dein name

die zersprungenen bilder. sei eines geistes, sagst du. ich erinnere mich, ich habe soviel vergessen. das ist kein neues bild, das sich ergibt. im zusammensuchen der kleidung, der gesichter, aller teile. es genügt ein satz: ich bin es schon. so ganz. ich brauche den ort nicht zu kennen. brauche sie nicht in den händen. am leibe. im gesicht sehen. meine arme, meine adern, mein geist, mein mich bewegen. es muss nicht an seinem platz sein. in irgendeiner ordnung. sie sind schon immer als das eine, das einzige. sind nie ein anderes gewesen oder verschieden voneinander. und im grunde haben wir nichts wirklich vergessen. alle weisheit ist jetzt verfügbar, so wie sie immer war. wie das auge der hallogenlampe. unsere gewalt. geh in die breite, sag ich zum kopfklumpen. master of schwerkraft. selbst er, dieser klumpen mag die tore öffnen. den luftzug. alles ist ausgestattet, alles ist satt von von stößen, satt von den enden. wer bist du? frage ich ihn. dein name, sagt er. der alien in den strassen. vom eichberg aus in den tramperschuhen mit dem matsch an den füßen klebend. ich meine, das beziehen ist das mögliche hier, sagst du. die einmalige chance und so. im experiment der sich erfahrenden körper. immer mehr das, sagst du. und mal so mal so. und mein verballern.

a rose

rose.jpgich meine, das gras beißt, die kuh wächst. und wie wir mit der sprache das gebiet schon verlassen. indem wir gehorchen. wir erfinden das erfundene. holen immerwieder dasselbe hervor aus der hosentasche. als das von allen seiten betrachtete universal-knäuel. alles kann sich auf alles beziehen / sich im kreis drehen mit der sprache. hiermit übergebe ich die sprache an ihr eigenes mundwerk. das gibt es nicht, wo ein wort aufhört und ein nächstes beginnt. wo es ein passendes wort gibt. die sprache, sie ist das kurze mundauf und mundzu. und dazwischen ein laut. und wir sind genau da, wo der laut klingt, wir sind im laut, am laut dran und der laut ist durch uns. in einer zeugenschaft. und der frieden als grund allen bildes.

ist die sprache in ihnen allen genug

ich meine, die abwesenheit von namen ist die aufhebung der krümmung. und was geschieht jetzt mit dem text? mit dem textmachen? der klappernden mühle. während das herz voran pocht. der bach rauscht. der wind kommt und geht. ist die sprache in ihnen allen genug. und das zepter der sprache ist es, das die dinge findet überhaupt. und wenn sie jetzt oft so still ist und selbst lauscht, nur ist in einem kleinen ton oder hauch, hat sie es übergeben, das zepter / und sich so völlig der melodie überlassen, ohne es. sei es das brummen des kühlschranks. die lieder geschehen. die bäche. der wind. und die flamme. es gibt über einen baum kaum mehr zu sagen und zu wissen, als dass er trägt. dass er immer ein baum ist. oder die kuh, die gerade geneigt ist im fressen. mehr muss sie nicht sagen über sich. sie ist. und das ist beruhigend. die bilder / die bögen, sie springen die ideen. und ein wenig wehmut ist darin, diese heimat der sprache, des zündens und sprühens, zu verwandeln in eine abwesenheit von idee und vorhaben. und was wird sie dann, so weich und gefügig. so frei. sie ist wohl sie selbst. und mal dient sie dem gebrauch. mal malt sie. und mal macht sie eine klammer auf für ein räuspern, ein seufzen, ein luftholen, das geschieht. und zugleich ist es sie, die wir niemals verlassen, die uns nie verlässt. die nicht das wort ist. ein anklang. eine empfindung vielleicht. wie sie fliegt so freigelassen. wie ich alles schneide, was ich mit ihr will.

