wo wir was auch immer

diese karte von einem kleeblatt, die wir finden in diesem augenblick, wo wir was auch immer. merke dir, wie das geht: das ist das glück. nicht die bewertung von glück = wie glücklich kann man noch werden. ich meine, die karte von einem kleeblatt ist das symbolische kleeblatt. und das an diesen frühlingshaften tagen mitten in einem winter. es wächst noch kein klee. nun, ich habe gerade von klee gelesen, von einem sommertag, an dem die kleeblüten erwuchsen. wir sagen, wir wissen schon, warum wir hier sind und nicht wo anders. warum wir so sind. wo die wärme wärme ist. wo wir ein kleeblatt finden, mitten in einem winter. das ist das glück.

in dieser spanne

die schemen dieses mondes. deren viele monde. das klingt wie ein rätsel. ein baum. ein zweifach gehüteter spruch. ein vertragen. die geschürften ufer eines flusses. im währenden aufbruch. oder die schatten vor dem mond. auf dieser unbetasteten erdfläche. etwas furcht / ein kleines zurückweichen vor dem material. vor dem boden. der abstand zu den firsten. in dieser spanne. unser gehütetes geheimnis ist ein luftstrom, der sich jetzt dem gewöhnlichen atem beimischt. ich falle vor dir. und stehe doch.

im auge der webcam

das auge gottes, sagst du. nämlich die worte und die stimme / die orakel. wie es also kommt. sagen im sinne von machen, sagst du, francis. und: sagen im sinne von sein. zur rechten zeit sagst du das wieder her. das wort ist echt. es geht durch. das wort ist verwirklichung. es ist ihr beweis. und die wirrnis von fäden. die fädelei, wie du sie mit einem schnitt befreist. ich meine, arachne und dies büchlein, es duftet nach quitten, wie deine ganze karre. es heisst: röte. mut ist nicht das schwert oder die shape der kampfleggins. mut, zum beispiel, nicht zu decken. auch wenn ich die kampfleggins nötiger bräuchte zur guten verteidigung. sagen im sinne von sein. so ganz. ungestüm und pur. im auge. mit dem auge. im atem der welt atmen.

mitten unter den worten

da ist sie, die poesie. mit ganzem sehen. das einzelne, welches nicht verschieden ist. dass alles was ist in diesem einen ist, das ich benenne und ergreife und erschaue. die welt erschaudert an dieser einen stelle. es ist im einen detail das ganze vollkommen enthalten. wo bist du?, fragst du. ich will dich ganz sehen / darüber hinaus über den einen durchschimmernden fleck deiner haut, den blitz. deine albernheit und nervösität. wie alles aufplatzt und sie aufschlagen. komm herrüber ins schwarze, sagst du betroffen. ich meine, da, wo das schwert schleift oder die feder aufliegt auf deiner wunde, deiner wehmut. mitten unter den worten. im samt der gesichter. dein zentriertes auge. ein schlitz. die grenzen die häute sind eine mechanik. konkav und konvex. der lärmende spiegel. die zuwendung. ich bin dieser eine ton, der schwebt über den wogen in der draufsicht. ich durchlebe sie nicht. schmecke ihr salz und schaue meine gedanken, die alten speicher, wie sie schwirren. und mich einfangen immerwieder und einkleiden. mein gewand sind. das schwerste und das leichteste. untereinander. in einer unendlichen verkürzung.

deine seide

filmisch wie das immer abläuft. in diesem setting. der rauhreif jeden morgen nach diesen nächten. an der einen hügelseite verdunstet er den ganzen winter über nicht. hält sich im schatten. und die gut vertauten schollen / in ihrem vielfarbenen smooth. in ihrer eigenen zeit bewegen sie sich weise. kaum merklich und doch wesentlich. und meine hände. ich meine, deren strähnen. die gewachsenen hände. die wachshände. den hügel rauf in schweren stiefeln / in bodenkontakten. und in einem schwanken & schwindel, den baumwipfeln gleich. unsere sammlungen und wie es gut gehen kann. wieviel mut / wieviel kitt wir noch brauchen. oder wie wenig nötig ist für alles. das erkennen geht über dich und dich / das erkennen ist ein gelingen. indem ich das sagen überspringe, sage ich was entspringt. alles bewegt sich in seiner eigenen zeit. was herankommt, was vorbeizieht. was zusammenstößt, was berührt. und im bloßen zusehen, sagst du im flüsterton. wieso flüsterst du? frag ich. wenn des weges, die aufkommende feierlichkeit. sie bloß nicht vertreiben mit einem reflex, einem gequassel, einem lied. hör wie sie heranschleicht im nebel, wie sie aufsteigt. dass wir sie erst jetzt bemerken. uns in ihrem raum bewegen, in ihrem séparée. aber le kitsch und so, sagst du. das aber ist der echte kitsch. wo wir uns anrühren. und wenn wir uns jetzt die gänsehaut immerwieder vom leibe schütteln: vom kitsch reden, dem schimpfwort. rutschen wir rum. reiß dein auge jetzt auf / reiß alles auf jetzt. lass den kitsch rein und die wollust und die manie. alles das, was du abhälst. und schweife und hauche und tolle. alles zugleich sein ohne eine auswahl / ohne eine unterscheidung. und die papierwände zittern und die einzelnen offenen augen. und der rollende schweißtropfen und die kalten nervösen finger, die ohne eine regung auf deinem bein liegen. deine membran / deine seide, trennt und verbindet. wo du sie noch brauchst, an den tauben stellen, ist sie abweisendes leder. und da, wo du traust, durchlässig und weich und sogar einladend. du weisst da: nur das hilfreiche schreckliche wird dort wüten und die hilfreichen kriege führen und die hilfreichen niederlagen und siege. nur das hilfreiche wird dich überwältigen. was in uns schützt, was bewahrt und eröffnet ist weitaus größer. ist eine unzahl. eine allmacht. eine umnachtung. ein bloßer schimmer. ein raufen. ein codewort. dem glauben, was ich in mir eigenhändig finde. in einem versteckspiel, zur guten unterhaltung. die umgedrehten karten, die umstülpungen, welche eigentlich längst aufliegen und bereit. eigentlich, sagst du.

abkunft

dies ist nur die show. overdressed aufzukreuzen. und wund. deine schöne dünne haut. der lose tänzelnde fingerhut / die leiber rostrot / ich meine, nicht kaputtbar, die alten schlauen seelen sich aufs neue anbandelnd. in immerselben schwips. vielleicht ein zucken deines mundwinkels oder zittriges zellophanpapier oder das wippende knie. im nervösen tick die kleine aufsteigende feierlichkeit. immerwieder play. bin unweit.