Hinter allem schaut die Liebe

Wo ist Krieg, wenn nicht in uns selbst. Wo ist Liebe, wenn nicht in uns selbst, auf Krieg schauend. Auf den Krieg in uns selbst schauend. Hinter allem schaut die Liebe. Und die Liebe zum Anderen, ist die Liebe zu uns Selbst. Und jeder Aspekt von Besonderheit, wo wir die Notwendigkeit sehen, uns vom Anderen im Wert zu unterscheiden, wo wir den Guten spielen oder den Bösen – es ist ein uns dasselbe – ist ein Irrtum über uns beide! Schuld in uns oder Schuld projiziert nach Außen sehend, bewirkt dasselbe. Bewirkt immer Trennung. Und in Trennung ist Liebe ausgeschlossen. Wenn wir aber – im wahren Licht betrachet – nur Liebe sind, von der Liebe selbst erschaffen, personifizierte Liebe sozusagen, so schließen wir in jeder Idee von Trennung, unser Selbst und das Selbst des Anderen in seiner wahren Natur, aus. Und jede Trennung muss auf Urteil basieren, denn im Zustand von Getrenntheit müssen wir urteilen. Bleiben im Raster der Selektion. Dies verspricht uns vermeintliche Sicherheit. Und wenn Krieg ganz woanders spielt, haben wir das perfekte Ablenkungsmannöver, um die Mildtätigen zu spielen. In Wirklichkeit aber glauben wir uns kein Wort und sind selbst die Kriegstreiber. Mit der Liebe gesehen, unserem tatsächlichen Sehen, schauen wir auch hier gutmütig darauf, und dann auf jeden anderen Kriegstreiber genauso. Wer hier Opfer oder Täter spielt, ist nur eine Variante der Erscheinung. Ein Rollenspiel. Und sobald wir erkannt haben, dass wir jede erdenkliche Position selbst inne haben, sei es in der kleinsten Anwendung und Situation, sowie in der globalsten Form, erkennen wir auch, wo Korrektur stattfinden muss! Wo Vergebung stattfinden muss. Und wir vergeben nicht, weil wir die Gütigen sind, sondern weil wir den Irrtum darüber, wer wir sind, in uns selbst finden können und nicht auf einen Anderen zeigen. Das ist Ehrlichkeit. Und wir machen Korrektur nicht selbst. Und Korrektur bedeutet immer Heilung. Bedeutet, unsere Gedanken, unser Selbstbild von Isolation, Trennung und mangelnder Sicherheit, einem viel größeren Urteil zu überlassen, welches diese Defizite garnicht sieht in uns. Garnicht kennt sogar. Einssein, Liebe und Frieden sind unser wahres Gut. Es wohnt uns natürlicherweise inne. Und überall, wo wir bereit sind, das Sehen dieser unserer Eigenschaften zuzulassen, können diese erst tatsächlich zu Tage treten. Die Liebe kann nur Liebe sehen. Diese Erde ist eine Manifestation des Denkens. Wir sehen hier ganz individuell, an was wir noch glauben. Solange wir noch Krieg sehen, gibt es noch Teile in uns, die immernoch an die Notwendigkeit von Krieg glauben. Aber wir sind hier nicht hilflos! Alle Macht für Heilung ist uns gegeben. Immer im eigenen Geist. Heiligkeit ist unser wahrer Zustand. Diese Heiligkeit hat Konstanz! Ist keinem Wechsel unterworfen. Es ist die natürliche Konstitution unseres Bewusstseins selbst, mit welcher wir betrachten. Die Anerkennung der Heiligkeit ist die Türöffnung für die Liebe. Wir können Heiligkeit sehen, weil wir Heiligkeit sind. Ich kann lieben, weil ich heilig bin. Ich kann dich lieben, weil du heilig bist. Und hier muss ich nicht beweisen, dass ich in der Lage bin, Putin zu lieben. Es reicht der grimmige Nachbar. Wir haben genug Krieg im eigenen Garten. Hier spielt die Musik. Und nur hier findet Krieg ein Ende.

