das schweigen geht schon voraus

das was ich sehe und das was ich denke und meine deutung. meine fänge. realitäten häuten sich. die welt ist sicher, sagst du. das leben ist gut, alain. etwas kommt dazwischen. wie eine platte. ein träger. es ist dieses bestückte lernen. diese verfüllung. wolang ziehen die hyänen. die herden. welche ströme geleiten uns. und wohin. die großen gesänge. die großen klagen. die alten temperamente. lief alles auf dies hinaus? das hier ist endlicher als wir denken. so stehe ich hier auf dieser plattform und schmecke den wind, der von allen seiten herkommt. bleibe im anker. und sage: ding dong. zeit aufzuwachen. es ist immer nur das. worein, fragst du? es ist wie eine schraube, die locker sitzt. ein wischen der hand über ein material. eine fast-berührung deiner haut. und dein schlichter atem im schlaf ist kaum hörbar. aber du atmest noch. es ist wie ein stillstand der zeit. alle zeit zu haben. alle geduld. eine alte tendenz des wartens erinnert noch daran, dass etwas bevorstand. aber nun ist es leer. ist es ausgespielt. ist eine waffenruhe. noch nicht sichtbar. aber ihr schweigen geht schon voraus. die größte lautstärke steht noch bevor. sie wird nur kurzweilig sein im vergleich von dauer. und ihre pointe ist schon rum. ist schon verlacht. und das schweigen trägt dies. und die zeit vergeht.

ex nihilo nihil

„nachdem alles als licht und nacht benannt ist / und das ihrem jeweiligen vermögen entsprechende diesem und jenem zugeordnet ist, / ist alles zugleich voll von licht und von unsichtbarer nacht, / von beiden zugleich, da es nichts gibt, das nicht an einem der beiden anteil hat.“ parmenides

so ist es dieser einwand. gott oder die welt als quelle zu akzeptieren. und was ist schon wahr?, fragst du. und die wahrheit ist: ich weiß nichts von ihr. und darin liegt genug wahrheit. dies ist eine kapitulation! abermals. eine kapitulation meiner eigenen korruption. gott oder keiner?, frage ich dich. und du sagst: keiner, weil ich keinen kenne. und ich sage dir, das ist der totale punkt. an dem die fixe idee startet. und an den sie zurückgeht. kenne mehr und kenne damit weniger. kenne nichts und erkenne alles. das sind spielchen, ich weiß, sage ich. ein zeitvertreib. ein abgrasen aller toter stellen, um wohin zu kommen? zu ihrer aller lebendigkeit. surprise! in allem den funken! weil ich der seher bin. wie könnte das, was ich sehe also nicht von mir sein. und was ist schon wahr? was ist schon schön? so wie ich das hernehme. wie ich es mir vorknöpfe. dass das seiende ist und das nicht-seiende nicht (t’eon, ta eonta / mê eonta). und ja, du lebst. herzlichen glückwunsch! in diesem boot sitzen wir. und dieses leben steht und fällt mit allen plänen. seien es die pläne vom great reset oder aus einer pandemierealität oder die ideen eines großen erwachens. an welchem strohalm ich mich mit meiner phobie auch festbinde. und so lege ich das vor dich hin. meine routen. meine strategien. meine erlösungen. meine investitionen. weil selbst im keinen gott ist.

om so hum

eine frucht für mein herz, sagt friederike. wo immer ich aufschlage, find ich dich. unendlich weit entfernt und so nah wie es geht. inmitten des sturmauges / das auge gottes. und wie es schaut. und ein uralter tyrann dankt ab. lautleise. tanzt den derwischreigen. noch runden lang. und jeden moment neu. jeden moment vorgespult. in aller ruhe. das ist herkunft. das kommt an. geht rein. ich bleibe. und der tyrann, seine offengehaltenen hände, sie bringen nichts. sein eigenes rufen übertönt allen ruf. ich & mein reptil. ihm fällt der löffel aus der hand. einfach nur müde ist es. und alle rufe, sie erschallen und verhalllen noch einmal. und verstummen dann. all das brauchen. das nutzen. das füllen. verstummt. und es wird ein klang. ein vorgeschmack. ein ursalz.

