deine seide

filmisch wie das immer abläuft. in diesem setting. der rauhreif jeden morgen nach diesen nächten. an der einen hügelseite verdunstet er den ganzen winter über nicht. hält sich im schatten. und die gut vertauten schollen / in ihrem vielfarbenen smooth. in ihrer eigenen zeit bewegen sie sich weise. kaum merklich und doch wesentlich. und meine hände. ich meine, deren strähnen. die gewachsenen hände. die wachshände. den hügel rauf in schweren stiefeln / in bodenkontakten. und in einem schwanken & schwindel, den baumwipfeln gleich. unsere sammlungen und wie es gut gehen kann. wieviel mut / wieviel kitt wir noch brauchen. oder wie wenig nötig ist für alles. das erkennen geht über dich und dich / das erkennen ist ein gelingen. indem ich das sagen überspringe, sage ich was entspringt. alles bewegt sich in seiner eigenen zeit. was herankommt, was vorbeizieht. was zusammenstößt, was berührt. und im bloßen zusehen, sagst du im flüsterton. wieso flüsterst du? frag ich. wenn des weges, die aufkommende feierlichkeit. sie bloß nicht vertreiben mit einem reflex, einem gequassel, einem lied. hör wie sie heranschleicht im nebel, wie sie aufsteigt. dass wir sie erst jetzt bemerken. uns in ihrem raum bewegen, in ihrem séparée. aber le kitsch und so, sagst du. das aber ist der echte kitsch. wo wir uns anrühren. und wenn wir uns jetzt die gänsehaut immerwieder vom leibe schütteln: vom kitsch reden, dem schimpfwort. rutschen wir rum. reiß dein auge jetzt auf / reiß alles auf jetzt. lass den kitsch rein und die wollust und die manie. alles das, was du abhälst. und schweife und hauche und tolle. alles zugleich sein ohne eine auswahl / ohne eine unterscheidung. und die papierwände zittern und die einzelnen offenen augen. und der rollende schweißtropfen und die kalten nervösen finger, die ohne eine regung auf deinem bein liegen. deine membran / deine seide, trennt und verbindet. wo du sie noch brauchst, an den tauben stellen, ist sie abweisendes leder. und da, wo du traust, durchlässig und weich und sogar einladend. du weisst da: nur das hilfreiche schreckliche wird dort wüten und die hilfreichen kriege führen und die hilfreichen niederlagen und siege. nur das hilfreiche wird dich überwältigen. was in uns schützt, was bewahrt und eröffnet ist weitaus größer. ist eine unzahl. eine allmacht. eine umnachtung. ein bloßer schimmer. ein raufen. ein codewort. dem glauben, was ich in mir eigenhändig finde. in einem versteckspiel, zur guten unterhaltung. die umgedrehten karten, die umstülpungen, welche eigentlich längst aufliegen und bereit. eigentlich, sagst du.

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