Keine Ausnahme des Lebens und des Liebens

Achte auf den Neumond. Er nimmt den Boden weg. Und es ist gut. War nur ein falscher Boden. War Begrenzung. Einer, der auf dem Boden halten will, wo wir längst aufbrechen. In ganz andere Gründe und Zonen. Diese Erde ist viel zu klein, um eine Basis zu sein! Sie ist der Raum, in den wir die Blitze hineinwerfen. In dem wir die Liebe als uns selbst in jeder Form erkennen werden. Den unsrigen Frieden vollkommen verkörpern. Wir wirken hier. Wir tun das hier. Aber nicht, weil die Welt uns sagt, wer wir sind oder sein sollen. Weil die Materie uns weissagt. Oder die Gesichter dieser Welt. Die Weissagung kommt aus unserem Wesen selbst, welches sich hier lebt. Der Geist ist nicht fern von hier. Da ist kein Abstand. Geist ist Materie. Geist sind wir. Geist ist Leben. Und lebt in Allem, was ist. Auch jetzt. Immer. Keine Ausnahme des Lebens und des Liebens. Die Liebe aber und das Leben kommt nicht von der Erde. Ist nicht ihre Idee. Das was geschieht, ist unser aller Idee. In der Gesamtidee der Quelle. Zum jetzigen Zeitpunkt. Was sich nun verändert, ist die Sicht. Die Vision. Von wo aus und wie wir auf das Geschehen blicken. Mit welcher Macht und Gewissheit der Quelle. Der Richtigkeit des Weges. Indem wir das Jetztige mit Frieden betrachten, weil es uns gegeben ist, das zu tun, wird das Kommende zu diesem. Es ist uns gegeben, weil wir es haben und weil wir es sind. Totaler Frieden und totale Stille und totales Wissen sind in dir.

Der ewige Friede ist möglich

Peter Handke, Rede zum Nobelpreis, 2019:

„Nur ich bin das hier, Abkömmling aus einem anderen Dorf. Doch seid gewiß: Aus mir spricht der Geist eines neuen Zeitalters, und der sagt euch jetzt folgendes. Ja, es gibt die Gefahr, und nur dadurch kann ich reden, wie ich reden werde: im Widerstand. So hört jetzt mein Dramatisches Gedicht. – Es ist schon recht, nicht mehr dahinzuträumen, aber weckt einander doch nicht mit Hundegebrüll. Keiner von euch ist der Schuldige, und gerade in euren Verzweiflungsausbrüchen habt ihr vielleicht bemerkt, daß ihr gar nicht verzweifelt seid. Verzweifelt, wärt ihr schon tot. Spielt also nicht zur Unzeit die einsamen Menschen. Es stimmt freilich, daß es in eurer Geschichte keinen einzigen stichhaltigen Trost gibt. Aber laßt das Gegrübel über Sein oder Nicht-Sein: das Sein ist und wird weitergedacht, und das Nicht-Sein ist nicht denkbar. Wißt, wie gleich ihr seid – wißt, wie ihr gleich seid. Bloß ich sage das. Aber ich bin nicht nur ich. Ich-Ich kann das Leichteste und Zarteste unter dem Himmel sein, und zugleich das Allumfassende – das Entwaffnende. „Ich!“ bin der einzige Held und ihr sollt die Entwaffnenden sein. Ja, das Ich ist die menscherhaltende Menschnatur! Der Krieg ist fern von hier. Unsere Heerscharen stehen nicht grau in grau auf den grauen Betonpisten, sondern gelb in gelb in den gelben Blütenkelchen. Die Verneigung vor der Blume ist möglich. Der Vogel im Gezweig ist ansprechbar. So sorgt in der mit künstlichen Farben fertiggemachten Welt für die wiederbelebenden Farben einer Natur. Das Bergblau ist – das Braun der Pistolentasche ist nicht; und wen oder was man vom Fernsehen kennt, das kennt man nicht. Unsere Schultern sind für den Himmel da, und der Zug zwischen der Erde und ihm läuft nur durch uns. Geht langsam und werdet so selber die Form, ohne die keine Ferne Gestalt annimmt. Die