die diagonale

„once I had a dream I was falling from the sky / coming down like running water“ the war on drugs

„in dem moment nämlich, wo man das ernst nahm, sich also nicht mit ein paar zaubertricks rettet, dass der junge rein und wieder raus gelangt.“ michael ende

das ist die welt. die leicht geschwungene linie, die sich durchzieht / als diagonale. vielleicht leicht erzittert. das ist die nahtstelle, sagst du. das zusammengewachsene. wir gelangen in die nähe eines ufers. das ist nicht das ufer, welches wir von fern erspähten. es ist immer das andere ufer. immer das nahe. und auch dieses weisst die linie auf. ist fein durchzogen von ihr. das ist das merkmal. die absprache. die geschichte ist unendlich. die geschichte ist alt. ich höre sie auch durch deinen mund. weitergelobt. au ja. zwick mich mal. was träum ich und was träum ich nicht. das alles, sagst du, ist superreal. ist surreal. ohne vorzeichen. ist schon einmal gedacht. ausgedacht. durchaus forciert. nicht weit weg. sondern hier. direkt in der magengrube. da weisst du das auch genau. da ertappst du dich / auf frischer tat. da dämmerts. das unverdauliche. da dreht sich das im kreis, wie du denkst. ach, bin ich müde. vor lauter schlaf. ein irdischer unendlicher schlaf. in der unendlichen geschichte. des unendlichen träumens. ich träume diese distanz. diese unterscheidung. die unvereinbarkeit. alles das ist da, sagst du. ist zugleich da. der konflikt ist da. und er entpuppt sich als keiner, sobald ich das merke. wie die pole verschmelzen. wie die seiten spiegelverkehrt dastehen. eine wie die andere. die richtungen, die ich einschlage. in denen ich haken schlage. meine spur verwische. führen zum selben ort. es blubbert. es juckt. macht nervös. ist aufregend. am ende der welt. der uralten welt und ihrer krümmung. ihrer einen silbe. willkommen, erdenjunge.

einer unversuchten sprache

Bildschirmfoto 2020-05-30 um 07.48.45„selbst, wenn du nicht glaubtest, was ich hier schreibe, siehst du, dass ich dir dies schreibe. du berührst es, du berührst die karte, meine unterschrift, den körper meines namens, mich — und das bist doch du, die jetzt eben hier …“ jaques derrida

das ist eine chiffre. ich schrieb an dich und es sagte nichts. das amulett ist ohne dich amulettlos. das, was geballt ist. von mal zu mal, von mund zu mund. gerede. ein abweichen von der route. alles, was wir sagen, ist ein drüberlegen. wenn ich es nicht mit dir sage. das gegenteil zu vermeiden. den offenkundigen widerspruch. und unter dieser ebene und ihrem schwanken nach allen seiten. mit aussagen, die keine aussage machen können. in der alles, was ich sage, gleichermaßen ungenau und unbestimmbar ist. und darunter, die brüchige oberfläche von rharbarber-baisé. köchelnd in einem fieber / die netzhaut der sonnenoberfläche. die kochende sonne. und wie du das liest. wie du es nicht liest. unnahbar oder nahbar. ist es körperlich. das pulsieren der offenliegenden organe, der völligen verwundbarkeit. du sagst, du schaust auf bilder. schaust auf mein bild und ich auf das deine. so lange währt die dissoziation. bis die widersprüche und widerstände kollabieren. vollkommen haltlos, nur wegbrechen können. und dann zerschmilzt du in dem magma meiner sprachlosigkeit. einer unversuchten sprache.

ich setze dem wahnsinn eins oben drauf, indem ich versuche ihn zu denken

die welt ist „ein ort, dessen sinn und zweck es ist, ein zuhause zu sein, wohin die, die behaupten, dass sie sich selbst nicht erkennen, kommen können, um zu fragen, was sie sind.“ kurs

