eine schrecksekunde

ja, ich wollte, dass mir die welt gefällt und dass ich ihr gefalle. ich finde ich die welt gut. und ich vermute, an dieser stelle gibt es eine verwechslung. eine art täuschenden frieden, täuschende freude und täuschende dankbarkeit. dankbar zu sein nämlich, für die zweifelhafte welt. über deren gaben und werte. deren range. damit meine ich z.b. die schönheit in empfindung / von körper, kunst und natur / die verbindung mit menschen / genießen des augenblicks / einer innigkeit. ich meine, ich genieße die welt, d.h. das, was gerade da ist, so wie es ist. und wenn ich sie nicht genieße, bemerke ich, wie ungenießbar sie ist. ich genieße eine welt, in der ich nicht wirklich bin. zu der ich keinen wirklichen kontakt habe. keinen wirklichen zugang. und dieses Ich, das diese welt genießt, das die welt hinnimmt, so zweifelhaft, wie sie ist und in ihr schönheit zu finden glaubt oder sich zufrieden gibt. nämlich, es fällt mir schwer zu unterscheiden. halte ich eine mittelmäßige schönheit hoch / eine mittelmäßige freude / einen mittelmäßigen frieden, welche mich auruhen lassen und zurückhalten, in die offenbarung tatsächlicher werte einzutreten. und ebenso ist solch ein hinterfragen der werte, das eigentliche verharren in der alten welt, dem alten mißmutigen glauben, dem alten abtun, dass keine antwort zu finden ist. es ist, als würde sich was vermischen in einer schnittmenge. das mißverständnis einer empfindung mit der tatsächlichen empfindung selbst. in einer gemeinsamen interpretation. solange interpretation währt. der unterschied ist die intensivierung. das ist keine flucht irgendwohin oder das hochhalten einer fernen alternative / eines fernen träumens oder eines langen und steinigen pfads, der das leben sein soll. nein, die vertiefung ist jetzt. es ist diese senke. und sie liegt direkt im symbol selbst. im symbol des wortes „frieden“ z.b. in jedem wort / in dieser empfindung, die wir frieden nennen, welche uns als frieden erstmal genügt. und du sagst, halt nicht an da drin, im kleinen frieden. im träumen von einem erwachen, das ein anerkennen von fehlern ist. ein einläuten. ein verbessern und optimieren und erarbeiten als gemeinsame kreation geläuterter geister. solange wir die werte hochhalten, sind sie schlichtweg nicht da. sie erreichen zu wollen, beinhaltet immer den abstand. den abstand von zeit oder aktivität. aber das erwachen ist pur. es ist genau jetzt da, sobald ich das fallenlasse: die worte / die symbole / die strecken und zufahrten. das zuerreichende bleibt im unzureichenden. da drin liegt eine schrecksekunde. ein entzugsgedanke. in welchem die welt ihr maul aufreißt und dir ins gesicht schreit / dich geradezu verschluckt. das ist es, was im entkrampfen der hand am steuer geschieht. und wo das kleine wünschen aufweicht, ist der blanke wille.

in etwa haut an haut. farbe an farbe.