Natur ist das einzig stichhaltige Versprechen. Sie kann freilich weder Zufluchtsort noch Ausweg sein. Aber sie gibt das Maß: dieses muß nur täglich genommen werden. Die ziehenden Wolken, auch wenn sie dahinjagen, verlangsamen euch. Wer sagt, daß das Scheitern notwendig ist? Habt ihr euren Krieg nicht hinter euch? So verstärkt die friedliche Gegenwart und zeigt die Ruhe der Überlebenden. Was von weitem der drohende Kopf des Todes war, entfaltet sich beim Näherkommen als Kinderspiel. Schüttelt euer Jahrtausendbett frisch. Übergeht die kindfernen Zweifler. Wartet nicht auf einen neuen Krieg: die Friedlichsten sind die im Angesicht der Natur. Bietet euren Nachkömmlingen nicht das Teufelsprofil. Das Haus der Kraft ist das Gesicht des Anderen. Hier, jetzt, ist das Fest der Erkenntlichkeit. So laßt euch nicht nachsagen, ihr habet den Frieden ungenutzt gelassen: euer Arbeiten soll ein Wirken sein – gebt weiter. Weiter geben tun aber nur, die lieben: liebt eines – es genügt für alles. Dich liebend, erwache ich zu mir. Auch wenn die meisten nicht erhebbar sind: seid die Erhebbaren. Schaut weg von den viehischen Zweibeinern. Seid wirklich. Folgt der Karawanenmusik. Geht so lange, bis sich im Wirrwarr die Fluchtlinien zeigen; so langsam, daß euch neu die Welt gehört, so langsam, daß klar wird, wie sie euch nicht gehört. Ja, bleibt für immer fern von der als Macht auftretenden Macht. Klagt nicht darüber, daß ihr allein seid – seid noch mehr allein. Überliefert das Rauschen. Erzählt den Horizont, damit das Schöne nicht jedesmal wieder nichts war. Erzählt einander die Lebensbilder. Was gut war, soll sein. Verlangsamt euch – und erfindet: Verwandelt eure unerklärlichen Seufzer in mächtige Lieder. Unsere Kunst muß aus sein auf den Himmelsschrei! Laßt euch nicht die Schönheit ausreden – die von uns Menschen geschaffene Schönheit ist das Erschütternde. Betreibt die Enträtselung, die zugleich das Eine Rätsel verdeutlicht. Merkt euch: Sooft ihr starr angeblickt werdet vom entgegenkommenden Kind, seid ihr die Ursache. Viele Tarnungen anzunehmen, wird euer Geschick sein, und manch fröhlichen Schwindel zieht jeder öffentlichen Wahrheit vor. Spielt die Possen der Alltäglichkeit. Sich zu verlieren, gehört zum Spiel. (Und doch: Stolz geht nur der Unmaskierte!) Geht hinaus in den unbekannten Erdteil, und laßt die Illusionslosen böse grinsen: die Illusion gibt die Kraft zur Vision. Ja, überliefert form-sehnsuchtsdurchdrungen die heile Welt – das Hohnlachen darüber ist ohne Bewußtsein, es sind die Krepierlaute der Seelenkadaver. Die Toten sind euer zusätzliches Licht. Macht euch nichts aus eurer Unfähigkeit, sie anzureden: Eine Silbe genügt. Aber mehr noch gedenkt unserer Ungeborenen. Zeugt das Friedenskind! Rettet eure Helden! Sie sollen bestimmen: Krieg, laß uns in Ruhe. Ihr Leute von hier: Ihr seid die Zuständigen. Laßt euch nicht einreden, ihr wäret die Fruchtlosen einer Endzeit. Wir sind so nah am Ursprung wie je. Vielleicht gibt es keine Orte einer Wildnis mehr. Aber das Wilde, immer Neue, ist weiterhin: die Zeit. Das Ticken der Uhren besagt nichts. Die Zeit ist jenes Vibrieren, das auch durch das verfluchte Jahrhundert hilft. Zeit, ich habe dich! Jetzt ist der heilige Tag. Wirkend arbeitend, könnt ihr ihn fühlen. Vielleicht gibt es ja keinen vernünftigen Glauben, aber es gibt den vernünftigen Glauben an den göttlichen