Über das eine Selbst hinweg

Die Nutzbarmachung verliert das Nützliche. Die Idee von Produktivität vermisst das Produktive. Verweile, sagst du. Halte die Inspiration aus. Nutze sie nicht. Die Inspiration ist der gegebene und dauerhafte Zustand. Sie ist kein Zweck und kein Mittel. Nicht im Tun ist das Problem. Sondern, dass wir etwas Umsetzen. Wir stürzen uns in eine Umsetzung, verlassen den Raum. Es herkommen zu lassen. Herantreten. Es heraufschwellen zu lassen. Dieser Vorgang ist einer des Etablierens. Beständigkeit entsteht nicht durch beständiges Tun. Es ist kein Aufrechterhalten von Umständen. Kontinuität ist eine innere Haltung. Sich zu halten. Den Atem klingen zu lassen. Den Lebensatem in Alles hineinfließen zu lassen. In jede Bewegung. In jeden Gedanken. In jede Handlung. Wir sind sein Körper. Seine Hände, seine Sprache. Wir sind Innen wie Außen. Was zu tun ist, ist aus dem Gewahrseins des Sein heraus zu tun. Dieses Gewahrsein ist die Grundkonstitution. Aus dem Sein ohne Gewahrsein entsteht zwangsläuftig ein Kämpfen, welches eine Suche ist. Gewahrsein bedeutet nicht, etwas Bestimmtes zu denken. Es bedeutet, dem Sein Innezuwohnen. Das Gewahrsein ist von sich aus gelassen und natürlicherweise in Übereinstimmung. Es kennt keinen separaten Willen und kein separates Tun. Alles, was wir ohne das Gewahrsein tun, und dessen Folgen, verweist uns letztendlich auf die Gewahrwerdung. Alles, was wir im vollen Gewahrsein tun, drückt dieses Gewahrsein aus. Über das eine Selbst hinweg. Welches nirgends gesondert existiert. Kein Detail hat seine Quelle verloren. Alles Herkommen ist ein Hingehen. Die Zerrbilder der Welt sind Ausdrucksformen. Ich kann mich auf jeder Ebene darin ansiedeln. Und jede Ebene führt ins Gewahrsein zurück. Selbst in der direkten Formsache, in welcher die Trennung der Dinge maximal zu sein scheint, die Unterschiedlichkeit maximal. Dort vereint es sich wieder. Dies strebt von sich aus nach Vereinigung. Es ist das Gegenteil von der Idee, automatischer Zellteilung, welche die Fortsetzung einer Fehlannahme ist. Immer weiter von uns Selbst wegzugehen. Die Spaltung als Urzustand zu akzeptieren, verrichtet weitere Spaltung. Spaltung ist ein Trugbild, welches davon ausgeht, dass die Quelle verschieden sein kann. Die gemeinsame Quelle zu leugnen, bedeutet, meine eigene Quelle zu leugnen. Meine eigene Quelle zu leugnen, bedeutet, quellenlos zu sein und andere als quellenlos zu sehen. Dies ist ein verwirrter Zustand, der jedoch abermals verlässlich zur Quelle zurückführt. Das ist die eigentliche Resonanz. Immer zur Quelle zurück, die nicht wirklich verlassen werden kann. Nur das Gewahrsein schaute auf die Idee eines Spalts, und reproduzierte diesen Spalt in sich selbst und aus sich selbst hinaus, wo es daraufhin begann, nach Ganzheit zu suchen. Dies aber war eine Prognose nur in der Sicht. Es fand seine Ganzheit an jeder Stelle des Zerrbilds wieder, welches auf sie zurückwies. Da war nur eine kleine Bereitschaft, seine fixe Idee von Spaltung zu öffnen. Und weil es nur eine Idee war, so eröffnete diese Bereitschaft seine gesamte Ganzheit wieder. Siehe, „Ideen verlassen ihre Quelle nicht.“ Wir finden uns überall und in Allem wieder. Nirgends wechseln wir tatsächlich die Richtung oder verlieren uns Selbst. Weil unsere Quelle geeint ist.

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