alles neue rascheln

„nur eine schmale wand ist zwischen uns, / durch zufall; denn es könnte sein: / ein rufen deines oder meines munds – / und sie bricht ein / ganz ohne lärm und laut. / aus deinen bildern ist sie aufgebaut. / und deine bilder stehn vor dir wie namen. / und wenn einmal das licht in mir entbrennt, / mit welchem meine tiefe dich erkennt, / vergeudet sichs als glanz auf ihren rahmen. / und meine sinne, welche schnell erlahmen, / sind ohne heimat und von dir getrennt. / wenn es nur einmal so ganz stille wäre. / wenn das zufällige und ungefähre / verstummte und das nachbarliche lachen, / wenn das geräusch, das meine sinne machen, / mich nicht so sehr verhinderte am wachen –: / dann könnte ich in einem tausendfachen / gedanken bis an deinen Rand dich denken / und dich besitzen (nur ein lächeln lang), / um dich an alles leben zu verschenken / wie einen dank.“
rainer maria rilke

so will ich mich von euch finden lassen, sagt er. der götze und abgott. ich mache ihn unkenntlich, tilge seinen namen, sein symbol. ich nenne ihn g., „der durch den dreck gezogene“. eigentlich ist das alles schon geheilt. schon längst, eigentlich: also jenseits des drifts zu allen seiten. der flucht vor ihm, gott und seinem tadel. noch schlimmer: das verbergen vor seiner güte. wir spielen hier das spiel des wegs in zeit und raum, des beschwerlichen wegs zu ihm hin. wir brauchen sein bild nicht, sagen wir, um uns in seinem bild zu erkennen. und zögern es hinaus / ins jenseits vielleicht, als gäbe es zwei seiten und eine tür dazwischen. als gäbe es eine wand überhaupt. als sei tod und sei leben ein verschiedenes. das Y / die wünschelrute / hat schon seit anbeginn (von?) nach oben gezeigt, zur quelle hin. nicht nach rechts oder links auf direktem wege zu dir rüber / sondern durch alle täler und windungen, schneller als lichtgeschwindigkeit, in jetztzeit in diesem gefüllten dreieck ohne ein ende, ohne eine richtung. sehrwohl in einer ausrichtung / kalibrierung der rute. das ist ein einschlag. vom mönchischen leben, ich meine „nichts war noch vollendet, eh ich es erschaut.“ (r) leichtfüßiges stolpern in solchem kontext und doch dermaßen pur. straight, den einstiegsweg entlang, wo die wiesen den hang hoch. und die breitwangige eiche zu tale / die krempe / das portal. und die turteltauben. der reale wahnsinn. wundergesinntheit. und besingend. ist ein summen dieser art. ist ein schauen. die jahrestage, die ringe, das umblättern. in die wahrheit des tagtraums. „am abend des 20. september als nach langem regen sonne durch den wald ging und durch mich.“ (r) alles neue rascheln. das was ich schreibe ist ein uraltes zitat, ein ewiges gebet. die große dauer redesigned. in utero = retro, immer neu verkündet. in anderen worten des ein- und selben wiederholten satzes. das ist das einzige brot, das ist der einzige ort. ich meine, der von sonnenlicht zerschnittene nebel rundum. in seine fasern. was jetzt zu sehen ist: den eigenen geist. rundum. nach innen nach aussen, in aller ausbreitung und reflektion. gelegt in die hände von lou.

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