Schauder. Seht das Wunder und vergeßt es. Schafft den großen Satz. Die Freude ist die einzige rechtmäßige Macht. Erst wenn ihr euch freut, geht es mit rechten Dingen zu. – Es bleibt freilich dabei, daß es in unser aller Geschichte keinen stichhaltigen Trost gibt. Wer mißt? Die machthabenden Kindermörder verschwinden ungestraft. Die Ruhe ist nur episodisch: die rieselnden Brunnen stürzen um zu Barrikaden. Die Hoffnung ist der falsche Flügelschlag. Die Freudeverderber sind überall. Unter der Freudensonne gehend, schlucken wir zuinnerst die Bitterkeit. Liebe Leute von hier: Die Schreie des Grauens werden sich ewig fortsetzen. Euer Flehen um Gnade weckt bloß die Nichtszeichen. So richtet euch auf und seht den Mann im dunklen Anzug und weißen Hemd. Seht die Frau, die jenseits des Flusses auf dem Balkon in der Sonne steht. Beweist, mit euren Mitteln, unseren menschlichen Trotz! Jedem noch so flüchtigen Kuß einen Segen. Und jetzt jeder zurück auf seinen Platz. Dämonisiert den Raum, durch Wiederholung. Die Form ist das Gesetz, und es richtet euch auf. Der ewige Friede ist möglich. Hört die Karawanenmusik. Abmessend-wissend, seid himmelwärts. Haltet euch an dieses dramatische Gedicht. Geht ewig entgegen. Geht über die Dörfer.“
Peter Handke, Rede zum Nobelpreis, 2019

Du weißt ganz genau

Das bist du. Stehend in dieser Weite, bis überall hin reichend. Keine Begrenzung zwischen dir und dem, was du siehst. Du stehst im Zentrum des Universums und alles steht mit dir. Du kennst diese Welt. Sie ist dein Eigen. Und du kennst sie darüberhinaus. Du siehst auf die Dinge und du siehst tief in sie hinein. Ihre Tiefe ist deine eigene Tiefe. Du bist safe. Du hast dieses Wissen. Dass du hier bist. Dass du genau hier bist. Dass genau hier Alles ist. Du musst den ganzen Weg nicht kennen. Du weißt, dass du bist. Du weißt, dass Alles ist. Für sich. Mit dir. Nichts ist dem Zufall überlassen. Es ist der Grundton des Wissens in dir. Das Wissen der Richtigkeit in Allem, was geschieht. Der Verlässlichkeit des ganzen Verlaufes. Neugier ist in dir. Und Vertrauen. Du bist wach. Du schaust mit ganz offenen Augen. Mit einem ganz offenen Sein. Kein Bedürfnis, etwas zu kontrollieren. Oder zu korrigieren. Du bist da. Genau hier. In diesem Sein. In diesem Leben. Deinem Leben. Und nichts könnte getan werden, was dich beeinträchtigen oder stören kann. Was dich abbringt davon, du selbst zu sein. Du bist hier. Du bist du Selbst. Du bist an Ort und Stelle. Mitten in diesem Bild, welches austauschbar ist. Es könnte jeder Ort sein. Es könnte jede Zeit sein. Aber du bist. Das immergleiche Sein. Du erkennst dich. Du vergisst dich vielleicht. Du weißt nicht. Du erinnerst dich. An dich. Du bist fest verortet. Feststehend. An deinem Referenzpunkt. Und du weiß genau, was zu tun ist. Du weißt genau, wer du bist. Du weißt genau, was diese Welt ist. Da ist dieses tiefe Wissen. Die Gewissheit. Verleugne das nicht. Verstecke dich nicht hinter Wolken. Nichts muss benannt werden oder erklärt. Wir brauchen dieses Futter nicht. Dein Wissen genügt. Dein Wissen ist die Verlässlichkeit. Es weiß, dass wir nichts verpassen. Dass nichts umsonst ist. Dass du in Übereinstimmung bist. Dass deine Koordinaten stimmen. Deine Ausrichtung. Dein Fokus. Dass deine Weisheit gegeben ist. Deine Inspiration angeschlossen. Du bist da, wo die Quelle ist. Du bist da, wo Gott ist. Du kannst nirgendwo