vientos

es kostet nicht die welt, steht da. was kostet die welt? alles alles, kostet sie, sagst du. alles alles kosten. und die knospe in deiner hand. das knospen selbst. und die kräuter sprießen / unter dem laub. und die eichen heroisch darüber. stehend. einfach stehen, während der wind ins haar weht. und die fremdklingenden sprachen mischen sich schon ein. in deinem schlichten gesang stehen. jede traube in deiner hand zählen. alle früchte und kraftbäume. in ihrer unruhe des wachsens. in ihrem zusammenzucken. so siehst du vor. und ich nehme unsere abgelegten bänder. die weihräuche. nehme alles her. nah zu mir. in meinem weihen. alles was ist, ist wie es ist. und so weht es. um mich her. und die bilder drehen sich. die stäube. und immer etwas hält und etwas macht sich los. in diesem karussell der magnete. in dieser spannung. es hält lange an. und keiner steigt zu. ja, nein, vielleicht. was ist es? ein leergeschriebenes blatt. jedes geschriebene wort ein löschvorgang. der cursor zieht sich zurück zu seinem ursprung. und es knistert in diesem recycling. in diesem blühen welken sterben keimen. in einem. und es ist nichts übrig. nichts, als ein geschmack. und die gestrafften und gelockerten bänder, die uns durchziehen. und nichts macht irgendetwas. in diesen winden. in ihren vollkommenen zügen. ihren schmeicheleien.

in dieser duftstelle. aufzutauchen.

„wovon bin ich der samen? samen des dinges? samen des seins? samen dieser riesigen wellen neutraler liebe? ich, ein mensch bin ein keim. der keim ist empfindsam. dies ist seine einzige und einmalige eigenheit. der keim schmerzt. der keim ist gierig und schlau. meine gier ist mein ursprünglichster hunger, und weil ich gierig bin, bin ich rein.“ clarice lispector

in diesem déjà-vu. schon gesehen. in diesem sehen, welches umsichgreifend ist. an was erinnere ich mich da? aus welchen übereinandergelegten zeiten kommt es / aus welcher zusammenfassung und umspannung? nichts ist für sich einzeln anzusehen. in keiner besonderheit. er hält an, dieser augenblick der dauer. und behält ein. ist in der Inhalation. ist die gebärde in der luft / als anzeiger für schönheit. als gestaltbarkeit & design. durch das zeichnen. was entsteht? in diesem verorten. in diesem verrat. so ist alles formgebend. dass die meise von hier nach da fliegt. in meiner studie. in meinem studium. dass ich sie hier losfliegen sehe und dort landen / in meinem letzten augenwinkel. wo bin ich derweil? welcher teilbeobachter? in diesem déjà-vu des allumfassens. schon einmal gesehen. schon einmal gefühlt. das all. das alles. das fruchtbare. das sterbende. das verdrießliche. schon einmal erlebt. das totale. das verzehrende. das feuer, welches sich selbst verzehrt. es erlischt nicht. bleibt in der asche lebendig. es ist frei. es ist vollkommen und erschafft sich. entfacht sich. es ist schön, alain. es ist herrlich. in herrlicher form und zeichnung. ein leidenschaftlicher pinselstrich, sagst du. in der würde. in der zierde von wahrheit. von ergebung. in diesem nadelöhr. diesem scheinbar kleinen moment des aufeinandertreffens / aus einem herkommen. in einer scheinbaren komplexität, welche in diesem moment zusammengezogen ist. doch dieser moment ist keine option! kein möglicher weg. dies ist ein raum, in welchem die unendliche variation von form sich ergreift. in eine gestalt geht. in diesem nadelöhr der schöpfung und der erschöpfung zugleich, ist alice im unendlichen fall. in ihrer flugbahn. und der hase, welcher ihre neugier lockt. in diesem lockdown. dem lockstoff des geölten herunterkommens. sind wir der hase und alice zugleich und der boden tut sich auf. es gibt nichts zu fürchten! in dieser erscheinung. und was ist sie, wenn nicht die totale form oder die totale formlosigkeit. es ist dasselbe. in diesem déjà-vu. diesem lebensgrund. in dieser duftstelle. aufzutauchen. in welchem die nackenteilchen zu schwingen beginnen. in diesem holpern, im anlassen des motors, holpert es in einer gleichmäßigkeit. und umfänglich.

