weil dieser text der sichere ort ist

wie das feinschleifen eines gröberen steins. die widerholte bewegung auf selber stelle. es wird feiner. behutsamer. sanfter. im grunde ist der grad unbewertet. es gibt kein maß. keine unterscheidung. gerade das wird glätter. in ein wohlgefallen der dinge. der hautoberflächen. wahrnehmung kann neutral sein. sie trägt nichts mit sich, wenn wir ihr nichts beigeben. erfahrung weglassen. vergangenheiten. und was steht da im raum, wenn es bloß ein betrachten ist. also, was wird gesagt? was findet statt. ich meine, wir bewegen uns in dieser zähen masse. verfehlen uns irgendwie. aus einer leichtigkeit heraus, die noch in schwere verpackt ist, weichen wir einander aus. all die statements & beschreibungen usw., die paratstehen, sind nicht mehr gültig. sind längst vergangen und gehen kaum über die lippen. in einem weggehen. in einem hinkommen. ich meine, wir stehen fast mit leeren händen da. am grat entlang immernoch. eine neue sicht, die schon längst da ist. sich platziert. und mein raum, der sich entleert. ich schaue zu. ein wenig die hand vorm gesicht in latenter nervösität. etwas geschieht. und ich stehe recht verloren herum, wenn es so leer wird. bin ein blinder passagier. ich stehe da drin, im geschehen. und tue mir schwer mit der ansicht. und damit, tatenlos zu bleiben. in der verschwommenheit einfach stehen zu bleiben. nicht zu fragen, was kommt. während der ganze tand zu allen seiten ausläuft. das ist zäh und unangenehm. und die zeit geht langsamer, weil all das so genau von statten geht. während die kleinsten geräusche hörbar werden. die kleinsten gesten sichtbar. ich kann sie kaum benennen, geschweige denn, ihnen eine bedeutung geben. die genau hinsehende sprache spricht unglaublich langsam, wenn sie nichts abspult. und trägt den drang in sich, ganz zu versiegen. was in der lautstärke nicht wahrnehmbar war, wird jetzt wahrnehmbarer. das ist noch so fein. und jedes zu starke wort könnte diesen raum aus glas brechen. eines, das zu gewiss ist. das über die unsicherheit drüberbügelt. denn in dieser unsicherheit ist das türchen. der kleine eingang in ein reich. hierhin kann ich nichts mitnehmen. keine gewissheiten. hier bin ich so still. und wie geht sagen, wenn ich so still bin. wenn das einzige sagbare ist: alles geschieht. alles ist da. wenn alles artikulieren es weder genauer noch anschaulicher macht. im gegenteil. damit gehe ich immer wieder weg davon. und wenn ich es merke, wieder hin. dies ist der zwischenraum. in dem das sagen und das nichtsagen nebeneinander stehen. bis hierhin ist alles sagen gewaltätig gewesen und war ein verfehlen. und hier wird das sagen nichtssagend. es wird fast schweigend. und es verschweigt nichts mehr. lässt nichts mehr aus. ich meine, ich sähe etwas. und etwas geschieht. ich habe tomaten gesäht und jetzt sind so viele bucheckern da. das ist so reich, was da ist. wissen wir ja. das sagt man so. das ergebnis ist schon da. mit dem sähen. ich meine, ich will mich wiederspiegeln in allem! in endloser spiegelung. und dieser text scheint eine gegossene form zu sein. er ist das, was alt ist. was übrig bleibt, was immer noch da steht, während ich weitergehe. wenn ich leerer weitergehe, weil dieser text der sichere ort ist, der aufbewahrung von irrtümern. er gibt eine störung wieder. ist zeugnis eines herumstocherns und herumstierens. eines immer neuen verfehlens. und vielleicht verfehlen wollend. das ist okay. der text ist vergangen und spricht zugleich aus einer zukunft, die ich nicht kenne. er geht seinen eigenen weg. in seinem eigenen wissen. er gestaltet sich unter meiner freigewordenen hand. er ist eine nachformung. steht schon längst irgendwo. in noch klarerer form und einschließlicher. als urtext. als der eine text. und ich meine, dieser ganze text geht von einem ursprung aus. er umspielt einen ursprung. und ich finde an jeder stelle bruchstückchen desselben sagens. widersprüchlichkeiten, welche sich zu eindeutigkeit wandeln. und ich frage dich, was fangen wir damit an? was machen wir jetzt damit?, und schneide dir das wort ab. garnichts, sagst du. und immer noch weniger als das. ich meine, das tropfen von den blättern der bäume ist noch zu hören, während die sonne schon begonnen hat, das wegzubrezeln. es ist so alt. es ist so neu. ich kann das nicht fassen. und die stille ist nicht still.

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