemmend. docke ich an. verbinde mich. bin verbunden. und versunken. tief tief. in den seilen. den wurzeln. und die flachen ufer. sie küssen einander. und die steilen klippen, sie stehen sich gegenüber. sie respektieren sich. und teilen das flutlicht. die wasser, sie fluten sich. und all dies ist seiden. fein gesponnen und schimmernd. aus einem leisen faden. und in einer gewalt, die glückselig ist / aneinanderstoßend. sachte und grob zugleich. stößt es sich ab. zieht es sich an. schwappt es. und lacht es. wiederholt es sich. braucht es sich. braucht es sich nicht. in diesem anzug und aufzug von grazie. und die büsche, sie quellen über. über die ränder. und die ränder, sie tosen. und die glitterwolken / sie ziehen und ziehen. vorrüber. hinüber. schattieren und stempeln. und so. und so. veranschaulicht sich das.

wie blind kann ich mich sehen?

es liegt ein dunst über all dem. um den herzlichen mandelkern. ein hervorgehobener schleier, der kein exempel bedeutet. und keinen weiteren abstand. wohin ich schaue, es ist in diesem licht. in meinem sanften anblick. dies ist keine eroberung der dinge. es entlässt sie aus der grobheit meines denkens. und sie glätten sich in ihrem sie-selbst-sein. in ihrer natur. eines geht ins andere. und so lebe ich in ihrem dunst. du zählst: der geglückte tag. die geglückte stunde. der geglückte augenaufschlag. ich bin ohne maß, sagst du. und die line of beauty and grace zeichnet sich in allem fort. ich meine, es obliegt der feinheit. in ein randloses gefäß. und in ihm des goldes glanz. und ich schaudere vor derartiger güte und anmut. in diesen dunst einzutreten, ist in eine blindheit zu gehen. es war mal die herausstellung des merkmals von schönheit. war die idee von kontaktaufnehmen, sich als den beobachter zu mimen. ganz genau zu sehen. und jede noch so heimliche szene festzustellen. so gleicht sich jetzt alles an. ich sehe das detail und kann es nicht ausmachen. kann es nicht herausnehmen. nicht kommentieren. das beschreiben tut weh. geht weg von ihm. es ist die position, welche das verursacht. und es ist das bild. der bildausschnitt, welcher etwas zerschneidet. etwas auswählt. es ist fast schmerzvoll. es ist das besondere licht. der besondere farbton, die augenweide. das exempel. es ist, deutung und bedeutung zu machen. es nimmt vorweg. und distanziert sich. sympatisiert auf eine abstrakte weise. wie verbunden kann ich sein? wie geistesgegenwärtig mit ihnen, den dingen. wie blind kann ich mich sehen? ich meine, du kannst mir nicht aus dem auge treten. du trittst immer hinein, immer auf mich zu. und so tief hinein. und nichts, wovon wir uns abhielten, war mehr als dieser schleier. der schleier / so fein. welch kurze distanz zu den dingen. und mit welcher diskretion begegnen wir ihnen und uns.