IMG_1286das kann ein willkommener aufruhr sein oder eine anlass zur flucht oder eine fortwährende deutung. für mich ist das wie immer ein radius von etwa einer minute. ein mundöffnen / ein auffrischen. es scheint, ich bewege mich in einer mikrigen blase, einer zentrifuge. und bedaure die distanz. wenn ich vor einem baum stehe oder mitten unter menschen, komme ich nicht dran, komme nicht näher hin, nicht hinein. deshalb sagte ich zu dir, es sind immer die selben dinge die ich überall sehe. ich sehe sie nur und bin nicht bei ihnen. ich bin nicht bei dir. und darin liegt ein konkreter ansatz, dass mehr geht. das ist ein eingeständnis. ich suche nach „wirklichkeit“, bzw. nach einem wirklichkeitsgefühl. einer wirksamkeit. und, was dazwischen geschaltet ist, scheint eine lähmungserscheinung zu sein. und ein kollektives übersehen und überspringen dieser gelähmten wahrnehmung. so suchen wir im schlamm. und haben was vergessen. unsere brille vielleicht. ist es das, was die kinder tun? sie tauchen ein. ist es ihnen möglich zu tauchen. zu baden. da ist eine ebene im geist, die lähmung nicht kennt. oder distanz. von den dingen überhaupt. sie ist kein versteck. auch kein gutes versteck! sie ist stets bereit und wahr. verabsolutierend. trockenshampoo. milde bleiche. da ist grönland. wieso grönland? eine weite ebene. weite flur. kühler und abweisender boden. ich erkenne seine widerholung. kühle partikel an kühle partikel gereiht. und ich inmitten ein partikel unter ihnen. bin ich die mikrobe? das ziel ist nicht, kleiner zu werden. oder größer. am platze vielmehr. in tatsächlicher größe. im entsprechenden maßstab. ohne ausschluß. das ist das gesuchte wirklichkeitsgefühl. ich brauche die sprache als weg dahin zu kommen und als wegzehrung ebenso. ich schreibe mich da hin. rücke näher. und die benennung des vorkommenden schrittes, bietet den nächsten an. es muss aufgeschrieben werden. ein magischer spruch. der braucht keine abkürzung. der weg ist kurz genug. das ist mehr ein sortieren der verirrung. die ausgerollten lappen / das niekapierte rollt sich von selbst wieder auf / rollt sich weg. es weicht. und das ist aus unverstand umständlich. aber es braucht keine lange zeit. und wenn ich etwas näher herangerückt bin, in etwa haut an haut, ist da immernoch haut dazwischen. ein sanftes häutchen vielleicht. es geht noch näher. ist das wie in diesen träumen, in denen wir nicht von der stelle kommen? im grunde ist das alles / mit haut die haut zu suchen / die suche nach einem zuhause. in jeder berührung in jedem anblick in jedem denken eines dings in jedem herzpochen in jedem erwärmen in jedem erinnern in jedem einatmen-ausatmen in jedem schock in jedem satz, den ich spreche, den ich vorfinde. in absolut allem, was sich gerade anbietet, ist das vollständig drin. in jedem hingehen, welches ein verschwinden ist, ist dasselbe angeschwemmt werden. ein anschwemmen an einer selben stelle. dazu muss alles erstmal in bewegung kommen. beweglich gemacht werden durch sprache / durch das schließen der gelähmten augen, die nichts erreichen können auf ihre alleinige art. ohne den geist. mit dem geist ist diese stelle. die ursache. die hosentasche, in der wir alles das vorfinden, was wir so sammeln, in der das alles rumklappert und sich abreibt. hier ist alles gut aufgehoben. für später vielleicht. und in diese hosentasche greifen wir mit der hand und raten, was was ist. und erkennen unser verkennen. all das ist so weich. es geht hier nicht darum, einen guten text zu schreiben. d.h. es geht immer vorwiegend darum, einen guten text zu schreiben. ein gutes leben zu haben. einen guten abend zu verbringen. und wann ist der text gut? wenn ich wieder an derselben stelle angekommen bin, an der ich ihn beschließen kann. rund und gediegen. und es gibt nichts mehr hinzuzufügen. nicht, weil tatsächlich alles gesagt wäre. oder überhaupt etwas wesentliches gesagt wäre. vielmehr, weil mit dem sagen, etwas geschieht unterdessen. es ist erreicht, was mit ihm erreichbar ist. erfüllbar. einlösbar. und jedes weitere wort kann nur ein weggehen sein.