emsig, triftig, haptisch

Unendliche Form. Schlangenkraft Fädelt sich durch. die Luft flimmert. Ist durchströmt. Und haptisch. Die erste löwenzahnblüte in deiner Hand. Geruch der Kräuter. Ich bin hier. Mit dem erdklumpen am Schuh. In dieser nervösen launigkeit allen werdens, verzeichne ich. bin hier zur Stelle. Lasse meinen überraschten Blick wandern. Alles immerwieder neu. Neu sehen. In der Blüte der Stunden-Blumen. Eine üppiger als die vorherige, in der einschliesslichen kraft des jetztigen. Im Puls. Dem ratternden Sekundenzeiger. Es verstreicht nichts. Es erfüllt sich. Fügt sich zusammen. Aus allen Einzelheiten. Wird zu einem kompletten. Grenzübergreifenden. Überkreisend. Ausufernd in den unendlich füllbaren und bespielbaren Raum. Keine Pause. Kein Ende. Es fließt ohne Unterlass. Selbst unter der Eisschicht. Die Fäden. Es ist die Schönheit des Chaos als vollkommene Form. Sein warmherziges Augenzwinkern. Und du bist inmitten. In der herzoffenen frucht. In der tiefsten Furcht. In der Willigkeit des Kanals. Immer weiter. Emsig und triftig. Wohlwissend und weise. Und kindhaft ist Der Schalk und kichert sich. Und er zittert. Blickt nervös um sich. Einmal rundherum um den Augenblick. Vibriert im Ton des ganzen. In der vollen Bandbreite. Und selbst der Nieselregen schimmert. Seine Fäden. Alles rückt so nahe. Wird so laut. Und dringt ein. Durch die dünnen Häute. In dieser Durchlässigkeit. Die Stimmgabeln in Resonanz. Setzt sich das fort im eigenen blutrausch. Und verlässt das zugleich im selben Atemzug. Ist angeschlossen. An den Sound aller Pracht. in diesem Austausch.

Mit deinen Augen

Vor und zurück. In diesem scharren. Das Auto von Schnee befreien. Wie das reh sitzt, gebettet in Schnee. Hineingebeten. In diesem betreten klopf klopf Herein. Im Namen des gültigen. Du bist die Herrlichkeit. die Welt wartet nicht. Sie sieht dich! In unserem kommen und gehen. schau, wo die Lücke ist. Wo der sog ist. Und es wird weiter und weiter wo die Bedingungen enger zu werden scheinen. Wir gehen zurück oder vor aber immer im Gefüge. Himmelwärts. Welches keine Richtung ist. Keine Sichtweise. Und wie ich Gott immernoch verwechsle. In meiner Verschwörung, Verengung. Meinem zünftigen Knoten. Wie ich Nach außen Stiere ins haltlose. Manifeste. In meine Spiegelung. Den narziss Brunnen. Und das Wasser schwappt leicht hin und her und zeigt mein verzerrtes Gesicht. Mein Trugbild. Das ist ein vexier. Wenn ich mit DIR sehe. Mit DEINEN Augen. segne. läutert sich das. alle Gedanken, die ich über dich habe. Die ich über mich habe. In diesem mäandern. You know. nichts fehlt. Während sich alles davon zu stehlen scheint. Während ich mich davon stehle. Bin ich da, wo ich war. Die, die ich war. Und du, dort im Balanceakt. Unter der Baumkrone. Winkst mit einem Augenzwinkern. Wir sind zu allem fähig. Da bist du schon. Einzigartig. You know me. In the middle.

tragend

rosenrot, sagst du. konfetti, sagst du. ein wildwasserbach. eine quelle. es ist unsäglich. unverfroren. dein wille in blanko. in blaupause. und meine verbrannte seele. ein frischer morgen. ein sturmtuch. das erzählende lebt durch dich. es ist uralt, das halten von raum. durchgespielt. das collagieren. das weiße bild. wie die sonne das eis bricht. die stagnation. und es bricht auf. verschlägt die sprache. es gibt eine andere art, die welt zu betrachten, sagst du. außerhalb meiner ordnung. inwändig tragend.