sonst sein. Die Bilder, in denen du dich bewegst, das Setting – ist im perfekten Timing. In Raumzeitlicher Gestaltung. Du stehst an dem genau richtigen Punkt. In genau der richtigen Zeit. Es ist abgestimmt. Temperiert. Dies ist dein Wirkungsfeld. Dies ist Jetzt. Dein Angebot an dich. Du bist du Selbst, wissentlich. Tu, was getan werden will. Spring, wenn gesprungen werden will. Schweige, wenn geschwiegen werden will. Umarme, wenn umarmt werden will. Du bist hier angekommen. Hier, an Ort und Stelle. In deinem Selbst. In genau dieser Situation. Streife die Unbewusstheit von dir ab. Das Denken, nicht-zu-wissen und nicht-zu-kennen. Nicht-zu-können vielleicht. Versteck dich nicht dahinter. Hinter dem Denken, wie es sein sollte. Was passieren sollte. Vorstellungen. Angelegten Strukturen der Verschleierung. Vermeintliche Konflikte. Verstrickungen. Unlösbaren Zusammenhänge. Du bist du Selbst. Du bist es Jetzt. Genau Hier. Und du weißt ganz genau! Du weißt ganz genau, wer du bist. Und du weißt ganz genau, was du nicht bist. Du weißt, wer mit dir geht. Du weißt, wo du hingehörst. Du kennst deinen Usprung. Und du kennst dein Ziel. Kein bildliches Ziel in einer Zukunft. Es ist das Ziel, du zu sein. Es jetzt zu sein. In diesem Sein zu verweilen. Dies ist deine Stille. Dies ist deine Bewegung. Es ist dein Raum. Und du bist. Immer hier. Du kannst dich nicht verlieren. Du hast dich nicht verloren. Du kannst nicht ohne dein Wissen sein. Ohne deine Quelle. Ohne deine Orientierung. Du bist da.

Was du tust, ist bereits, wie es geht.

Keines meiner Worte ist wahr, es sei denn, es erreicht dich, sagst du. Das Kühne stürzt sich voraus, auch wenn ich selbst noch nicht begriffen habe, worum es geht! So erreicht das Wort auch mich erst dann, wenn es auftritt. Und manchmal breitet sich erst die Druckwelle um mich herum aus. In einem Effekt, der das gesamte Surrounding unterwandert. Wie ein Flashback kommt es auf diese Art zu mir zurück. Ich bin dieser Ausgangspunkt, dieses Zentrum, das manchmal blind für sich selbst ist. Für sein eigenes Wirken. An irgendeiner Stelle aber, habe ich zugestimmt. Dies ist die Kehrtwendung. Die Rückbesinnung. Das Labyrinth dient nur noch, es als solches zu erkennen. Es zu überführen in seine Potenz. Und das Erkennen selbst, ist immer schon das Tor, an jeder Stelle, in den einzigen tatsächlichen Referenzpunkt, einzutreten. Von diesem Referenzpunkt aus zu Wirken. Im Vollständigen Gewahrsein des maximalen Angebots. Was du tust, ist bereits, wie es geht. Die Befreiung fügt nichts Neues hinzu, vielmehr jagt sich das Zwischenliegende selbst in die Luft, sobald ich drauf schaue. Kein Bild, das Bestand hätte vor diesem Blick. Denn wer darauf schaut, kann nur von der Präsenz aus schauen. Und wer von der Präsenz aus schaut, ist die Präsenz selbst. Es geht durch die Bilder hindurch. Durch ihr Inneres, das immer zu mir zurückführt. Der Spuk der Verwirrung endet an diesem Punkt. Bodenständiger wirds nicht mehr. Weil der doppelte Boden ein ganz anderer ist. Das einzig wirkliche Fundament, das ewig Gegebene, ewig Seiende ist. ICH BIN. Das, was ich suche, ist bereits da. Es ist kein Sprung ins kalte Wasser erforderlich. Das Vertrauen wächst mit dem Vertrauen. Jeder Punkt im Labyrinth ist ein willkommener Anlass, durch das Tor zu gehen. Das heisst nicht, die Situation zu verlassen oder ohne Handlung zu sein oder