so fest sind sie nicht

du fragst: welche zahl ist die letzte / mit welcher zahl hört das zählen auf. und du sagst, die welt zählt. sie zählt bis zuletzt und darüber hinaus. wo zählt sie hin? und mit dem zählen das zahlen. das ausfindig machen. ich habe dich gesehen, stehend am gewässer der berge. du hast dich gebückt und geschöpft. und du trankst aus diesem wasser aus deinen weichen händen. und nun bist du schon knöcheltief unter ihm vermengt. und eingeboren. nichts hält dich mehr am zähen ufer, du gehst schritt für schritt und letztendlich lässt du dich fallen und schwebst. du sinkst hinein. und alles löst sich auf in dir. du bist für diesen moment frei von ideen. was machst du, wenn du so frei bist, womit fängst du an? vielleicht probierst du die weite. vielleicht reicht das schon. es gibt nichts, was dich stören kann. was dich in der begrenzung hält. vielleicht hast du müde augen und einen müden sinn. das ist okay. heute nacht in einem traum habe ich vergessen zu schlafen. ich blieb wach, ohne es zu merken, mit dir. und dann war morgen und der normale tag begann und erst da merkte ich es. es wurde nicht dunkel und es wurde nicht hell. es war ein moment von einem zum anderen. du sagst, gedanken verlassen ihre quelle nicht. ich hielte das aufrecht, was ich immernoch sehen will. diese welt, durch ein fernrohr. mit müden augen. und die augen des kindes? seine frischen erfrischenden augen. eine romantik des blicks, der neu ist. des unwissens und der unschuld. noch kein fehler ist begangen oder beigebracht. wieder romantik. vom heilen ort. vom heilen sein. vom heilsbringenden. ich bin da. wie sehr kann ich das wählen? wie groß ist das verlangen in der waage mit der angst, das loszumachen, was sie denkt? die festvertauten knoten lösen zu lassen. so fest sind sie nicht! du sagst: wo bist du? bist du da? du kommst im rechten moment. und ich schaue dich an von dort. von hier aus. ich bin da. näher als neben. näher geht nicht. ich spreche aus dir. es ist dein mund, der sich bewegt, wenn ich sage: das ist es, was ich will. was ich immer gewollt hab. in aller suche. du sagst, alles geht drunter und drüber. die ideen spielen verrückt. es ist ein immenses chaos. ich weiß nicht mehr, wie zu denken ist. ich verliere es, das denken und doch ist es noch, ist es mir lieb, jenes spiel. und dieses spiel ist mächtig. gedanken verlassen ihre quelle nicht. und wenn du ganz ehrlich bist, wenn du ganz ganz ehrlich bist, erkennst du deine urheberschaft. das ist ohne schuldschein. ohne dramaturgie. das ist wie ein schlechter scherz. eine mißlungene pointe. ein kinderspiel, welches sich verrannt hat. das läuft einfach aus. es switcht um ins elementare. was hälst du von deinen ideen? und alles, was stört / alles, was daherkommt — die wahrnehmung von aussen und innen ist so überzeugend. ich bin überzeugt von mir und dir. und ich sträube mich, zu erkennen, dass das meine bevorzugte idee ist. (und doch weiß ich, dass das stimmt.) es ist so:, sagst du, vor angst erblindet. es ist schier unmöglich, genau da hinzublicken, wo sie beginnt. da ist ein blinder fleck — weil das fürchten so gewaltig ist. die angst enstammt keiner geschichte. geschichten bleiben unter sich. rechtfertigen sich. halten sich aufrecht. wo ist die angst gemacht? die eine angst: die erwägung, dass unmacht möglich ist / und isolation / und abgeschnittensein, von allem was ist. all die angst und zurückhaltung entstammt diesem blinden fleck. trau dich jetzt, hinzusehen. und da wirst du erkennen, dass sie nicht möglich ist. dass sie nie wirklich war. die welt der angst. das sind geschichten, in angst verfasst und eingefasst. ein bann. was bist du wirklich? was bist du ohne die angst? ohne schranken. ohne die idee der unterschiede von dir und dem wasser … von mir … was bist du da?

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