wenn ich sage, dass du heilig bist

darüber schreiben ist immer noch, sich zu entfernen. wie kann ein wort gegenwärtig gelten? wie bleibt es ewig stehen. und das ist immer der gleiche spalt. immer die gleiche entfernung. das entweder oder. ich meine, ich bin das alles. es gibt da keinen widerstand. keinen abstand zwischen mir und allem, was ich sehe, zwischen allem was ist und mir. und dies lässt sich nicht verbildlichen, nicht verwörtlichen. zu schreiben, bleibt der versuch, auf der sicheren seite zu stehen. im sicheren stand. im besseren wissen. nicht zu springen. oh wie fest klammere ich mich an diesen text. an diese sätze. auch wenn das schon nicht mehr trägt. und wie schwer gehen mir die einzigen worte immernoch über die lippen, die stehenbleiben. die tore. wie viel peinlichkeit ist in ihnen. — wie leichter lässt sich sagen, dass du der christus bist, als das ich es bin. und wie leicht es mir fällt, das immer wieder abzuspecken, mit meinem schlichten minimalismus zu radieren. der das löscht. der allen kitsch löscht. der alles entfernt, was unwürdig scheint. der diese bilder umgeht. am ende ist da nur scham und schuld, die noch davor stehen bleiben. die wir immer noch rechtfertigen. an die wir uns immernoch gebunden fühlen. in einer loyalität und konsequenz. einem märtyrertum. und das sehen wir in allem. finden wir in allem wieder. unsere blockierung, hier noch größer und noch weiter zu denken. das zu erwägen. allem widerstand, aller verteidung, liegt ein angriff auf uns selbst zugrunde. dass ich dich verkenne. egal, welcher körper du gerade bist. dass ich dich verliere. und mich zugleich. wo wir immernoch die bilder hochhalten. die täuschungen und illusionen der vergangenheit verwirklichen. zu gewagt wäre es, zu springen. in eine gewissheit, die uns völlig unbekannt ist. in ein vertrauen, welches unendlich ist. zu gewagt. wenn ich sage, dass du heilig bist. dass ich heilig bin mit dir. dass du unglaublich mächtig bist. und ich mit dir. wenn ich sage, dass wir das so was von wissen. es ist fast aberwitzig, mit welcher vehemenz wir uns sträuben. ich mich sträube. in einem abschütteln aller ewigen gedanken. aller heiligen gedanken. aller mystik. um auf dem teppich zu bleiben. welcher teppich? dieser, der gerade sein muster verwandelt, dessen stummer ton eine synfonie wird. wo auch immer ich aufschlage, find ich dich. find ich mich. in allen dingen. in dir. in deinem ist meins. das ist so vollkommen ohne trennung, so kaum erwägbar. aus so großer scheu. aus so großer lächerlichkeit und peinlichkeit. wer bist du? wer bin ich? wenn alle, aber auch alle bilder wegbrechen dürfen. wenn sie zu den trümmer werden, die sie sind. wenn sie nur noch dienen, zu erkennen. dass ich sie machte. dass ich sie zwischen mich und dich stellte. dass ich den raum machte dazwischen. in dem ich mich nun selbst verlaufen habe. und der weg nach hause geht über dich. über jeden von dir.

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