in diesen vexieren

1991„wahrnehmungen werden auf der basis von erfahrungen aufgebaut, und erfahrung führt zu überzeugungen. erst wenn die überzeugungen gefestigt sind, stabilisieren sich die wahrnehmungen.“ kurs

die beweise und gegenbeweise. die gefechte sind am laufen. auf ein und derselben ebene von wirkung. immernoch ein schießen und zurückschiessen. verwundete und versehrte. durch den schmutz gezogene. es gibt feinde. polarisierte. immernoch das gegenteil von liebe. immernoch keine begegnung, die statt findet. jenseits der gruppierung, meine ich. pro und contra werden immer hinfälliger. jede einnehmbare position kann nur schrägschiessen. danebengehen und tut dennoch weh. und zwar allen. immerwieder der versuch, liebenswürdig zu sein. hilfreich. aber stattdessen formiert sich der gegenbeweis. das ist fehlerhaft programmiert. ausserhalb der gruppe, wohlgemerkt. jener gruppe, die sich selbst schützt. sich abgrenzt und bewahrheitet. sich stärkt. wen ersuchen wir zu treffen, wenn nicht uns selbst? wessen hass drücken wir aus und gegen wen? wessen kopf schlagen wir gegen die wand? und es geht nicht darum, sich rauszuhalten. gleichgültig zu sein. positionslos im sinne von totgestellt. vielmehr meint das: anzuhalten da drin — einzuhalten. mitten im getümmel. mitten in der diskussion. im diskuswurf. in der reaktion. ich sage dir: solange ich nur einen ausschließe und ihn für den bösewicht halte. solange geht das gegen mich. solange meine ich mich. und beschließe den meinigen ausschluss. ich meine damit auf allen seiten des kampfes. in allen perspektiven. des kämpfens überhaupt. und auch wenn es ein kampf für die liebe ist, bleibt es doch ein kampf. und will was beweisen. wenn es ein widerstand ist. oder eine angst vor ungehorsam. beides besteht auf hass und feindschaft und machtlosigkeit. aber unsere macht liegt woanders. nicht im wiegen und vorrechnen. darin halten wir uns stattdessen auf. egal ob pro und contra. dass wir an pro und contra festhalten. dass ich daran festhalte, indem ich das verurteile. und wegretuschieren will. macht das immerwieder das gleiche wahr. in einer fragmentierten liebesfähigkeit mit welcher wir schöpfung betreiben: ein verteiltes unsortiertes spiegelglas aus liebenwollen. was für wahrheiten könnten darin gefunden werden, wenn nicht gebrochene ideen? die mögen schön sein und eine anziehung haben. solange wir da was verfolgen können. solange es einen anlass gibt, mitzumachen. solange ich meinen schmerz da reingeben kann. ihn zusammenführe. und ihn so sicher verwahre. ohne meinen schmerz keine gruppe. keinen feind. keinen ausschluss. und immer wieder zieht es mich da rein. in die irre. also nirgendwohin. lieber feind. wer bist du da, in der macht meines sagens? meines konterns, meines absprechens? in meiner verzerrten wahrnehmung von mir und dir. in diesen vexieren. und mein schmerz ist, dass ich dich anders sehen möchte. und nicht weiß, wie! bitte transzendiere die vexiere!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s