ich mache mich exemplarisch

dies ist der tanz, der schon vorbei ist. wir graben noch löcher. wir verbarrikadieren noch geheimnisse unterhalb. wir schaufeln noch wie die blöden, um das tageslicht zu sehen. es zu halten. aufzustehen am morgen. mit der ungelösten gewalt noch klebend. eine ungeträumte, die durchaus präsent ist. die immernoch unterscheidet zwischen mir und dir. die immernoch zählt und aufrechnet. und sich herausstanzt. ich mache mich exemplarisch. und selbst wenn wir hier sagen — „das kennen wir schon und wollen wir nicht. hinfort! es werde licht!“ — im exorzieren / wäre es am trügerischsten, unseren status zu leugnen, in welchem das alles zugleich wirklich ist. der mechanismus der selbstzerstörung mit dem licht, das von allen seiten heranschleicht wie eine gewandte katze. die jede ritze nutzt. jedes freiwerdene löchlein. jede stelle im stoff, dessen muster sich abrollt. um hindurchzubrechen. und wir ziehen fleißig am faden. zucken mit unseren heissgewordenen händen zurück, wenn das zu groß ist. wenn die angst zu groß ist. weil wir hier zu lieben immernoch mit schmerz gleichsetzen. und hier ist feuerfeste kleidung eine unbrauchbare strategie. oder gewöhnung. denn versicherung und kontrolle binden uns an die angst. sie sind die verbindliche zusicherung. und ich packe das aus und es fliegt ein schwarm schwarzer vogeltiere heraus und du sagst: dies sind deine schuldmythen. und sie fliegen von dannen / sinnbildich. ich meine, die bilder können weggelegt werden oder hinzugefügt. das ist ein trostpflaster. was es für wunden verdeckt? ich will dich zerfressen. dir zuhören bis zum letzten übrigen satz. dich mit haut und haar verschlingen / dich sehrwohl vernichten. was ist das für ein verdrehtes bild. ein schatten-szenario. ein lippenloser libellenflug. ich kann nicht umhin, dich zu zementieren. und ich kann mich nur täuschen. mit flügeln von dannen. auf den bergdolden. dem chicoree-flügelschlag. ich bin übermannt. rechts aussen und instabil. eigentlich geistig und ganz dafür. wo willst du hin? das sanft brechend. das versprechend. ich kann dich nicht hören im auftrumpfen. bewache deinen wachschlaf. wo willst du hin, wenn du gehst? welchen fallen weichen wir aus? welche muster balancieren wir entlang? gehen wir beide entgegengesetzt. rücken an rücken, den abstand vergrößernd. und die sprache fliegt hinter uns her in ihrer bitte. ich meine, wir fliegen davon. wo wir uns vertecken um gefunden zu werden. sie kann nicht versiegen, die lieblichkeit von sonnentropfen. von weihwasser. ich bin diese wiese, auf der du wandelst im alltäglichen grab. sei liebkost. sei befürwortet. ich wach über dich. bin wach von dir. bin bewandert und vervollkommnet. bin der abfallende tropfen deine schmelzzunge. deines lippenlieds. du heiliger. du holdiger weizen. wenn du gehst, nimm mich mit ins feld. trage mich hinein in die lippen. wo ich wanke und zusammensacke und es mich überrankt. wenn die weitschweifigen lichter folgen. wenn die gräber ausgehen. wenn die alten sagen stimmen. wenn das ein ende hat. das versiegende sagen. das trotten. bin ich wahr wie du.

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