weisst du, wieviel …? du fragst, was du bist. und wielange schon irre ich umher. ich habe ein geheimnis. schreibe dir memoiren, um etwas zu vertuschen. ich will dich täuschen. ich mißbrauche die welt zu meinem vorteil. ich setze dem wahnsinn eins oben drauf, indem ich versuche ihn zu denken. hier ist mein irrtum. hier ist der ort der frage. hier suche ich. drehe jeden stein um. und verfolge ziele. und mein bauchnabel trägt ein amulett aus blut. das ist nicht neu. das ist absolut willkürlich und unüberlegt. doch wie leicht ist der sprung, es ist nur ein satz, von einem irrtum zum nächstwahreren irrtum. oder von einem irrtum direkt ins ziel. was ist das ziel?, fragst du zurecht. das ziel ist, die angst vor dir zu verlieren. und damit die angst vor mir selbst. und ich irre mich wieder damit. wohin springst du dahin? über stock und stein. du verlierst dich. ich verlier dich. deine spur. immer noch näher. jedes wegspringen ist ein herkommen. wenn ich also da stehe und sage, dass ich mich irre, was geschieht in der sache und daraufhin. wenn ich das nur noch vollstrecken kann. und alle anstrengungen dahingehend aufgebe, alle zuwiderhandlungen. zuwieder was?, fragst du weiter. einer natur zuwieder. einer innewohnenden gewissheit, die keine fragen mehr stellen will. ausgefragt, sozusagen.

blanko

es vermischen sich alle vogelstimmen. dieser text ist nicht persönlich. wir kreisen um die stelle, umrahmen sie. und sind längst da. nicht nur nah dran. und in diesem kreisen ist eine langeweile. die müdigkeit des ewigen. in der zentrifuge eines statischen rands. und wir halten nicht an da drin. ganz egal, was unsere körper tun. wo aktivität stattfindet. die begleitmusik der schritte. das geleit. wir kommen über neue umwege auf ein- und dasselbe zurück. alles führt zum selben punkt. wo das unendliche / das bodenlose mit dem boden zusammentrifft. geradezu verschmilzt. das ist dieser moment. jeder moment. er ist es sowieso. und in allen umständen. da, wo du stürzt oder abhebst. ob du den boden erwartest oder ihn vergisst. du bist da, wo der kontrast ist. es scheint immer der kontrast zu sein. der bei genauem hinschauen kein kontrast ist, sondern eine absolute übereinstimmung. von aussen und innen. von form und geist. wenn ich sage, dass du träumst, ist es das, was ich meine. gestaltung beginnt aus dieser freiheit heraus. im loslassen von gesetzen / des gültigen rands. frei vom denken in begrenzung. darüber, wer ich bin (also war) … frei von der identifikation. und dass in dieser konzentration, dem zusammenfließen der vermeintlichen pole, die weite aufgeht. als option. und ich brauche nichts zu tun. aber ich kann alles tun. und das ist das spiel. das ist das unerwartete. das poetische. die zusammenhänge und erfahrungswerte heben einander auf. die ideen werden frei. ganz blanko.