I know

I know. wo worte einen anfang und ein ende haben, sagst du. wir treffen uns unter dem kreuzweg. in der irreführung. in der heimlichen sprache. im negligée. offenbarung und geheimnis. einflüsterungen. die wir für uns behalten. ich bin erfinderisch. kreise alles ein. ziehe meine kreise. I know. I don’t. / don’t know the words. and meaning. sonne und schnee. und hier. die konturen der schatten. ihre klaren austanzungen. die heimat.

würdige alles

ja, ich suche das leben und das leben sucht mich. ich lebe das leben und das leben lebt mich. liebe frei heraus, sagst du. das entscheiden ist nur noch ein geschehen lassen. und es braucht manchmal seine zeit, aus dem weg zu treten. immer noch mehr schnee in diesem ausblick. in dieser vertikalität. von diesem festen stand, das vertrauen. sich zu bewegen. ich kann mich nicht verlieren. kann die spur nicht verlieren. die vertiefung. kann mich nicht wirklich verlassen. und vielleicht ist es wahnsinn. vielleicht ist es anmaßung. es ist so. und immer denke ich beim schneien an den sauren regen. an das, was von oben niederkommt. aus dem nirgendwo. es strömt nichts fremdes herein, alles vertraut. doch die wissenschaft lässt mich verhungern in meinem wissensdurst. von den zellen. den membranen. den beobachterpositionen. du sagst: würdige alles. auch den nebenarm. den nebenfluss. alle verzweigung. alle ungeduld. alles wachsen. du bist schon längst wieder zu weit voraus. vorschnell über die steine gesprungen. die abgekürzten wege gespurtet in deinem drang. alles rechts und links fallen lassend. nur das vorne im blick. geh nochmal ein stück zurück. und schau es dir genau an. schau dir alles genau an. würdige alles. du kannst dich nicht verpassen. und es ist nicht die uhr, nicht die schnelligkeit, die dich reitet. in deiner natürlichkeit. in deinem wuchern und sprießen. konzentriere dich auf die schönheit. auf die explosion. wie auf das unmarkante. geh in die krümmung. nimm alles hinzu. hier endet das privatisieren deiner heiligkeit.

blumengestecke

und wie ich das fernhalte. mich durchkämpfe. und die leichte schneedecke abermals. du sagst, sie sagen minusgrade voraus. überall schnee. das ineinander faden. wo ich das wünsche. wo ich das verleugne. separiere. blumengestecke — ein unlösbares wort. in einem transfer. mein ständiges suchen. in dem gefühl, zu finden. auf etwas zuzulaufen. zu checken: niemand hängt für mich am kreuz / noch hänge ich da. dieses bild von wiedergutmachen und schulden ruhig zu betrachten. sein härten zu bemerken, wenn ich kämpfe. wenn ich gegen es kämpfe. und wenn ich es wehrlos betrachte, ohne den beigemischten drang. sein weichwerden. wir können uns darin jetzt freier bewegen. es dehnen. bis es immer durchsichtiger und eindrucksloser wird. und unterdessen treten wir langsam heraus. in die idee von güte. die einlädt in ein weiteres bild. ein bild im bild. die gestalten darin sind schöner geworden und friedlicher.

manchmal sehe ich es. und manchmal sehe ich es nicht.

du sagst, das glück liegt auf der strasse. es hält nicht an. es lässt sich nicht zementieren. die glückliche situation. glück zu haben. das leben kommt niemals an. genausowenig sucht es sich oder nach irgendetwas. es gibt nichts zu finden hier in der wüste, als die wüste selbst. in ihrer prekären unmittelbarkeit. die wüste ist schön, sagst du. sie ist ein unikat für alles. im beantworten der natürlichen anziehungskraft von glück. von liebe. und wenn ich down bin, denke ich, es sei eine ausnahme, glück zu haben. ein status. eine orientierung. ein ziel. und wenn es da ist, fasse ich es, und sage: bleib genau so. verpasse ich es dann, das glück? kann ich es wirklich hergeben? es scheint eine potenz. potentiell in diesen grauen asphaltsteinen, die das tischtuch beschweren. es beginnt mit würde. mit einer grundannahme des zuspruchs. das glück ist die farbe meiner augen. das lässig hingeworfene handtuch. dein schweigen wenn ich so etwas sage. es kann nichts verloren werden oder gewonnen. nichts erhalten. gott ist in allem, was ich sehe. es ist im vertrauen. es ist liebevoll. manchmal sehe ich es. und manchmal sehe ich es nicht.