inbegriffen

dahinterzukommen, sagst du. oder darüberhinauszukommen. haben wir – die überlebenden – etwa noch nicht wirklich überlebt? noch halbseitig in die talmulde mit dem schwerpunkt. im alten mißtrauen, welches zwar leiser spricht und eher fragend … ich meine, wo bleibt die wirkliche feier? und die poesie ist nur eine erinnerung an poesie. in der ewigen wiederholung und dienstbarkeit. und das sichtbare und laute theater. seine ausdrucksstarke freude, welche erst als freude durchgeht. an der stelle des festes ein ersatzfest zu feiern. immernoch auf dem holzweg, sagst du. aber immerhin. halbseitig schon, sagt der beschwichtiger. und immer wieder einschlagend, die gewissheit, dass alles darin schon ist, in dem vermeintlich halben was ist. dass wir okay sind, so halb ausgegoren, wie wir sind. unter keiner gefährdung. ebensowenig des irrtums. wie auch immer, sagst du, ich bin hungrig nach poesie. der hunger bleibt. in der verlängerung. in der unzeit. runden über runden im kreise. das ist es. abermals klirrend den rachen den nacken hinunter. sich die kleidung vom leibe, sagst du, sich das gesicht abperlend. und darüber darunter daneben / hervorlugend / die vorsichtige demut = liebesfähigkeit. in deiner in meiner nähe zu gehen, sagst du. es ist keiner draussen vor der tür alleingelassen. du gehst einfach weiter, setzt einen fuß vor den anderen. und auch wenn die fußstapfen den eigenen ähneln. wiederholen und erinnern ist inbegriffen und erwünscht. runden zu drehen, greifbares zu wählen. selbst das theater. oder wenn du ganz still bist. deine integrität ist gewährleistet. geh durch die offene tür, dahin, wo du schon bist.

die aussenwände, die aussenhände

die zeit ist uralt. im sprießen der ewigen zehnägel. in einer inneren erzählung, der erwähnung, sagst du. im rieseln oder wenn der nebel einfältig mit händen hergetragen. wo bist du, fragst du? nimmst nicht ab. du zählst. ich sehe gesichter. ich suche gesichter. es ist ein geist in uns beredt. eingefeuert. eingestreut. ein wachsfleck. ohne eine entfernung. wohin ich auch gehe. ist kein ende. die radiostimme setzt nachts ein mitten in den schlaf spricht sie. in ein stimmengemurmel. was mich umgibt. in den sog. du sagst, wo immer ich aufschlage, find ich dich. und die immer neuen knospen. oder wespen. oder bilder. es ist jetzt wieder wärmer. die runden. die pinselstriche. in deinem gesicht oder die vertiefungen. du sagst, du seist gegossen. in die buchreihen, die täfelungen. und die kämpfe von hunden. das winseln von kreaturen. wenn deine hände sich ballen. wenn deine wangen zucken. und wenn dein blick geneigt ist. in die ecke gedrückt. scham und schuld, sagst du. es sind die aussenwände, die aussenhände. so oder so gesehen. in einem mäandernden sich verschieben kontinental. das kleinste fünkchen. und ganze erdblöcke, ganze schwämme. in sossen. wie weich alles ist. und wie sperrig und rostig die gussformen, ganz abgenutzt und durchgesessen. und der geruch von altem leder. von altem schweren staub. es ist lang her. einen katzensprung. es braucht den widerspruch. in dieser einen verzerrten wahrnehmung. das aufblitzen von gegnerschaft. von beugung und krümmung. dem vertuschen. dem verwischen von fußspuren. und die muster auf den fliesen neben den fliesen. und die fremden engel. lass die dokumente die papiere. die vorstellungen die formen die werte. lass die symptome! und sag es: ich fühle mich aus den nest gestoßen. dem einzigen nest. in die steinwüste. und die amsel, davon zu singen. auge in auge mit den horizonten. davon zu singen. der schutz ist ein zeichen. eine allseitige klammer. der schutz ist weich. unser schutz ist der selbe schutz. in der blase, in der ganzen raumweite, in der ganzen leeren tiefe. bis ins letzte löchlein. in allem puls. und im dampfe des weihrauchs. auf den spitzen der zäune, worauf sich die amsel. auf den firsten und den mahnmalen. auf den dächern der raststätten. in den figuren. sie alle sind durchweg voll. wo immer ich aufschlage. in diesem selben einzelnen blinzeln. zwischen der einen tür und der nächsten tür, ins selbe einzige zimmer. mit der selben einzigen frage, welche die selbe einzige antwort. schon enthält. du und ich sind keine ausnahme. wohin auch immer wir gehen. und ohne eine entfernung. und auch wenn du dich schützt vor dem schutz. und wenn ich dich schlafend trage durch die dunkelheit durch alle kräften durch alle naturen. das ist alles symbolisch!

temperaturen

am rand. oben die schwarzen tannen, wohinter das licht vorkommt. sie wiegen sie schwanken, die kreuze. sieh deine hand in meiner, wie sie flimmern unsere temperaturen. aber ich weiß nichts, sagst du, ich zittere, will wegrennen und erstarren und lachen und für immer schweigen gleichzeitig. in den nächten laufe ich die wände hoch. der pinselstrich, die einfarbige wand. und das tuchgewand und die kräuselung einzelner blätter / in den winden und zwischen den zehen auch. ich könnte ganz anderes ganz anders sagen. mein gemächlicher herzton. ich meine, don’t forget your message. oder alles tilgen. derweil drehst du dich einmal im kreis, siehst meine aufgeweichte pupille und nickst mir zu. alle arschtritte gehen daneben.