das danebengreifen

die sehnsucht nach dem wunderkraut der blauen blume. dem heilsamen. romantik ist kein ziel. romantik ist das spielbare / das variable, das geschehen kann, wenn die ideen wegfallen. das notenspielen. die geschichten. romantik ist ein hack dessen. ein anhalten da drin. sehrwohl ein liebesspiel. diese weltumgebung, die ein gedanke ist. ein einziger kurzer gedanke von isolierung und begrenzung, gewaltig aufgefächtert und vervielfacht / ein verselbständigter konflikt. ein irrer traum. ein wahnsinn. das auszuspielen. das ist keine neue ideologie. es ist die abwesenheit von ideologie. das danebengreifen persé. und wir, die wir diesen gedanken träumen, der uns so lange und unlösbar vorkommt, während wir den eingang zum kaninchenbau verpassen und verpassen / das weiße kaninchen mit den roten augen und der uhr, das an uns vorbeihuscht in jedem einzelnen moment / wieder und wieder daherkommt / oder immernoch / in seinem move. immer einen tick zu spät / und zugleich just in time. wirkliches verpassen? oder erhaschen wir ihn stets, den augenblick, den eingang, in unserem kleinen gefummel damit … immer einen gedanken entfernt, sagst du. einen gedanken davon entfernt, dass die welt nicht ist. die welt: ein gummistiefel, aus dem ich heraus trete. aus der welt, die ich zusammenballe mit meiner ganzen geisteskraft. romantik ist die anziehungskraft / die neugierde! romantik ist die absichtliche geschichte, die ich dann erfinde. du sagst, hüte dich vor den bildern, die repräsentieren sollen. die sich immer wieder zusammenraffen und projizieren. ganz ohne bilder scheint es nicht zu gehen / so ganz ohne ideologie. derweil, die bilder können bedeutungslos sein. und damit sind sie nicht egal. aber ich suche nichts in ihnen, bin schlichtweg unversehrt. immerzu. es hängt nichts dran, an ihnen. ich hänge nicht dran. dann ist das nur ein ausprobieren. und ein solches erkennen kann nur als wahnsinn im bestehenden wahn daherkommen. sich als ungefährlich anschleichen. romantik ist die perfektion, die immer schon parat ist. die ich nicht vervollständigen muss oder herbeiführen. das erfinderische. der unterschied, ob ich stiller teilhaber bin oder der avatar höchstselbst. ich bin frei, sobald ich verstanden habe, dass ich das schon immer tat. das erfinden. das erzählen. das ausdenken. und wahrmachen. bisher hielt ich mich an die vergangenheit. und was bin ich wirklich? das, was kein ende hat und keine begrenzung / was keine idee sein kann. du sagst, du magst keine abschiede. keine szenen. keine zeremonien. bis gleich, sagst du. oder bis dann. in der nächsten begrüßung. lass uns da drin stehen bleiben. da ist kein fortgehen und wiederkommen. was ist das für eine stelle, der abschied. das scheinbare auslaufen des augenblicks. einer, der aufhört und als ein nächster beginnt. da ist keine unterbrechung. kein ende. da ist nur eine grundsätzlich aufgestaute erwartung an das augenblickliche. ein gefühltes hinterherhecheln und haarscharfes verpassen und die enttäuschung da drüber. und in diesem eingeständnis der farce, da ist es: das spielbare. das kaninchenloch. so komm ich dran an die romantik / an die schönheit, die immer schlicht ist und ohne übertreibung. im auftauchen da drin. im gelingen! dass wir nichts bestimmtes tun müssen. und nichts vorhaben damit, ausser das. du bist mein stellvertreter. das kaninchen, das an mir vorbeläuft. der andere, der auftaucht vor dem anderen anderen. da bist du ja schon. der eine andere. der eine. wieder da. immernoch da. ich muss dich nicht erreichen. keinen abstand zurücklegen. keine zeit füllen. romantik ist, all das loszulassen und mit leeren händen und mit leerem hirn aufzukreuzen. hör mal / den regen jetzt / wie er reinkommt. so auf den punkt gebracht. der eine mögliche versprecher. und du sagst: genieße es. und ich frage: wie geht das? wie genieße ich? und du sagst: indem du das liebst. das ist stabil genug!

das entfacht sich

so lange auf der flucht. im versteck. vor dem leben / vor gott. vor häßlichkeit und unpoesie. aus einer unlust. du sagst, du seist ein verräter am leben. dein schreiben sei es. du seist verbannt und verschworen. du habest schlecht geträumt. totgeweiht und bedroht. kühl angehaucht. in der geisterbahn, sagst du, zwischen aprikosen und viren / zwischen anfang und wüste. und der halt auf verlangen. das anhalten. mit fiori / dem geschmack der blüte. und wo wir da sitzen im allabendlichen. in einem gemächlichen pulsieren. ich merke, dass die poesie mein eingestelltsein ist. nichts davon ist schön ohne mich. das entfacht sich. und es ist egal, was ich tue. was du gerade tust. was da ist. ich schaue mit einem anderen sinn. dem einzigen vielleicht. du sagst mir deine träume. und ich sage dir, keiner davon ist wirklich. inklusive diesem hier. dieses abends. wie schön wir uns das eingerichtet haben. frohlockend! verabredet in der zeit. verbarrikadiert in schlössern. du musst das nicht allein tun. da ist die oboe! was bist du da drin? was davon. in all den bildern und nuancen. unterdessen der rasenmäher oder die nachtigall. mal es dir aus. der boden ist erschüttert. entmachtet. ich sage dir: du bist das alles! mit mir. nicht, dass du wegen mir nicht allein bist. das wäre zu wenig. du gebetteter. geliebtes kind. all dein zucken. der versatz im tanz. mitten im tanz. es ist schön! ich sehe dich inmitten in diesem zurückhaltenden blick. der nur streift. dass du ein aufschauen vermeidest. dein erwägen verachtest. du bist da! du kannst es mir glauben. du bist wirklich. und berührtheit ist absolut. zielgenau. wo sie hinwill. ins wirkliche. ich schreibe meinen tanz. ich schreite in einem zirkel. in einer nervösität. einen schritt an den anderen reihend. reigend. näher. ferner. gewendet. und das ist der cut. unterbrechen ist nicht möglich.