du hast die welt erfunden

nackt zu sein, also nackt zu sehen. du sagst / wir können einander nichts antun. nämlich die feinsten glassplitter zerstäubend / sich prägend in die hand- und fußflächen. im zerspringen des uhrenglases aus hauchdünnem silber / des spiegels und funkels voreinander. die wände, sie seien letzlich nur staub, sagst du / im hindurchgehen. wo der luftdruck die staubwolke über dich und um dich / im aurenstaub / mit siebenstrahliger sonnenkrone. du hast die welt erfunden, die du siehst, sagst du. und mit wieviel zärtlichkeit und schönheitssinn schuf ich sie. du g., den ich heute von allem vorwurf freispreche, den ich an dich hegte. und abermals. und wie wir uns beobachten / aus der distanz. noch gerade eben betraten wir die bühne, flüsterte ich dir die metarmorphosen ins ohr / auf der autobahn. und jetzt stehst du am feuer und starrst in die flammen und fragst: warum gerade ich? in den 22 mails. den 22 min. um 22:22. mit 22% akkuladekapazität. nur zwei schritte. lauter häften. und ihre hüftbewegung / die fanfare.

en passant

„der mönch hat viele und fremde gedanken gehabt und sie waren bei ihm wie eine schar von gästen; da kehrt er endlich wieder zurück (…) und der möch wird licht in seiner tiefe und fühlt sich verschenkt an alle dinge und allgegenwärtig auf jeder freude, wie der glanz sich weiß auf allem golde der welt.“ rmr

du, mein spirit, welcher gestiegen ist in die form / sich zusammenballt und darin sich wandelt immerzu. ob sich mein schweigen kunstvoll in falten legen lässt? zum mund hinaus und in die ohren wieder hinein, die stimmbänder. so sagst du. ich lege dir einen weichen schal um den hals wie einen kranz und einen altarstein unter die füße, der dein sockel sei. verbrenn ich dein kerbholz dir, der noch kein feuer fängt. der noch halb lauscht und hinüberblickt, was geschehen mag. so bin ich auch dein raum. das ist und war der einzige und weitoffene raum. während die tiere an diesem morgen auf dem weißen gras wie standbilder. und immer mehr verwischt sich das du. zurecht tauscht es aus. meint jeden von uns, ohne eine ausnahme. das ist das ‚all in‘, von dem ich mal sprach, das ‚eigentlich’. ohne jeglichen ausschluß. und es ist kein fehler, in der scheinwelt zu spielen, im lebhaften spiel, in ihr ist jede gewünschte rolle spielbar. der ergiebige tonklumpen. und wenn wir hochzeithalten dann jetzt mit dem passanten auf dem podium, und wir erfinden den text, der jetzt gilt und damit für immer. da ist keine prüfung, keine sperre des rechts. wenn wir die wiese heraufrennen oder in den strähnen einer eichenwurzel schutz und zuversicht finden. in dieser bestimmten konstellation des augenblicks. so sind wir damit alles, was es gibt. und das ist beständig. das allein ist der raum und das zentrum der macht / das ganze bild.

vor mich hin

ich nenne dich „was auch immer“. um keine irrtümlichen namen zu nennen. um keine ideen zu reichen. noch getraue ich mich nicht so ganz ohne vorbehalt deinen namen herauszubrüllen, in den weg zu ritzen, in einer tollkühnen weihe. mal flüstere ich ihn leise in ein ohr / mal grinse ich oder summe ihn vor mich hin. schon fast ist dein name das einzige wort, das in allen wörtern spricht / das sich bekennt und verkündet in meiner geläufigen sprache / partitur.

der in allem ist

die neuen geräusche. der tiefhängende nebel. vor dem ausguck. auch ich sei deine gnade, sagst du, der in allem ist, was ich sehe, weil du in meinem geist bist. unser äther. und indem ich dich begnadige, begnadige ich mich. es ist immer dasselbe karussell, welches nur vermeintlich im kreise herum führt, als ein bild von bewegung. denke: es ist bereits vollbracht! / schon „immer bereits so“. und alles ist das lernen = das erkennen dieses einen gedankens, und damit sein unmittelbares verwirklichen.