RESET

„felsen waren da / und wesenlose wälder. brücken über leeres / und jener große graue blinde teich, der über seinem fernen grunde hing / wie regenhimmel über einer landschaft. / und zwischen wiesen, sanft und voller langmut, erschien des einen weges blasser streifen, wie eine lange bleiche hingelegt. / und dieses einen weges kamen sie.“
rainer maria rilke

im mondschatten, in der weitgeführten spirale / weit vor dem portal. in der wüste, sage ich, die sich erschaffende gestalt des weges / denn des weges unkundig. und das weisende irrlicht in der hand. aber in diesem schutzkreis, dem schimmer seiner aureole unter freiem himmel schwebend. ich meine, leicht / zwischen dem alten und dem neuen mond / im ewig sich drehenden rad / in den wachträumen des siebengeistes. alles ist enthalten, in einem einzigen wiegen des grashalms. ich meine, immer wieder RESET / indessen heisst es, fiel ein tiefer schlaf auf adam, und nirgends findet sich ein hinweis auf sein erwachen.

„sie war schon aufgelöst wie langes haar / und hingegeben wie gefallner regen / und ausgeteilt wie hundertfacher vorrat. / sie war schon wurzel. / und als plötzlich jäh / der gott sie anhielt und mit schmerz im ausruf / die worte sprach: er hat sich umgewendet -, / begriff sie nichts und sagte leise: wer?“ (ebenda)

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königskinder

„wirklicher geist ist immer schon geist in und gegenüber geist“
peter sloterdijk

vermeintlich. und bei hölder. und die wirren durch die 7 mägen / die magengruben. sag mir meinen text. ins vermeintlich hellere = heilere / in seine abkehr. und nieder. ins weiche gras. die geister, „wo nur ein lebendiger othem sich regt.“ (hölderlin). an steinmauern, die nahrung / die vermoosung und heraufsteigenden und herabsinkenden flechten / in alle richtung unendlich vorhanden. der eingehauchte atem, sagst du, in der arie / in jedem atemzug aufs neue geboren & gegeben. selket, die atmen lässt. durch die naturnahen wälder. in den naturnahen stuben, nachempfunden. und du sagst: es gibt weder das eine noch das andere. das pochen. du auf der anderen seite des jahrtausendetiefen sees / des gebetteten sees. und die lösung per schnellbooten, welche nicht ins lied / leid passten … so sind es immer noch die beiden innigen / die königskinder. welche die heilen gifte, von lippen tranken. fürwahr, über den quarzsand und die waldgeister durchgehend. so wird die röte zur rose kommen (s). ich meine, in dieser komplizenschaft des muttergartens, wo der mutterkuchen „zweihälftig“ (s). ich meine der aufgerissene und wiederhergestellte raum. des ebenmaßes. und in diesem schweben des ewigen statisten, seiner angebundenen feenglieder.

serpentin

„keine ideen schreiben. es gibt kein sujet. es gibt nur geheimnisse. es gibt nur fragen.“
hélène cixous

ich sage, der serpentin ist von wolken durchzogen, wolken hinter denen das licht immerzu weilt. und der luchs umher im zimmer, bevor es hell wird, kennt er die bilder / unhörbar sein schleichen / unser prophetisches flüstern mittlerweile. wie wir uns auslegen / so lesbar. und uns beantworten. weich und geschmeidig voreinander. unser gravieren, sagst du. in die kerben. und das herkommen der stellen / die sträuße. 11-21 usw. smell of koriander. du hinterlässt eine seife und deine bambuszahnbürste / kakao und die klebenden reste im regal. während du, deinen wunsch überführst / und die großherzigkeit an deiner seite. mit schweren koffern. darin auch jene schuhe, sagst du, welche du nicht mehr trägst / während die linsen auf dem herd / während du mit deinen kurzen und schnellen schritten / deinem klopfen. das geheimnis, sagst du / sein rand sei ein lächeln. ich meine, die reste von dunaj black schimmern noch durch. und deine finsternis ist in mir finster. ich meine, im erinnern = im entrinnen. und dem der anklopft, wird aufgetan werden, sagt er. jenseits des satzes. über die ränder, die schäume. an die beteiligten und zubringer. im durchwandern wasserloser orte, bis wir seinem grunde vertrauen / deinen gaben an uns.

der weißen schärpe

in einem saft / in einem blut. die tendenzen der blauäugigen mondessichel. ich meine, the vibe on the viper. in dieser ausdehnung, in dieser demolition. 111 und sandalphon / wo du bist, in meinem atmen / den nachtdunklen wald zu zerteilen / wo die nacht langt und der gesang. und die jungpflanzen / anemonen ringelblumen und astern in den gesichtern deiner kinder. und bist du nicht eines von ihnen? wie weiss das weiss ist. die wunden und die wunder. worte, die füreinander sind. on a bed of spider web. das kind, das niemanden findet. ich meine, der exodus & dein verschleppen. worüber worunter immernoch das hauchdünne glas. und in diesem schutz bist du unerreichbar. wenn metatron, der vermesser / through the wildernis to promised land / the guide & guard / for your name is in him. d.h. in der nächsten wolke / im nächsten anzünden. „sie reichte k. die zitternde hand und ließ ihn neben sich niedersetzen …“ kafkas letzte runde im umzirkeln des schlosses / des geschlossenen herzens / das schloß in k. ich meine, alle schwellen sind einberechnet. mit der gültigen waffe des kriegers / der weißen schärpe des kleides. mir fehlt ein geheimnis, sagtest du mal. das ist der ewige auftakt. das gottesmal.