in diesem zentimeter

alles weh. alles oder nichts. so fängt das an. so setzt sich das fort. und die zahl ist eine zahl. die gilt. die voll und ganz ist. vollmundig. die keine abweichung und keine ausnahme kennt. und es braucht keinen vergleich der größen. der variablen. der zustände. jede irritation kommt vor und ist integriert. jede form des ausdrucks. sei es scham oder kaputtheit oder sprunghaftigkeit oder oder. das ist weder wild noch schonungslos. keine gefährdung. kein ärgernis. nichts kann daran aufstoßen. die bilder enden. sie weichen einer demonstration innerhalb eines ganzen. ich bleibe genau da, wo das geschiet in der unanehmlichkeit stehen. halte das aus. meine das auszuhalten. eigentlich geschieht nur wohlwollen. ich kann genau da ansetzen, wo gerade der punkt ist, der sich dreht. jetzt gerade. genau dieser ist der richtige. ist der eine. der einmalige. und wo ich da stehe, bietet mir die situation was an. wie wir heil da wieder rauskommen. irgendwas entspannt sich da und verläuft. und du sagst: bleib. bleib noch hier. bleib noch länger. was könnte ich mehr wollen, als mit dir zu bleiben. heute taucht das bild wieder auf. während die klettpassage voranrennt. während alles zu rennen scheint. zu entfliehen. stehen wir in diesem zentimeter und verweilen. und widmen uns diesem. dem wehen vielleicht, wenn wehen ist. dem wunden. dem totgeglaubten. das mag nicht reizvoll klingen. es ist der spalt, worin wir verschwinden. wovon wir ausgehen. der start. aller anfang des lebendigen. wenn das vorgetäuschte aufweicht. und nichts mehr aufrechterhalten werden kann. wo wir näher rücken. das ist keine chance. nichts, das vorläufig wäre. und die sätze, sie fühlen, sie blühen schon vor. wo wir im gedanklichen morast waten. knietief mindestens. mindestens hell jetzt. das war es, was ich meinte. jetzt, sagst du, jetzt neu. und ganz nah.

gewillt

hyroglyphen. heiliges eingeritztes. brandmale. auf welchem weg wir zu dem stoßen. worte müssen ihren eigenen weg finden, welcher ihre wirkung offenbart. solche worte, die schon da sind, die augenscheinlich funktionieren, führen nicht mehr hin. sind erloschen. sie funktionieren sofort oder garnicht. wir haben aufs neue tiefer zu gehen / vom jetzigen ort aus, wenn wir darauf stoßen wollen. auf ein berühren oder berührtsein. vielmehr, hinter das, was davorgezogen ist. die leinwände. die nettigkeiten. das abwehrende lächeln. die fassung. das halten eines spannenden tons. der überzug von überzeugungen. meinungen. bedeutungen. berechnungen. das gestrige und vorausschauende. ich will ganz plain sein. unbeschrieben und leicht. geöffnet für eintreffendes. weich und anschmiegsam. und doch fest gewillt im gewahren / dabeizubleiben. von dem ich koste.

wir sagten du

du sagst, wie nah dran / wie nah fort. im nahen. von nahe heran: näher. ich verstehe das jetzt. ich verstehe es umso weniger. wir sagten du. wir gaben uns keine antwort. wir beantworteten uns nicht. sprachen in ein dazwischen, sendeten meisterwerke ins all, auf das sie gefunden würden. auf dass sie ein fremder hören könnte. stimmten gesang an. ergänzten unser adressieren. hörten wir das selbst? wir vergaben worte. ließen überall luftstöße ein mit dem sagen. verbarrikadierten uns mit dem sagen. verstehen ist würdigung und würdigung ist liebe, sagst du. universal. du bist noch da. du bist längst da. wir nannten uns gestrandete. spiegelbilder, die sich nicht anschauen. wir sahen aneinander vorbei. in ein leeres. ins volle leere. wir legten unsere beine übereinander und stolperten. den boden unter den beinen weg. die beine unter dem boden. verloren eine haltung, gewannen eine. durchkreuzten unsere pläne. du stehst da wie ich / starrend in den himmel. im herunterkommenden regen / mit ihm runterkommend. wenn ich zu dir sagte, sagtest du zu mir. ich hörte nichts. nichts kam irgendwo an. alles kam überall an. wir taten nicht was wir taten. wir sagten, was wir sagten. wir vibrierten. wir schwiegen im sagen. wir waren verschwiegen. und verschworen im schweigen. zweierlei sprache.