weil es so aufgeht

und so liegt schnee da. und bedeckt das alles. was eigentlich? es ist unbekannt. ich will, dass dies sagen ein löschen ist. ein einrollen der schriftrolle. permanentes auftauchen in einer immer anderen wahrheit. und alles ist aus dem selben stoff. so wie schnee aus dem gleichen material ist, wie das gras oder die baumrinde. im feinen. und wenn ich alle namen weggebe, indem ich sie sage oder nicht sage. wenn ich die bilder in den stillen see der abstraktheit werfe, lasse ich sie frei. und manchmal hingegen ist sagen, es fest zu machen. so erschaffe ich bedeutung. erschaffe ich form aus ihrer eigentlichen neutralität heraus. der neutralität von schnee zum beispiel. von weiß. von ungesagtem. vom gesagtem. und diese neutralität ist nicht etwa langweilig oder langatmig. die leere ist nicht leer. sie ist neugierig, denn sie fängt immer gerade erst an. sie kennt noch nichts. ohne irgendetwas sein zu wollen als das, was immer schon gewesen ist. nichts neues an sich. es bleibt das schälen der mandarine. diesmal als sensation. und das ist ein augenblick, indem zweifel oder zögern unmöglich ist, weil das längst ausgesprochen ist. integriert und eingemeindet in den stillen see. dieser eine augenblick ist eindeutig. eine einzige bedeutung. es findet keine verwechslung statt. meinen und gemeint sein. lieben und geliebt sein. tragen und getragen sein. halten und gehalten sein. lassen und gelassen sein. weil es so aufgeht. was ich habe, hast du. und wir reichen es herum. in dieser illusion des herkommens und hingebens. und was ich auch sage, es tanzt das spezifische. das gebundene, das bedingte. es bleibt symbol. nur das jetzt das symbol nichts mehr auszuschließen meint. es ist das ganze. und zwar jedes einzelne symbol ist das. und damit ist nichts bewiesen. aber es schließt den beweis mit ein. auch er ist zu einem sanften versuch geworden.

ewiglich

und schon wieder alles so alt. schon wieder verklungen. und wie kann etwas länger klingen. wie kann es ewiglich sein, frage ich. und du sagst: es ist unverändert. alle aspekte als ewiger schmarrn. und so ist das nur noch ein durchwinken. ein permanentes bejahen. und da versagt sprache. da versiegt sie. und sie schwimmt. und dieses verschwimmen ist es. löst sich in einem ewigen auf. und dreht sich in diesem strudel hin zum abfluß. und selbst der abfluß gehört noch dazu. zur geschichte. die geschichte ist unendlich. das wolltest du doch, sagst du.