einen unvollkommenen Ausgang zu akzeptieren. Dies bedeutet, inmitten des Lebens zu stehen. Die Situation erfährt sich erst hier in Wirklichkeit. Es ist die Einladung an das wirkliche Treffen. Die wirkliche Übereinkunft. Kein fauler Kompromiss. Denn wir treffen uns da, wo unser Referenzpunkt übereinstimmt. Da, wo wir Dasselbe sind. Aus einem Stoff. Wo ich in dir mich Selbst sehen kann und vice versa. Und dies ist kein Sehen mit menschlichen Augen. Es ist ein Gewahrsein dessen, weil nichts mehr abgesehen davon und separat spürbar ist. Weil die Verschleierungen und Widerstände gegen diese Wahrheit gefallen sind. Die Angstkostüme. Genäht für ihre Verleugnung. Genäht, um den Fluchtweg freizuhalten, den Rückzug anzutreten, wenn das eintritt, was ich mir am sehnlichsten wünsche. Doch wer braucht die Flucht, wenn er sich Selbst gegenübersteht. Und wenn der Andere in vollkommener Sanftmütigkeit und Güte dasteht, als Ich Selbst. Wer braucht die Angst, wenn tatsächlich Liebe das Angebot ist. Und kann ich überhaupt daran glauben, dass sie gegeben ist, wenn ich sie vor mir habe? Kann ich daran glauben, gemeint zu sein? Oder ist dies genau der Punkt. Und das Tor ist diese Ehrlichkeit. Hier endet das Toben, das Bekommen-Wollen, das Suchen-nach-Etwas. Es wird jetzt ruhig. Besinnt sich. Und es ist okay, Angst zu haben. Es ist okay, sich am Beckenrand festzuhalten, solange, bis die Anziehungskraft der Freiheit groß genug ist. Und Freiheit bedeutet Freiheit von Angst. Freiheit ist vollständiges Vertrauen. Nicht, weil irgendjemand mir eine weltliche Freiheit vortäuscht, in dem mein Radius größer wird, oder meine persönlichen Rechte sich vermehren. Es gibt eine Freiheit, die ein innerer Mechanismus ist. Ein Shift in der Perzeption. Ich erkenne, was bereits da ist. Ich werde auf ein sicheres Terrain geführt. Das geschieht in einem einzigen Moment. In diesem Moment! Wo die Angst als völlig unbrauchbar, erkannt wird. Wo sie erkannt wird, als das, was sie ist: das Hindernis selbst, welches nur dazu diente, zu Begrenzen. Mein Urteil war nur ein Werkzeug der Angst, um sich diese Begrenzung stets zu bestätigen. Mein Urteil ist immer eine Begrenzung. Ist immer ein Ausschluss. Wo ich etwas Dazugehöriges als separat wahrnehmen will. Wo ich etwas Eigenes nach aussen stoße, es in seiner Reflektion sehe, es dann als Beweis hernehme, und somit verbleibe in meiner Sichtweise. Ein Perpetuum Mobile der Wahrnehmung sozusagen. Die Unterbrechung aber ist Jetzt. In diesem Boxenstop. Mein Urteil war kein hilfreiches Mittel, die Welt zu begreifen, mich selbst oder Irgendjemanden. Kein sicherer Referenzpunkt, wie gedacht. Es ist: Verkehrt herum zu sehen. Auf dem Kopf. In einer Vermischung aller wirkenden Ebenen zu stehen, mich aber selbst als stabil und urteilsfähig zu behaupten. Es ist, in Allem Begrenzung und Trennung aktiv zu unternehmen. Es gibt eine reine Substanz der Wirklichkeit, welche alles durchdringt und einschließt, die ich hier aktiv verunklare. Diese Wirklichkeit meint mich. Und sie meint Jeden. Sie meint dich, weil du zuhörst. Weil du genau weißt, wohin das führt. Du bist im Bilde und hast bereits zugestimmt. Nicht, weil ich es dir sage. Der Referenzpunkt ist gewiss. Noch herrscht einige Verwirrung darüber, wie auf die Dinge zu sehen ist, was mit ihnen anzufangen ist. Wie die Situation zu bewerten ist, wenn die Bewertung wegfällt. So