die komplexität, die wir erwarten

nichts kann irgendwo gefunden werden. hier nicht, dort drüben nicht. und es geht nicht darum, was wir finden wollen. oder um die präzision einer lokalität / eines gegenständes oder situation. jede suche ist diesselbe eine suche. das sagte ich schon. sie scheint das herholen und vervollständigen einer instanz zu sein, einer schaffenskraft, die ihre größe vergessen hat und nur getarnt wieder aufkreuzen kann, in ihrer harmlosesten form einer suche. in einem unbedarften gekritzel. dem ansetzen eines stifts. im abrollen des klebebands. einem mundöffnen. die suche ist unbestimmt genug. und was als suche beginnt und hinter etwas her ist, wird immer langsamer und bleibt irgendwann da stehen und wird ein verwirklichender ansatz, von dem etwas ausgeht. einer, der keine ahnung hat und sich für etwas aufmacht. der geschehen lässt. sagen lässt. zeichen zeichnen lässt. in gekritzel. in gestammel. meinetwegen. unterschätze das nicht! du erinnerst dich damit an was. es kommt dir bekannt vor. gerade das, was du nicht entziffern kannst. die zahl 42, natürlich! sie ist die grenze aller umschweife. der raffinierten gedankenbewegungen. der gesten. der kompliziertheit und komplexität, die wir erwarten. die wir reaktivieren. reinszenieren. mit der wir fortfahren. die wir immer wieder reinholen. die 42 ist keine zahl. gott ist keine zahl. und keine antwort auf deine frage. er kann keine idee sein, wie sollte er eine antwort auf deine idee sein. ich zitiere das nur immer wieder. wie gelangen wir aus der blindheit? wird zu: wie gelangen wir in die totale blindheit? das hört sich paradox an. abwegig vielleicht. das ist ein trick. blindheit ist die abwesenheit des eigenen bildes. der code 42 schreibt sich ins ganze system. er überschreibt die bilder von kleinheit und dümpelei. er ist das déjà-vu. das aufmerken. das dämmern. auch wenn wir das nicht rekonstruieren können. zeichen zeichnen zu lassen. der ton der stille. der ton in der lautstärke ebenso. der gleiche ton. die gleiche zahl. damit ist nichts nicht nichts. es wird etwas. etwas wird. unterschätze eine kleine berührung nicht. eine langsame stimme. einen vehementen beat. das ist etwas. du sagst, wie nah!

ich hafte

agyodu sagst, die innigen räume, backbord und steuerbord / die umhüllungen eines kleides. ich drehe dir das wort im munde um. du, der nichts sagt. du, der alles sagt. jenseits eben, sagst du. ist es schwer oder ist es leicht. ich bin verhaftet. ich hafte. wohin des wegs. wohin so galant. so raffiniert. ich kenne den weg nicht. ich kenne die möglichkeit nicht. du, der aus allen spricht. der eine in allen. das ist kein rätsel. du sagst, es sind mittel. es sind mittelwege. haben wir jemals wirklich gesucht? und was fanden wir vor. die suche selbst. wir drehen uns im kreis und lachen nicht darüber. wir befinden uns immer und immer wieder in der selben situation. wir finden uns wieder. wir heben uns auf. du meinst, wir suchen bis wir gefunden haben? bis wir jemals finden. stop it! das mixtape. halten wir an und schauen was da ist. und was sich hier reinholen lässt. wie lässt dich das vergrößern. dimensionieren. ich meine high fidelity. ist das schon vollständig?