der prolog

die weiße deiner haut im schnee. in ihrem tarnkostüm. unweigerlich weiß. und du sagst, rede nicht / lass uns aushalten. wie ich dich hernehme. und fügen wir so nebenbei. und die wünsche, die heerscharen an ideen. in einer zaghaftigkeit. ich meine, mit jeder zelle mit jeder spitze meines körpers getaucht in das seidene licht. halbwegs geht das. ich meine, die 21 ist die vorstufe zur 22. und aller grusel liegt in den urteilen. in den umherliegenden zementblöcken. du sagst, es wiederholt sich, es ist der 11. dezember. in einem gedenken. und da ist der unvoreingenommene neuschnee / der prolog. immernoch dasselbe luftholen und räuspern vor der ansprache. ich meine, 10 pinselstriche auf 10 pinselstrichen. das ist der titel des bilds. und es braucht nicht mehr idee als dieses abenteuer. es sind nicht noch mehr grenzen zu errichten / noch mehr stops / sondern der rückbau der abwehr. ist das nicht die eigentliche anstrengung – die erdachte abwehr und schonung immer neu zu denken? der angst vor dir, meinem ebenbild, meinem geschwister. wenn ich alle scheu vor dir verliere, bin ich da. in unserer randlosigkeit.

hier ist die welt

„bis beim hundertsten (selbst)porträt rembrandts sein name so abgenutzt ist, dass er den menschen überhaupt nicht mehr verbirgt. und dieser mensch ist, wie er ist.“
hélène cixous

du sagst, der mensch in seiner nothingness. nur ein wunder entfernt, sagst du. die weltenschmerzen. die erinnerung an schmerzen. schmerzhafte kleidung, sagst du. wo die welt an den rand gedacht ist. ich meine, es ist ein katzensprung in der ansicht. in der absicht. vom verlorenen stern am nachthimmel hin / ihn zu kennen in seinem unantastbaren licht. hier ist die welt für deine schöpfung, du geborener gott. deine geborenen gedanken, dein geborenes wort, deine geborene bewegung. in vollkommenem schwung & geschmeidigkeit, deine göttliche potenz. hierhin zurück, wo du schon einmal gewesen bist mit einem anderen urteil. hier, nimm diese weiße weste. du bist alles, was es gibt.

der wunsch des ypsilon

das ist die wahl. so kommt dein ruf als echo zurück – je nach beanspruchung der weite. und wenn ich sage, du seist konkav und ich konvex oder andersrum beschließe ich das spiel der dualität, den immerwährenden abstand. but: es gibt da keine fixierung. in keiner sache. ok ok, alles kann also alles sein wieder, bis ich gleich wieder von neuem rumdenke und rumnage. in diesem einsetzenden mechanismus des umherhoppelns. einmal den käfig ablaufen, aha. worauf der käfig als idee wieder wackelig wird = unwirklich. oder die darstellung deiner deutung, jene tarotkarte, welche du hochhälst und prophezeist! irgendwie so. ich meine, diese sonne, welche tag für tag über dem hügel auftaucht. immer die alte. die neue sonne. friedlich wie eine kuh da im licht zu stehen, sagst du. unvoreingenommen. und doch ist auch der wunsch des ypsilon / offenen armes. in anbetung aller weltenschönheit. und zugleich die verunsicherung und variabilität von welt. ich kann sie nicht denken. ich kann den käfig nicht denken. oder den rauhreif in den büschen. ihre ideen, sie sind undenkbar. was ich vermag: sie schlichtweg anzuhimmeln / mit meinem himmel. auf gefrorenem gras, gefrorenem matsch rennend / vom mondlicht erschimmert.

that’s it!

glitter / den ganzen weg lang. ich meine, die waagschale, welche der weg ist. in diesem verpulvern & besamen, dem sogenannten werden. glaubst du das? dass noch viel zu tun ist? vielleicht aber ist es ganz simpel – bloß ein fingerschnippen. schnipp. und alles ist da! und ganz! und vollkommen! kannst du deine zunge rollen? schau mal, dieser esel hat an den ohren weiß gelocktes fell. es sieht ein wenig beschmutzt aus und es ist vollkommen weich. THAT’S IT! das reicht völlig aus gerade, dass du deine hand hineingibst. ins warme fell greifst. in die wärme des tiers. das ist schon alles. du bist schon da. und jetzt nochmal in diesem sinne. wieder und wieder. jetzt und jetzt und jetzt wieder. schau! da tropft es vom dach. einen tropfen nach dem anderen tropfen. da ist alles drin. das ist die ganze idee. mehr brauchst du nicht zu wissen. kannst du schon darüber lächeln? oder ist dir noch bang? schau mal dem tier ins auge. in sein aufrichtiges auge. schau den baum da. oder den. oder den heruntergekommensten busch. oder egal was. du bist niemals wo anders als hier an deinem angestammten platz.