ist es zunächst dies: Auszuhalten, dass ich mich vorübergehend der Lösungsfindung enthalte. Sobald ich dies wirklich tue, mich wirklich öffne, wird die Lösung von einer ganz anderen Ebene übernommen. Und dies ist immer viel einfacher als gedacht. Dies ist immer sofortig wirksam und bezieht alles mit ein. Und ich erkenne, dass es in keiner Situation um das ging, was ich gedacht habe. Ich erkenne, dass jede Situation, etwas ganz anderes verlangte. Und dies nenne ich mal ein Eingeständnis! Ein notwendiges und hilfreiches. Wer bin ich, zu richten, wenn ich nicht das gesamte Bild sehe? Wer bin ich, zu wissen, was gebraucht wird? Ich kenne die Antwort, sie kommt aus einer anderen Tiefe. Nicht aus meinem persönlichen Abwägen der Situation. Denn in diesem Abwägen, kann ich nur Konflikt sehen. Es ist eine Vernunft in uns, die aus einem Wissen schöpft, welches sich nun offenbart. Und dieses Wissen ist Gewissheit. Es ist kein Glauben. Es ist die Wahrheit, die zu sich selbst erwacht. Und diese Wahrheit schließt nichts aus. Daran ist sie erkennbar. Das ist das Grundgefühl von Frieden. Wenn der Ausschluss wegfällt. Wenn sich nichts mehr gegen irgendetwas wenden muss. Und es geht uns nicht leicht über die Lippen, von Wahrheit zu sprechen. Wir sagen: Dies ist vielleicht deine Wahrheit und ich habe meine Eigene. Wir sind hier sehr vorsichtig. Ich könnte mich irren. Ich könnte auf dem Holzweg sein damit. Nun, wie fühlt es sich denn an? — Wenn egal, welcher Einwand Angst ist. Wenn alles, was zweifelt und begrenzt, Angst ist. Wem vertraue ich hier? Vertraue ich dem Weichwerden, das sich einstellt, wenn ich dich als mich selbst sehen kann? Wenn ich erkennen kann, dass die Notwendigkeit des Urteils garnicht mehr vorhanden ist, weil ich mich in einer anderen Sicherheit befinde. Das ist tatsächlich befreiend. Ich kann Denken, aber das Denken infiziert mich nicht. Es tut nichts. Es ist einfach. So wie alles einfach ist. Nichts muss unternommen werden oder weggenommen. Nichts muss getan werden, ausser eben, nichts zu tun damit. Nichts zu suchen, darin. Nichts zu untersuchen. Es zu nichts zu machen. Ich nehme die Hände davon weg. Und wenn es das ist, was es ist, dann ist es pur. Und ich erkenne meine eigene Purheit darin. Da, wo ich zuvor Begrenzung sah, sehe ich nun Ganzheit. Da, wo ich zuvor einen Fehler sah, sehe ich nun Schuldlosigkeit. Da, wo ich mich zunächst in einer Ungewissheit wahrnahm, ist eine Gewissheit eingetreten. Hier sind wir in der Ursachenebene. In der reinen Wahrnehmung des IST. Des ICH BIN. Ich konnte nicht sehen, weil ich ohne mich gesehen habe. Ich habe uns Beide ausgeschlossen. Ich habe alles ausgeschlossen, was Wirklich ist, und habe auf das Unwirkliche gesehen. In der vollen Überzeugung, dass dieses Labyrinth die einzige Wahl ist. Dass es mir eine Antwort bereithalten kann. Ich habe aber gesehen, dass dieses Labyrinth keinen Ausweg kennt, habe dennoch mein Bestes unternommen. Bin immer weitergegangen, habe weiterhin nach Lösungen gesucht und habe Kompromisse geschlossen. Doch der Ausweg ist immer Jetzt gegeben. Wir sagen das immer wieder. Immer wieder erinnere ich mich daran. Die Situation erfordert keine Lösung mit seinesgleichen Mitteln. Ein unlösbares Labyrinth kann nicht mit den Mitteln gelöst werden, die ein unlösbares Labyrinth anbietet. Der Ausweg aber ist jetzt gegeben. Und das ist immer der