ja, es ist alles gemeint

und ich frage dich, was ist das hier? und du sagst: ein spiel. eine suche. diese welt ist dein ort. und du schaust etwas blind auf die dinge und suchst. suchst dich. und dann merkst du, du bist da in allem. anwesend in jedem einzelnen ding. und das ist es, was es ist. das leben. dein leben. und ich frage: und nun … was tun wir damit? na nichts, sagst du. immer nichts. hier waren wir schon mal. und ratlos stehen wir da. so mit nichts. ohne nichts. oder nenne es „etwas“, wenn du magst. und diese ratlosigkeit ist es, die auch wieder alles schon beinhaltet. sie ist schmucklos. und nichts ist ausgeschlossen. also alles ist gemeint. nicht manches. nicht manchmal. und ich sage „ja“. und ich gebe in die ratlosigkeit alle meine zwecke. gebe in sie meine ganze ratlosigkeit selbst. und was davon ist das gefäß und was das füllende? du sagst: spüre alle symbole auf. alle vexiere. alle unterschiede. und ich finde immer noch mehr zwecke, die anstehen dahinter. oder ist es immer der selbe versuch, alles nutzbar zu machen? die suche aufrechtzuerhalten. das wollen. und ist wollen nicht immer ein fernhalten. und auch das sind wieder ideen. in denen ich mich wiederfinde. und ich brauche nicht zu formulieren, was ich will. ich will, was ich bin. und wie geht das mit dieser trickkiste im nacken. was will sie denn, die trickkiste? auch dazugehören? und ich sage wieder „ja“, auch du. und so legt sich alles hernieder. das ist wie eine kurve in mir. eine form, in welcher sich das beugt, um sich in einem schwung wieder zu erheben. aber es ist nicht mehr das gleiche. es ist nun ohnmächtig. und jede klarheit ist schon die nächste unklarheit. ach, und alle wörter sind auf ein pergament geschrieben. die ganzen fragen. und ich dachte, es gibt nichts mehr zu sagen. vielleicht nur, wenn das schweigen mitspielt. alle fehler. wenn nichts mehr eingeteilt ist. in etappen. in mitwisser. so ist es einsam, sagst du. einsam mit allem. so ist meine langeweile zugleich die abwesenheit von langeweile. und ich lasse auch dieses papier fallen. und auch das hat keine bedeutung. es ist ein weiteres bedeutungsloses stück pergament. zeugnis einer suche. einem verlorensein in den wörtern. und diese bedeutungslosigkeit ist schon keine bedeutungslosigkeit mehr. dieses verlorensein ist schon kein verlorensein mehr. und so darf alles weiterhin gesagt werden und getan. bis nur noch ödheit übrig ist. ödland. ach und selbst das tut wieder dasselbe. und wird vollkommen leer. so ist jede möglichkeit schon alles. wo wir wieder bei musil sind. wo wir wieder am anfang sind. und die welt feststellen. sie weichstellen. immer wieder. und so gibt es im grunde nichts. oder es gibt alles. und das ist sogar egal. so ist in allen wörtern ein wort. ist alle vielfalt ein vielgefaltenes eines. und so ist ein wegwenden und hinwenden. ein weichwerden im hartwerden. in diesem ja. in dieser ratlosigkeit. in diesem warten. in dieser nicht-ratlosigkeit. in diesem nicht-warten. und immer wieder das vorbeischürfen. und wiederaufnehmen der sprache. und das erneute versuchen. und das erneute schürfen und kratzen und auflösen. und so weiter. das endet nicht.

sich weiterträgt

der versuch in rätseln zu sprechen. von meinen rätseln zu erzählen. die sich wie offenbarungen anhören wollen. die gläubig tun und in sich nichts bergen. nichts weiter als weiterhin desillusionierung anstreben. in meiner beirrung. und ich denke an wagner. sein symbol. und denke: die literatur, welche liebelei! und ich gehe immerwieder auf los zurück. kehre zurück von anwandlungen. die literatur ist die liebe zur gegenwart. die gegenwart in allem. in ihrer zuwendung. in ihr mich zuwendend. fürs gemüt ein wenig chormusik. und wenn sich etwas weiterschiebt, sich weiterträgt, so ist es die stille im raum. es gibt nichts zu beschreiben hier. nicht weil du es bist. oder weil es irgendwer ist. und wieder will ich das mißbrauchen. denke, dass du das tust. dass ich es nur mit dir tun kann. in spiel oder echt, sagst du? im spiel oder nirgends. also da. und im kreise herum. und die kerzen leuchten ein licht. was es bedeutet? es will nichts. und so abwesend und anwesend. wo denn bitte? und da fängt erzählung an. in diesem sagen, in dem nichts mehr zu sagen ist. dem sagen, in dem nichts mehr wegdriftet.