so fest sind sie nicht

du fragst: welche zahl ist die letzte / mit welcher zahl hört das zählen auf. und du sagst, die welt zählt. sie zählt bis zuletzt und darüber hinaus. wo zählt sie hin? und mit dem zählen das zahlen. das ausfindig machen. ich habe dich gesehen, stehend am gewässer der berge. du hast dich gebückt und geschöpft. und du trankst aus diesem wasser aus deinen weichen händen. und nun bist du schon knöcheltief unter ihm vermengt. und eingeboren. nichts hält dich mehr am zähen ufer, du gehst schritt für schritt und letztendlich lässt du dich fallen und schwebst. du sinkst hinein. und alles löst sich auf in dir. du bist für diesen moment frei von ideen. was machst du, wenn du so frei bist, womit fängst du an? vielleicht probierst du die weite. vielleicht reicht das schon. es gibt nichts, was dich stören kann. was dich in der begrenzung hält. vielleicht hast du müde augen und einen müden sinn. das ist okay. heute nacht in einem traum habe ich vergessen zu schlafen. ich blieb wach, ohne es zu merken, mit dir. und dann war morgen und der normale tag begann und erst da merkte ich es. es wurde nicht dunkel und es wurde nicht hell. es war ein moment von einem zum anderen. du sagst, gedanken verlassen ihre quelle nicht. ich hielte das aufrecht, was ich immernoch sehen will. diese welt, durch ein fernrohr. mit müden augen. und die augen des kindes? seine frischen erfrischenden augen. eine romantik des blicks, der neu ist. des unwissens und der unschuld. noch kein fehler ist begangen oder beigebracht. wieder romantik. vom heilen ort. vom heilen sein. vom heilsbringenden. ich bin da. wie sehr kann ich das wählen? wie groß ist das verlangen in der waage mit der angst, das loszumachen, was sie denkt? die festvertauten knoten lösen zu lassen. so fest sind sie nicht! du sagst: wo bist du? bist du da? du kommst im rechten moment. und ich schaue dich an von dort. von hier aus. ich bin da. näher als neben. näher geht nicht. ich spreche aus dir. es ist dein mund, der sich bewegt, wenn ich sage: das ist es, was ich will. was ich immer gewollt hab. in aller suche. du sagst, alles geht drunter und drüber. die ideen spielen verrückt. es ist ein immenses chaos. ich weiß nicht mehr, wie zu denken ist. ich verliere es, das denken und doch ist es noch, ist es mir lieb, jenes spiel. und dieses spiel ist mächtig. gedanken verlassen ihre quelle nicht. und wenn du ganz ehrlich bist, wenn du ganz ganz ehrlich bist, erkennst du deine urheberschaft. das ist ohne schuldschein. ohne dramaturgie. das ist wie ein schlechter scherz. eine mißlungene pointe. ein kinderspiel, welches sich verrannt hat. das läuft einfach aus. es switcht um ins elementare. was hälst du von deinen ideen? und alles, was stört / alles, was daherkommt — die wahrnehmung von aussen und innen ist so überzeugend. ich bin überzeugt von mir und dir. und ich sträube mich, zu erkennen, dass das meine bevorzugte idee ist. (und doch weiß ich, dass das stimmt.) es ist so:, sagst du, vor angst erblindet. es ist schier unmöglich, genau da hinzublicken, wo sie beginnt. da ist ein blinder fleck — weil das fürchten so gewaltig ist. die angst enstammt keiner geschichte. geschichten bleiben unter sich. rechtfertigen sich. halten sich aufrecht. wo ist die angst gemacht? die eine angst: die erwägung, dass unmacht möglich ist / und isolation / und abgeschnittensein, von allem was ist. all die angst und zurückhaltung entstammt diesem blinden fleck. trau dich jetzt, hinzusehen. und da wirst du erkennen, dass sie nicht möglich ist. dass sie nie wirklich war. die welt der angst. das sind geschichten, in angst verfasst und eingefasst. ein bann. was bist du wirklich? was bist du ohne die angst? ohne schranken. ohne die idee der unterschiede von dir und dem wasser … von mir … was bist du da?