Ebenenwechsel. Hier ist der einzige Schlüssel. Was mich hindert, ist die Vorstellung von Kontrollverlust. Im Grunde aber, nur ein kurzer Aussetzer, für einen Augenblick bereit zu sein, die Verbissenheit beiseite zu legen, Zu-Wissen-Was-richtig-und-falsch-ist oder Was-das-richtige-zu-tun-ist. Einzutreten in dieses Nicht-zu-Wissen. Ich erkenne, dass Bewertung mir diente als sichere Basis. Als ein eingezäunter Bereich der Selbstgewissheit. Eine Selbstgewissheit, die aber permanent bedroht ist und wo ich aktiv heraushalten muss, um sie aufrechtzuerhalten. Die Selbstgewissheit der Begrenzung ist immer aus der Angst heraus und löst weitere Angst aus. Den Ebenenwechsel zu vollziehen, erfordert tatsächlich ein klein wenig Mut, wenn das Vertrauen sich erst im Aufbau befindet. Vielleicht ist es vielmehr Neugier, die ein Stück vorausspringt. Einen Vorschuss an Vertrauen gibt. Sich für die Unbegrenztheit zu öffnen, bedeutet, die Verlässlichkeit der Begrenzung aufzugeben. Das geht leicht, wenn ich sie als ungeeignet erkennen kann. Und ich kann sehen, für wie verlässlich ich sie tatsächlich gehalten habe, und wie sehr ich sie wollte. Aber umso mehr will ich erkennen! Umso mehr möchte ich weitergehen, wohin ich begonnen habe, tatsächlich zu gehen. Und immer hier und jetzt bietet sich das an. Hier und Jetzt, bin ich wahr. Und du mit mir. Wie kann das gehen? Nimm diesen Gedanken, sowie jeden anderen Gedanken, den du gegen dich und gegen Alles hegst, die vermeintliche Sicherheit aufrechtzuerhalten. Lass diesen Gedanken und jeden anderen Gedanken fallen. Lass ihn einfach reden, aber halte deinen Fokus. Sieh dahinter. Sieh hinter die Gesichter. Hinter die Gedanken. Hinter die Bilder. Was ist dort zu sehen? Überhöre diesen Gedanken. Es ist das Sehen selbst, was sieht. Wenn es dabei bleibt, zu sehen. Welcher Einwand auch immer auftaucht, es ist derselbe eine Einwand. In derselben Funktion. Sieh hinter diese Kontrolle. Hinter diese scheinbare Absicherung. Es ist in Wahrheit Abwehr! Du kannst jederzeit anhalten. Und genauso kannst du in jedem Moment noch ein Stückchen weiter gehen. Noch ein Stückchen weiter. Und du wirst erkennen, es ist keine große Sache, es zu tun. Es bedeutete keinerlei Verlust, außer den Widerstand selbst zu verlieren. Den Kampfmodus. Meine eigene Abwehr war das einzige Hindernis vor dem Frieden. Meine Abwehr, mit der ich mir weiß machen wollte, dass es schwer gehen muss. Dass noch einiges zu tun ist, bevor die Zeit des Friedens kommen kann. Welchen Gedanken — WHATEVER ich mir selbst erzähle! Nichts sonst stand zwischen uns, als das. Hier und jetzt ist es möglich, frei zu sein. HIER UND JETZT IST ES MÖGLICH, ZU LIEBEN, WEIL ICH DIE LIEBE HABE. ICH HABE DIE LIEBE, WEIL ICH DIE LIEBE BIN. UND DIE LIEBE LIEBT ÜBERALL SICH SELBST. ICH, DER ICH DIE LIEBE BIN, KANN DAS LIEBEN, WAS SELBST LIEBE IST. Nichts kann weniger werden dadurch, nichts kann verloren gehen. Es ist ein Geben und Geben. Es ist der Zugang zum gesamten Frieden, zum Frieden der ganzen Welt. Immer von hier aus. Hier ist der Auftakt jeder vernunftgemäßen Handlung! Naturgemäß. Und jede entzündete Fackel potenziert die Anziehungskraft dieses Freiwerdens für Alle. Beschleunigt das exponentiell. Und so ist das ein Lauffeuer. Wir sind nicht outgesourced. Wir sind direkt an der Quelle. Und wir haben den Zugang. Und dieser Zugang eröffnet dem Frieden alle Macht!