lichterloh

stalker_movies_film_roadside_picnic_2100x2000_wallpaper_Wallpaper_1920x1200_www.wall321.com_-640x360bevor es nicht lichterloh brennt. nicht lichterloh in mir. ohne ein fünkchen anstrengung. hör ich nicht auf. halt ich nicht still. ich meine, ich, das einstige staubkorn im universum. der flügelschlag des schmetterlings. schrödingers katze. sie alle. exemplarisch. die ursache des universums höchstselbst. und wenn in diesem staubkorn das gesamte universum enthalten ist, wie groß ist dann das staubkorn? und können wir es noch als solches denken. so kleinlich? hilft das? für was, fragst du? ich meine und ich meine und ich meine. es ist schon fertig, das ganze erwachen. welches erwachen? zu mir, sagst du. zu dir. in deinem meinem bewusstsein will ich meine bedenken schwenken. es ist schon fertig, nur dies eine zögern fragt noch: und was wenn nicht? das ist der stand der dinge. dieser eine zweifel hält uns bei laune. denn wer denkt das hier? wer denkt hier manifest? wessen projektion ist das hier? wer ist der veranstalter? wer wählt hier? immer der der fragt, sagst du.

und ich weiß nicht, ob ich dich mitnehme oder du mich

wer bist du? frage ich. solange bin ich nicht zuhause gewesen. ich habe mal erdbeeren gepflückt. die finger ganz rot. solange ich noch feindschaften pflege. noch unterscheide zwischen einander. die anziehungskräfte. die präferenz. was ist das für eine auswahl? wen schließe ich aus dabei? warum kann ich mit dir nachhause gehen und nicht mit anderen? was ist das für ein angebot, das ich dir mache. wozu lade ich dich ein. wozu lade ich nicht ein. schließe heimliche verträge. blende etwas aus. mache vortäuschungen. erstelle rahmen der absonderung. und vermeide etwas. und verheimliche. was sind das für tricks? hausgemacht. welche vergangenheiten wirken noch nach. welche situationen. ich schleppe sie mit. ich meine, zu dir kann ich ohne etwas kommen. vollkommen geleert und offen. in einer leere. in einer liebe. ist die leere liebevoll? ist die liebe leer? und ich weiß nicht, ob ich dich mitnehme oder du mich. und ich sage mir: ich will nur noch das tun. ich will nur noch mit jedem nach hause gehen. und das ist gewaltig. es ist zunächst ganz dunkel. und unangetastet. eine langgehegte idee. mit spinnweben überzogen. dermaßen durch einen schmutz gezogen. eine große anmaßung. aus sicht unserer verkleinerung. indem wir uns verkleinerten, wurde sie umso anmaßender. und sie wäscht sich nun rein, die idee. je mehr ich sie hinspreche. wird sie immer edler. und befürwortet. ich meine, erst wenn ich wirklich leer sein kann, kann ich dich sehen. erst wenn ich nicht mehr ich bin. nicht mehr dieses ich, das alles schon weiß. alles schon kennt. in diesem willen. dem wollen. nämlich mit gewaschenen augen, wie du sagst. leer ist die liebe. leer von der vergangenheit. von gedanken. von der anziehung des schmerzes, des wehtuns. wo ich mir wehtun will. und dir. und dies ist, als würde es niedergelegt werden. es wird sanft niedergelegt, wie die niedergelegten waffen, die ich zückte. meine reflexe. angriff ist eine austattung geworden, ein fetisch. und ich lege das nieder, womit ich mich rüsten wollte. und es geht ganz leicht, weil die anziehung viel größer ist plötzlich, nachhause zu gehen. weil mein teil diese kleine bereitschaft ist. die idee, dass es gehen könnte. das erwägen. dann geht es ganz leicht, wird getan ohne anstrengung. und dann ist es ist ganz fein und weich alles. nichts hartes ist mehr da oder gewaltvolles. alles angespannte weicht auf. jede zelle entspannt sich.