und abperlend das regenwasser

„das selbst, das gott erschaffen hat, braucht nichts. es ist auf ewig vollständig, sicher, geliebt und liebend. es sucht mit anderen zu teilen, statt zu bekommen; sich auszudehnen, statt zu projizieren. es hat keine bedürfnisse und will sich nur aus dem gegenseitigen bewusstsein der fülle heraus mit anderen verbinden.“ kiw

und es ist dein unglauben, der mein unglauben ist / unsere ungläubigkeit & skepsis. sowie wir uns unterschätzen. und die offenheit als inanspruchnahme deuten. wir sind so sparsam geworden / wenn du sagst, sage nicht alles, was du weißt. im haushalten mit den hereinlangenden strömen. mit dem cuttermesser. ohnehin, ist unklar, wie mit ihnen zu hantieren / sie zu verräumen. an diesem umschlagplatz / deals, die laufen. das tauschen und verheddern von nachrichten = einschlägen. und mit dem geldwert der erfahrung / erfahrbarkeit. wie all das zusammengehört. und hingehört. wir wollen umherirren, sagst du, bis wir stranden. und deine sackgasse ist meine sackgasse oder so ähnlich. so kommt es ungesehen zurück / ungeöffnet der envelope. ob wohl der allumfassenste schutz im maximalen ausdehnen der blüte? sich dem licht und der witterung ganz auszusetzen / das licht aber ganz beziehend und abperlend das regenwasser.

und erst indem ich nach ihm frage, gibt es ihn überhaupt.

und während ich das wort, ich meine ich esse das wort. der prozess schreibt sich, er isst sich oderund beißt sich ins eigene ende. dieser prozess ist ein erschaffender / er erschafft, indem er löscht. und du, in diesem standbild / die glasflasche in der hand erhoben, ich meine, durga-like / und eine maskierung, d.h. mit dem blick des irren, der sich niemals irrt, auf deinem gesicht / ein besessenes gesicht. so vermischt sich alles. es vermischen und verteilen sich die karten und die briefe und die adressen sind austauschbar. ich wollte, dass der zettel einst gefunden wird. ich ließ ihn liegen, den ewig gefalteten zettel. und erst indem ich nach ihm frage, gibt es ihn überhaupt. einzig das verdeckende des zettels ist entscheidend an ihm. ich meine, du bist in meinem system / in meinem netz und da kommen messages / behielte ich sie dir vor, beraubte ich dich dem, was sie dir vorstellen. es ist bloß die scham, welche wir verbergen. und unterdessen das offenstehende portal / am ort, an dem man sich aussetzt. in deiner säule und dauer. aber ich denke mir das gerade nur aus. ich meine, euer erwirken. es kann nur ein ein nahendes geben / ein zunächst, aus dem zunächst entspringend. und das sprühen des briefverkehrs.

oder elise.

supernova„nothing real can be threatened / nothing unreal exists.“

und mit allen handwaffen / den gaben / die durga auf silk jonglierend / darunter auch die waffenlose handfläche / welche einhält = einbehält. und sonnenstürme, sagst du. dieses schöne spiel / die dehnübungen / ich meine das spiel der pappel und sonst nichts. ihr aufrauhen. nichts, was ich sehe, bedeutet etwas, sagst du. und du sagst, die decke dieses hauses sei erbaut. ich meine, von meinem fenster ausgehend. oder während sich des morgens in der talsenke die ströme noch unvermischt einfinden. in this collective space / collective sound / a collective poem. ich meine, on this collective pony. in den bewegungen der hochzeitsgesellschaft. und auf dem rasen die bahn des mähers. oder elise. alle wege. andeutungen / anklänge. allverknüpfbarkeit der worte. wie entleert sie sind. sie ihrem sinn nach zu verwenden hilft nicht, kommuniziert nicht. du erfindest das wort gerade erst. in deiner geheimsprache, die du sprichst. und gleichzeitig ist das wort, das du spricht, ein bestimmter stern = fixpunkt / trägt in sich ein jede seiner anwendungen / jemals / alle anwendungen des wortes sind in dieser einen anwendung inbegriffen. alles scheint zusammengeschrumpft zu einem gedanken, sagst du, zu einem moment. weshalb ich schreibe / fürsichgenommen, verstehe ich nicht etwa ein einzelnes wort. demnach, ein satz wiegt schwer. jemand hat die decke deines hauses gebaut, du schaust die decke deines hauses. in ein und demselben moment. in ein und demselben gedanken. wessen gedanken denkt das? fragst du sogleich. ich habe das alles schon einmal gedacht. ich meine, das was ich mir über dich ausgedacht habe. die fliege, der grashüpfer, die schildkröte, um nur ein paar zu nennen. jene sperren, unüberwindbare sperren und ebensowenig wirklich. und dann? sagst du. schau nicht aufs hindernis, sagst du. ich meine, es ist noch nichts bereitgestellt, es ist alles bereitgestellt. in einem atemzug um die eigene achse in 360 grad um die welt. in einer ausdehnung, in einer supernova.